„Spacelab“-Finale: Auf diese Start-Ups baut Media-Saturn

Im vergangenen Sommer hatte die Media-Saturn-Gruppe ihr Programm „Spacelab“ gestartet, über das sich die Ingolstädter an verheißungsvollen Start-Ups beteiligen wollen. Insgesamt hatten sich rund einhundert Jungunternehmen bei Media-Saturn beworben, final ausgewählt wurden für das Programm nun vier Start-Ups – eine Zahl, die man auch zuvor anvisiert hatte.

Spacelab-ProgrammablaufProgrammablauf im „Spacelab“ der Media-Saturn-Gruppe (Bild: Screenshot)

Zu den vier Finalisten zählen nun die Deutsche Technikberatung, Expertiger, Kaputt.de und MyHomeServices. Die Deutsche Technikberatung will einen Mitarbeiter zu Kunden schicken, falls bei ihm zu Hause das WLAN streikt oder das TV-Gerät nicht mehr funktioniert und die Kunden sich selbst bei diesen Problemen nicht helfen können. Bei Problemen mit dem PC helfen will auch Expertiger, wobei hier kein Mitarbeiter zum Kunden kommt, sondern der Support online am PC erfolgt. Weiterer Unterschied: Während die Technikberatung ihre Experten selbst einstellt, greift Expertiger auf ein Netzwerk aus Freiberuflern zurück.

Im Multimedia-Alltag helfen sollen auch die übrigen beiden Start-Ups, die für das Programm ausgewählt wurden. So liefert Kaputt.de auf seiner Website zum einen Infos, wie man kleine Defekte bei Smartphone und Tablet selbst reparieren kann. Wer damit überfordert ist, kann aus einem Netzwerk von stationären Reperaturdiensten aber Helfer in seiner Nähe suchen.

Service statt Produktverkauf: So erweitert Media-Saturn sein Portfolio

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt das letzte Start-Up MyHomeServices, das im Gegensatz zu den drei anderen Finalisten aus Holland stammt. Hier können Kunden in einer Smartphone-App alle Daten zu gekauften Elektronikprodukten hinterlegen und sollen so im Fall der Fälle schnell in Erfahrungen bringen, ob zum Beispiel bei einem defekten Gerät noch die Garantie gilt.

Auffällig: Alle vier Start-Ups sind auf solche Service-Leistungen spezialisiert, die in erster Linie für Kunden nach einem Kauf interessant sind. Das dürfte kein Zufall sein. Denn im Rahmen des Programms investiert Media-Saturn auch finanziell in die Unternehmen, wobei insgesamt pro Runde im „Spacelab“-Programm in jeden der Finalisten jeweils rund 30.000 Euro fließen.

Mit den Beteiligungen kann Media-Saturn dennoch sein Portfolio sinnvoll abrunden. Denn der Konzern ist schließlich in erster Linie als Händler aktiv, so dass Service-Leistungen für Kunden nach dem Kauf das Angebot sinnvoll ergänzen. Vor diesem Hintergrund hatte sich die Gruppe im vergangenen Jahr bereits zusätzlich zum „Spacelab“-Programm mit 90 Prozent an der RTS-Gruppe beteiligt, die unter Markennamen wie „Tec Repair“ ebenfalls Reparaturleistungen anbietet – beispielsweise für defekte Notebooks, Smartphones oder Tablet-PCs.


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In den nächsten Wochen werden die vier Finalisten im „Spacelab“-Programm unter anderem damit beschäftigt, einen Marketing-Plan zu entwerfen und ihr Produktdesign auf Herz und Nieren zu prüfen (siehe Programmablauf in der Grafik). In den vergangenen sechs Wochen wurden bereits die Geschäftsmodelle der vier Finalisten von Media-Saturn analysiert.

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Nach einem Zeitraum von rund zwei Monaten soll es dann einen Pitch geben, bei dem die vier Finalisten ihr Geschäft einer ausgewählten Runde an Business Angels, Venture-Capital-Gebern und Partnern von Media-Saturn präsentieren. Hier besteht dann die Chance, eine weitere Finanzierung zu erhalten oder beispielsweise Kooperationen mit Media-Saturn zu starten.

Erste Pilot-Kooperationen werden bereits jetzt getestet. So erhalten die Kunden ausgewählter Märkte der Media-Saturn-Gruppe nun beispielsweise einen Gutschein für eine Ersteinrichtung am PC über den Support-Dienst Expertiger, wenn sie vor Ort einen neuen Laptop kaufen.

Verantwortlich für das „Spacelab“-Programm von Media-Saturn ist übrigens Martin Sinner, der auch schon die unternehmensinterne Einheit “Electronics Online Group” (EOG) führt. Unter diesem Motto bündelt der Konzert seit Herbst 2014 alle Aktivitäten seiner Online-Pureplayer.

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