Zweitausendeins: Auch die letzten Filialgeschäfte wackeln

Der Buch- und Medienversender Zweitausendeins dürfte in absehbarer Zeit wohl keine eigenen Ladengeschäfte mehr betreiben. Zwar gebe es laut dem Unternehmen keine endgültigen Pläne, die fünf letzten verbliebenen Standorte zu schließen. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es allerdings auch keine Interessenten, die diese Filialen künftig als Franchise-Nehmer betreiben wollen.

Zweitausendeins.deBildquelle: Screenshot

Zweitausendeins hatte im April 2012 angekündigt, sein Filialgeschäft umzustrukturieren und seine damals noch 14 Ladengeschäfte an Franchise-Nehmer vermitteln zu wollen.

Auf diese Weise wollte man sich von „Steuerungsfunktionen“ entlasten und einzelne Geschäfte besser auf die lokalen Marktbedingungen vor Ort einstellen. Bislang hat man aber lediglich für das ehemalige Hauptgeschäft in Frankfurt einen Nachfolger präsentieren können. Bislang wurden daher acht Filialen geschlossen, die Zweitausendeins zuvor selbst betrieben hatte.

Falls man keine Franchise-Nehmer für die verbliebenen fünf Filialen findet, will der Medien-Händler dennoch dem stationären Einzelhandel treu bleiben. Denn die Leipziger suchen zur Zeit nach Kooperationspartnernin in Städten wie Berlin, wo der Medien-Händler aktuell noch seine eigenen Geschäfte betreibt. Diese Kooperationspartner sollen aber im Gegensatz zu den Franchise-Nehmern keine Filialen von Zweitausendeins betreiben.

Hier geht es viel mehr darum, dass Zweitausendeins über eine Shop-in-Shop-Kooperation in anderen Buchhandlungen verkauft. So schaffe der Händler eine “Win-Win-Situation”: Partner könnten ihr Sortiment durch exklusive Produkte aufwerten (Restbestände, eigene Editionen) und Zweitausendeins vor Ort verkaufen, ohne dafür eigene Filialen betreiben zu müssen.

Erst vor zwei Tagen wurden zwei neue Shop-in-Shop-Kooperationen in Dortmund und Hamburg gestartet. In Dortmund verkauft Zweitausendeins nun bei Litfass Bücher und Medien (Adresse: Münsterstr. 107), in Hamburg bei comicstotal! und Pappnase & Co. (Grindelallee 92). Aktuell gibt es bundesweit bereits 15 solcher Shop-in-Shop-Kooperationen.

In der Hansestadt war Zweitausendeins bis zum vergangenen Jahr noch mit einer eigenen Filiale in der Grindelallee vertreten. Eine ähnliche Konstellation gibt es auch in Süddeutschland. Denn in Freiburg hat der Medien-Versender bereits im Frühjahr eine Shop-in-Shop-Kooperation gestartet, nachdem die eigene Filiale dort Anfang 2013 geschlossen worden war.

2012 hat die Zweitausendeins Versand-Dienst GmbH einen Netto-Umsatz von 16,2 Mio. Euro erzielt und dabei einen Jahresfehlbetrag von -3,0 Mio. Euro eingefahren. 2009 lag der Umsatz noch bei 30,1 Mio. Euro netto, der Jahresfehlbetrag bei -4,0 Mio. Euro. Im Jahr darauf hatte eine “Krise am CD-Markt” mit dazu geführt, dass die Umsätze auf 23,2 Mio. Euro geschmolzen waren.

Zweitausendeins dürfte zu schaffen machen, dass generell der Markt für Tonträger schwächelt. Das Unternehmen steuert dagegen, indem zunehmend eigene Editionen erscheinen (etwa von DVDs). Aktuell führt Zweitausendeins online rund 7.500 Artikel im Sortiment, darunter finden sich bereits rund 650 eigene Editionen von Filmen (“Zweitausendeins Edition“).

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