Swiss E-Commerce Connect: Das plant Notebooksbilliger

Die auf den Verkauf von (Unterhaltungs-)Elektronik spezialisierte Notebooksbilliger.de AG will erneut im stationären Einzelhandel expandieren. Das hat Geschäftsführer und Gründer Arnd von Wedemeyer gestern auf der Konferenz “Swiss E-Commerce Connect” in Zürich verraten.

Notebooksbilliger.deNotebooksbilliger.de wurde als Online-Pureplayer gegründet (Bild: Screenshot)

Demnach soll auf die beiden bestehenden Filialen in München und Düsseldorf ein Geschäft in Hamburg folgen. Einen konkreten Termin nannte von Wedemeyer zwar nicht, prinzipiell soll der neue Laden des ehemals reinen Online-Pureplayers aber im nächsten Jahr eröffnen.

Obwohl Notebooksbilliger.de sein Sortiment immer wieder erweitert und heute zum Beispiel auch braune Ware und weiße Ware anbietet, will man beim neuen Ladengeschäft in Hamburg am bewährten Filialkonzept festhalten. So soll es vor Ort die Sortimente Notebooks, Tablets und Smartphones geben, die Kunden auch in den bestehenden Geschäften bekommen.

Notebooksbilliger.de expandiert erneut im stationären Einzelhandel, obwohl der Gründer des Elektronikversenders nach eigenen Angaben gar kein Freund von Ladengeschäften ist. Die Erfahrung zeige aber, dass Kunden die beiden Filialen in München und Düsseldorf schätzen würden. Der Händler berichtet zudem seit Jahren, dass auch der Online-Umsatz in solchen Regionen anzieht, in denen Kunden ein lokales Ladengeschäft aufsuchen können.

Eine mögliche Erklärung: Weniger online-affinen Verbrauchern dürfte ein Ladengeschäft signalisieren, dass es sich bei einem Online-Händler um einen seriösen Anbieter handelt und Interessenten damit die Scheu vor einem Online-Einkauf nehmen. Für einige Kunden dürfte zudem wichtig sein, dass sie bei Fragen auch einen Mitarbeiter vor Ort ansprechen können.

Neuer Service für die Schweiz, verhaltenes Feedback zur EP-Kooperation

Expandieren will Notebooksbilliger.de auch in die Schweiz. So sollen künftig auch Kunden aus der Alpenrepublik bei dem Elektronik-Versender aus Niedersachsen bestellen können. Der Plan sieht vor, dass künftig der Zusteller UPS die Bestellungen aus Deutschland in die Schweiz liefert und Kunden die unvermeidlichen Zollgebühren und Einfuhrsteuern dann direkt beim Zusteller bezahlen sollen. Einen konkreten Termin nannte Wedemeyer aber auch hier nicht.

Etwas konkreter wurde von Wedemeyer dagegen beim Thema Electronic Partner (EP). Diese Verbundgruppe hatte vor zweieinhalb Jahren eine Minderheitsbeteiligung am Elektronik-Versender erworben und dabei eine “umfangreiche Zusammenarbeit” vereinbart.

Ziel für beide Parteien war, durch den Zusammenschluss von Einkaufsvorteilen zu profitieren. Diese Erwartungen haben sich für Notebooksbilliger.de laut dem Gründer aber nur begrenzt erfüllt, da Einkaufsorganisationen prinzipiell nicht auf Kooperationen ausgelegt wären.

Kennzahlen Notebooksbilliger.deNotebooksbilliger.de wächst deutlich und ist profitabel (Bild: eigene Grafik)

Die Notebooksbilliger.de AG konnte den Netto-Umsatz im vergangenen Jahr um über zehn Prozent steigern und damit die eigene Prognose toppen. Bei einem Netto-Umsatz von zuvor 432,1 Mio. Euro dürfte der Elektronik-Versender damit auf mindestens 475 Mio. Euro Netto-Umsatz gewachsen sein. Besonders stark zulegen konnte der Elektronik-Versender bei den neuen Warengruppen wie Kühlschränken und Waschmaschinen, die Notebooksbilliger.de zusätzlich zum Kernsortiment um Notebooks, Tablets und Smartphones anbietet.

Von den 432,1 Mio. Euro Netto-Umsatz im Jahr 2013 haben die Niedersachen übrigens den Löwenanteil in Deutschland erzielt (Anteil: 411,2 Mio. Euro), den Rest über Bestellungen von Kunden aus Österreich (5,3 Mio. Euro), Verbrauchern aus Nicht-EU-Ländern (1,4 Mio. Euro) und steuerfreie EU-Lieferungen an Firmenkunden (14,2 Mio. Euro) generiert. Welche Umsätze über die beiden Filialen erzielt wurden, schlüsselt der Elektronik-Versender leider nicht auf.

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