Windeln.de expandiert und will erneut kräftig wachsen

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Die auf den Versandhandel mit Babybedarf spezialisierte Windeln.de AG hat für das laufende Geschäftsjahr ehrgeizige Ziele. Demnach rechnen die Verantwortlichen mit einem Umsatzplus von 70 bis 80 Prozent, nachdem sich im vergangenen Jahr die Umsätze bereits auf 101,3 Mio. Euro mehr als verdoppelt hatten. Bei einem weiteren Plus von bis zu 80 Prozent könnte 2015 damit ein Umsatz von 182,3 Mio. Euro zu Buche stehen. Es könnte aber sogar mehr werden.

Windeln.de in ItalienWindeln.de bedient ab sofort auch Kunden in Italien (Bild: Screenshot)

Tatsächlich bezieht sich die Umsatzprognose nämlich nur auf das Kerngeschäft des Münchner Spezialversenders – also den Online-Shop Windeln.de, den Shopping-Club Windelbar sowie das Geschäft in der Schweiz mit den drei Online-Shops Windeln.ch, Kindertraum.ch und Toys.ch.

Weitere Umsatzerlöse erzielen die Münchner seit April aber auch noch mit dem tschechischen Babybedarf-Anbieter Feedo.cz, der vor einem Monat übernommen worden war. In Osteuropa rechnet man mit einem Umsatzplus von etwa 50 Prozent zum Vorjahr, als ein Umsatz in Höhe von rund 6 Millionen Euro erzielt worden war – 2015 könnten es also neun Mio. Euro sein.

Pannolini.it: Neuer Online-Shop für italienische Kunden eröffnet

Zusätzliche Einnahmen will die Windeln.de AG obendrein in Italien erwirtschaften. So ist unter dem Namen „Pannolini“ (italienisch für „Windeln“) gerade eben ein weiterer Online-Shop gestartet, womit die Münchner in Europa in sieben europäischen Ländern aktiv sind (weitere Länder: Deutschland, Österreich und Schweiz sowie Tschechien, Slowakei und Polen, die über Feedo bedient werden). Dazu kommt das Geschäft mit Kunden aus der Volksrepublik China.

Zum Start werden Kunden in Italien über die deutschen Versandlager beliefert, so dass die Pakete im Schnitt drei bis vier Tage unterwegs sind. Die Versandzeit soll bis Jahresende auf ein bis zwei Werktage reduziert werden, wenn ein Warenlager in Italien eröffnet. Im laufenden Geschäftsjahr sollen italienische Kunden einen Umsatz von bis zu zwei Mio. Euro in die Kasse spülen. Mit allen anderen bestehenden, neu gestarteten oder zugekauften Ablegern könnte der Spezialversender also in diesem Jahr bis zu 193 Mio. Euro Netto-Umsatz erzielen.

Quartalsbilanz: Starkes Umsatzplus, spürbar verbesserte Marge

Zu so einer Prognose kommt es, weil bereits das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres sehr gut verlaufen ist. Insgesamt steht ein Plus von 87 Prozent von 19,1 Mio. auf 35,6 Mio. Euro in den Büchern. Profitieren konnte man davon, dass die Zahl der aktiven Kunden (mind. eine Bestellung in den vergangenen zwölf Monaten) von 0,3 Mio. auf 0,6 Mio. Verbraucher anstieg.

Im ersten Quartal 2015 wurde dafür unter anderem im Fernsehen geworben und der Online-Shop um neue Produktkategorien wie Kindermöbel erweitert. Positiv entwickelt sich auch das Geschäft mit Kunden in China, das um 84 Prozent anstieg. So wurden von den 35,6 Mio. Euro Quartalsumsatz satte 19,6 Mio. Euro mit Kunden aus China erlöst (Anteil: 55 Prozent).

Stark entwickelt hat sich auch das Geschäft des Shopping-Clubs Windelbar, der um 115 Prozent auf 3,5 Mio. Euro zugelegt hat. In der Schweiz gab es ein Plus von 97 Prozent auf 1,4 Mio. Euro. In beiden Fällen rührt das starke Wachstum daher, dass es sich um junge Ableger handelt. Den Shopping-Club gibt es seit 2012, das Geschäft in der Schweiz ebenfalls seit 2012.

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Windeln.de KennzahlenWindeln.de konnte neben Umsatz auch die Marge steigern (Bild: Screenshot)

Weiteres Wachstum verspricht sich das Unternehmen durch Eigenmarken. So werden unter dem Namen „Dimbo World“ seit kurzem erstmals eigene Kinderschuhe aus Leder angeboten.

Mit Eigenmarken will man auch das Ergebnis verbessern. Aus diesem Grund wird ebenfalls das Angebot um weitere Produktkategorien erweitert – unter anderem um Artikel für junge Mütter. So kann man zum einen über Cross-Selling zusätzliche Produkte zum Babybedarf verkaufen. Zum anderen lassen sich über Produkte jenseits von Windeln & Co. die Margen verbessern.

Dank mehr margenstärkeren Produkten und verbesserten Lieferantenkonditionen konnte man bereits im ersten Quartal die Bruttomarge von 23,3 Prozent auf 25,6 Prozent steigern. Zwar hat sich das EBIT von -2,9 Mio. auf -5,2 Mio. dennoch verschlechtert. Das hat aber auch mit Kosten für den kürzlich stattgefundenen Börsengang zu tun. Bereinigt um solche Effekte hat sich das EBIT der Windeln.de AG im ersten Quartal 2015 von -2,1 Mio. auf -1,3 Mio. Euro verbessert.

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