„Wirtschaftliche Erwägungen“: Conrad Electronic schließt drei Filialen

Der Elektronik-Händler Conrad trennt sich gleich von drei Standorten im stationären Einzelhandel auf einmal. Einen entsprechenden Online-Artikel vom Saarländischen Rundfunk hat Conrad Electronic auf Nachfrage von neuhandeln.de bestätigt. Konkret vor dem Aus steht demnach zum einen die Filiale in Saarbrücken, die laut dem Unternehmen am 30. September 2017 schließen wird. Keine Zukunft hat zudem das Geschäft in Berlin-Steglitz, das allerdings erst zum 31. Januar 2018 aufgegeben wird. Zwei Monate später fällt dann der Vorhang für den Conrad-Laden in Braunschweig (Ende: 31.03.2018).

Conrad Electronic Filiale
Filiale von Conrad (Bild: Conrad Electronic SE)

Bis zur Schließung bleiben die drei betroffenen Conrad-Filialen wie gewohnt geöffnet, der Betrieb vor Ort in den Geschäften läuft normal weiter.

Als Hintergrund für die Schließungen nennt der Elektronik-Versender im Gespräch mit neuhandeln.de zum einen „wirtschaftliche Erwägungen“ sowie „standortbedingte Besonderheiten“.

Weiter ins Detail geht Conrad allerdings nicht, da man auch auf Nachfrage von neuhandeln.de „keine weitere Stellung nehmen“ möchte.

Dafür aber dementiert Conrad Electronic nun gegenüber neuhandeln.de, dass der Elektronik-Händler angeblich verkauft werden soll. So hatte zum Beispiel die Tageszeitung „Welt“ in ihrer Online-Ausgabe vom 30. Juni 2017 berichtet, dass Conrad Electronic „offenbar zum Verkauf“ steht. Im Gespräch mit neuhandeln.de betont der Elektronik-Riese jetzt, dass „der Gesellschafterkreis unverändert bleibt“.

Bundesweit betreibt Conrad Electronic derzeit noch 25 Filialen, in denen Verbraucher ihre Online-Bestellungen versandkostenfrei abholen können („Click & Collect“). Vor Ort lassen sich zudem Artikel bestellen, die in der Filiale nicht vorrätig sind. Auch in diesem Fall ist die Lieferung portofrei, während Kunden bei Bestellungen im Online-Shop sonst regulär 5,95 Euro für den Standardversand zahlen.

Conrad Electronic Umsatz
Entwicklung von Conrad Electronic (Quelle: eigene Grafik, Angaben in Mio. Euro)

Der Multichannel-Händler konnte im vorletzten Geschäftsjahr 2015 einen Netto-Umsatz von rund 1,03 Mrd. Euro verbuchen (siehe Grafik). Gründe für das Umsatzplus von 3,4 Prozent waren ein „erweitertes Sortiment“ und der „verstärkte Einsatz von elektronischen Werbemedien“. Der Jahresüberschuss verringerte sich parallel aber von zuvor 35,9 Mio. Euro (2014) auf 24,6 Mio. Euro (2015). Laut dem Jahresabschluss hat sich der Deckungsbeitrag I (Materialaufwand/Umsatzerlösen) weiter reduziert.

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