Versandhandel stagniert: Beate Uhse dennoch zufrieden

Der Erotik-Konzern Beate Uhse hat im ersten Quartal einen Netto-Umsatz von 16,78 Mio. Euro über den Versandhandel erwirtschaftet. Damit hat das Geschäft im Vergleich zum Vorjahr ein wenig nachgelassen, da im ersten Quartal 2014 ein Umsatz von 16,82 Mio. Euro erzielt wurde. Bereits im vergangenen Jahr ging das Geschäft in der Versandsparte von zuvor 60,5 Mio. Euro auf 59,7 Mio. Euro zurück – obwohl der Erotik-Spezialist viel für seine Marke getan hatte.

Beate Uhse Online-ShopBeate Uhse ködert mit neuem Markenbild weibliche Kunden (Bild: Screenshot)

Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr wurde erstmals mit einem TV-Spot in Deutschland für die Marke Beate Uhse geworben. Zudem hatte der Konzern seine Händlermarke neu positioniert, um verstärkt Frauen als Kunden anzusprechen. Deshalb gab es ein neues Logo und ein neues Design für den Online-Shop, das nun sukzessive alle Filialen von Beate Uhse ebenfalls erhalten.

Im letzten Jahr ging der Umsatz in der Versandsparte dennoch zurück, weil ein neues Shop-System eingesetzt wurde und sich die technischen Prozesse erst einschleifen mussten.

Im ersten Quartal 2015 gab es nun erneut einen leichten Rückgang, weil das Kataloggeschäft verloren hat. Hier mache sich bemerkbar, dass sich das Geschäft zum Online-Shop verlagere und klassische Katalogbestellungen abnehmen. Im E-Commerce gab es dafür europaweit ein Plus von drei Prozent, in Deutschland sind die Online-Umsätze sogar zweistellig gestiegen. Hier zeige sich, dass die neue Strategie sehr gut aufgehe und sich das neue Markenbild festige.

Dazu beigetragen habe eine weitere TV-Kampagne (siehe Video), die Beate Uhse in diesem Frühjahr gestartet hatte. Solche „strategischen Investitionen in Marketing und Vertrieb“ haben dann aber wiederum mit dazu geführt, dass im Versandhandel das operative Ergebnis (EBIT) von 1,0 Mio. Euro auf 0,4 Mio. Euro gesunken ist. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr ging das EBIT der Versandsparte von 3,2 Mio. auf 2,9 Mio. Euro zurück, weil in Marketing investiert wurde – damals vor allem, um den Umsatz nach der Shop-Umstellung weiter stabil zu halten.

Insgesamt steht bei der Beate Uhse AG für das erste Quartal 2015 ein Umsatzrückgang in den Büchern. So kam der Konzern über alle Sparten (Großhandel, Filialen, Versandgeschäft und Entertainment-Dienste) auf einen Netto-Umsatz von 36,2 Mio. Euro, der deutlich unter dem Vorjahreswert von 38,0 Mio. Euro liegt. Dennoch ist der Konzern mit den Zahlen zufrieden.

Die Begründung: Bereinigt um Sondereffekte ist der Umsatz des Konzerns um 3,8 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Und diese Betrachtungsweise ist auch völlig legitim. Denn zur Erinnerung: Im vergangenen Geschäftsjahr hatte sich die Beate Uhse AG im stationären Einzelhandel aus den beiden Ländermärkten Italien und Norwegen zurückgezogen, obendrein wurde das Beate Uhse Museum in Berlin mit seinem angeschlossenen Ladengeschäft geschlossen. Das erklärt, warum im Stationärgeschäft der Umsatz von 10,8 Mio. auf 8,6 Mio. Euro sank. Flächenbereinigt sieht es im Jahresvergleich daher anders aus, was ein Umsatzplus von 7,8 Prozent belegt.

Auch beim Einzelhandel war die neue Marken-Strategie ein entscheidender Umsatztreiber. Das EBIT ist aber auch in dieser Sparte rückläufig und sank von zuvor 0,4 Mio. auf -0,2 Mio. Euro, was an höheren Investitionen in Marketing und Vertrieb liegt. Über alle Sparten sank das EBIT von 1,1 Mio. Euro auf -1,1 Mio. Euro, was allerdings auch Wechselkurseffekten geschuldet ist.

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Der Beate-Uhse-Konzern ist in zehn Ländern Europas im Einzel- und Versandhandel aktiv. In den einzelnen Ländern verkauft der Konzern jeweils unter den Händlermarken Beate Uhse (Deutschland) sowie Pabo (Holland und Belgien), Adam & Eve (Frankreich) und Christine le Duc (Holland und Frankreich). Im Großhandel ist der Konzern wiederum weltweit tätig.

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