Wegen Fressnapf: 300 Jobs bei Baur-Gruppe auf der Kippe

Bei der oberfränkischen Baur-Gruppe wackeln die Jobs von über 300 Mitarbeitern. Hintergrund ist, dass der Multichannel-Händler Fressnapf die Zusammenarbeit mit der auf Logistik- und Service-Leistungen spezialisierten Baur Fulfillment Solutions GmbH (BFS) zum 30. Juni 2015 beendet und die Baur-Tochter damit einen Großkunden aus dem Versandhandel verliert.

Baur Fulfillment Solutions

BFS verschickt Pakete für andere Versender (Bild: Screenshot)

BFS kümmert sich seit knapp sechs Jahren um das Fulfillment und den Kundenservice des deutschen Fressnapf-Shops, der im Dezember 2009 an den Start gegangen war. Bereit seit dem vergangenen Sommer hat BFS mit dem Tierfutter-Versender über eine Verlängerung des bestehenden Vertrags verhandelt. Die Gespräche wurden nun beendet, da nach Angaben der Baur-Gruppe für beide Seiten kein “wirtschaftlich tragfähiger Vertragsentwurf” zustande kam.

Über Fressnapf hat die Baur-Gruppe im gerade noch laufenden Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 28. Februar) rund 15 Prozent des Geschäftsvolumens von BFS erzielt. Durch den Verlust des Großkunden sind die Stellen von 280 Mitarbeitern direkt gefährdet, die aktuell überwiegend oder ausschließlich für Fressnapf am Logistikstandort Seewiese tätig sind.

Hoffnungsschimmer: Vertrieb von BFS läuft bereits auf Hochtouren

Es wackeln aber sogar noch weitere Jobs bei BFS: So sind im Kundenservice derzeit rund 30 Mitarbeiter zu einem Großteil ihrer Arbeitszeit für Fressnapf tätig. Insgesamt beschäftigt BFS rund 1.600 Mitarbeiter, so dass jede fünfte Stelle wegen Fressnapf auf der Kippe steht.

Die Baur-Gruppe ist aber optimistisch, den Verlust von Fressnapf durch neue Großkunden abfedern zu können. So habe man die Aktivitäten im Vertrieb verstärkt und befinde sich in aussichtsreichen Verhandlungen. Für die Mitarbeiter aus dem Kunden-Service werde man sicherlich Alternativen finden. Ende März will BFS erste Ergebnisse präsentieren.

An der grundsätzlichen strategischen Ausrichtung und Positionierung als Fulfillment-Spezialist für den Distanzhandel ändere sich daher durch den Wegfall des Kunden Fressnapf nichts.

Apropos Fressnapf: Der Tierfutter-Versender wechselt mit seiner Logistik zu einem anderen Dienstleister, wie das Unternehmen gegenüber neuhandeln.de verraten hat. Diese biete noch umfassendere Services, mit denen man den Bedürfnissen der Kunden noch besser gerecht werden könne, erklärt Alfred Glander, Geschäftsführer bei Fressnapf, auf Nachfrage.

Zuletzt hatte die Baur-Gruppe damit aufhorchen lassen, dass Geschäftsführerin Aliz Tepfenhart die Otto-Tochter verlässt und zu Hubert Burda Media wechselt. In den nächsten Tagen startet zudem offiziell das Geschäft der brandneuen Baur-Tochter Empiriecom, die auf Services und Dienstleistungen rund um E-Commerce und Online-Marketing spezialisiert ist.

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