Auslandsreport: Carrefour übernimmt Rue Du Commerce

Das französische E-Commerce-Unternehmen Rue Du Commerce soll einen neuen Eigentümer bekommen. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht des französischen Handelskonzerns Altarea Cogedim hervor, dem der Online-Händler gehört. Demnach soll Rue Du Commerce von der heimischen Carrefour-Gruppe übernommen werden. Eine entsprechende Vereinbarung wurde bereits unterzeichnet, in den nächsten Wochen soll der Deal über die Bühne gehen.

Rue Du CommerceRue Du Commerce konnte zuletzt keine Marktanteile gewinnen (Bild: Screenshot)

Wegen dem bevorstehenden Verkauf enthält der aktuelle Finanzbericht keine Angaben dazu, wie sich das Geschäft von Rue Du Commerce im dritten Quartal 2015 entwickelt hat. Auch zu den Hintergründen für den Verkauf schweigt sich der aktuelle Eigentümer dort leider aus.

Rue Du Commerce wurde 1999 gegründet, ging im Jahr 2005 an die Börse und wurde erst 2012 im Rahmen einer freundlichen Übernahme von Altarea Cogedim übernommen. Dadurch wollte der Konzern sein Geschäft im stationären Einzelhandel um einen Vertriebskanal im Internet ergänzen. Synergien sah man vor allem beim Marktplatz-Geschäft von Rue Du Commerce.

Zur Erinnerung: Ursprünglich war Rue Du Commerce als reiner Online-Händler gestartet, seit 2007 können aber auch externe Händler über die Plattform verkaufen. Im Herbst 2013 konnte Altarea Cogedim dann seine Kontakte zu Händlern nutzen, die offline in den Shopping-Centern der Gruppe verkaufen. Auf einen Schlag kamen damals 250 neue Handelspartner auf die Plattform, die insgesamt 750 externe Händler zählte. Während diese bislang aus dem Online-Handel stammten, handelte es sich bei den 250 Neuzugängen oft um Händler mit Wurzeln im stationären Einzelhandel. Diesen konnte Altarea Cogedim nun einen neuen Verkaufskanal im Internet bieten, während das Online-Portal durch deren Angebote attraktiver werden sollte.

Groß vorangekommen ist Rue Du Commerce zuletzt dennoch nicht. So gab es im vergangenen Geschäftsjahr 2014 zwar ein Marktplatzvolumen von 428,3 Mio. Euro (Wert der gehandelten Ware auf dem Portal). Im Vergleich zum Vorjahr hatte das Online-Handelsvolumen damit aber stagniert, so dass Rue Du Commerce seinen Marktanteil lediglich behaupten konnte.

Mit ein Grund dafür war, dass die Franzosen ihr eigenes Warenangebot in einzelnen Rubriken reduziert hatten und sich seit dem vergangenen Geschäftsjahr 2014 wieder verstärkt auf ihr ursprüngliches Kernsortiment rund um Heimwerkerbedarf, Unterhaltungselektronik und weiße Ware konzentrieren. Durch diese Sortimentsstrategie wollten die Franzosen nach eigenen Angaben ihre Kernzielgruppe von Männern mit hohem Einkommen besser erreichen.

Ausgezahlt hatte sich diese Strategie aber nicht gerade. Denn ausgerechnet im vergangenen Geschäftsjahr nahm der Wettbewerb im Elektronikgeschäft stark zu. Um Marktanteile zu halten, haben sich die Franzosen daher auf einen Preiskampf eingelassen. Das hat dazu geführt, dass die Margen gesunken sind. Unterm Strich stand 2014 daher ein negativer operativer Cash Flow von -19,0 Mio. Euro, nachdem dieser Wert im Vorjahr auch schon negative -12,5 Mio. Euro betragen hatte – was den Handelskonzern Altarea Cogedim nun eventuell mit dazu bewogen haben könnte, das Online-Unternehmen zu verkaufen.

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