Re-Commerce: reBuy wächst und expandiert erneut

Die Berliner reBuy Re-Commerce GmbH zieht es schon wieder ins Ausland. Aus diesem Grund betreibt der Versender von Second-Hand-Ware ab sofort auch erstmals einen Online-Shop für Verbraucher in den Niederlanden. Damit starten die Berliner nun schon zum zweiten Mal im Ausland, nachdem seit Jahresbeginn bereits ein Online-Shop für Kunden in Frankreich betrieben wird – wobei es sich bei den beiden ausländischen Angeboten eigentlich gar nicht um Online-Shops im klassischen Sinne handelt.

reBuy Logistik
reBuy kauft gebrauchte Ware und verkauft sie dann weiter (Bild: Luis Alvarez)

Denn sowohl im holländischen als auch im französischen Online-Shop können Kunden keine gebrauchte Ware bei reBuy kaufen. Angeboten wird bislang lediglich, dass Verbraucher ihre alten Produkte zu Geld machen und an die Berliner verkaufen können. Angekauft wird im Ausland aber bislang auch nur gebrauchte Elektronik, während Verbraucher hierzulande auch alte Bücher, CDs und DVDs bei reBuy loswerden können.

Dass sich reBuy beim Auslandsgeschäft zunächst auf den Ankauf fokussiert, ist keine Überraschung. Denn das Geschäftsmodell der Berliner besteht ja darin, gebrauchte Ware anzukaufen, aufzubereiten und anschließend als geprüfte Second-Hand-Ware wieder auf den Markt zu werfen. Dabei kauft reBuy seine Produkte zum Großteil von Privatpersonen an.

Der Vorteil bei diesem Modell ist, dass reBuy seine Ware prinzipiell bei Millionen von Verbrauchern beschaffen kann. Der Nachteil ist aber: Wenn Verbraucher nichts verkaufen wollen, bekommt reBuy keine Ware – und kann auch keine Second-Hand-Produkte mehr online verkaufen. Nach eigenen Angaben liegt für die Berliner daher „die größte Herausforderung für reBuy in der Beschaffung der gebrauchten Ware“ – was wiederum die Expansion nach Holland und Frankreich erklärt. Denn über die beiden neuen Websites kann reBuy jetzt mehr Verbraucher erreichen, die Gebrauchtware loswerden wollen. Verkaufen muss reBuy die Second-Hand-Ware im Ausland aber nicht unbedingt, da man die gebrauchten Produkte aus dem Ausland sicher auch hierzulande an den Mann bringen kann (der Verkauf von Elektronikprodukten in Holland ist aber bereits für die zweite Jahreshälfte geplant).

Für diese These spricht jedenfalls, dass reBuy nach wie vor deutlich wächst. So konnten die Berliner nach eigenen Angaben im vergangenen Geschäftsjahr 2015 einen Netto-Umsatz von 70 Mio. Euro erzielen. Zahlen aus dem Vorjahr nennt reBuy zwar nicht. Im vorletzten Geschäftsjahr 2013 kamen die Berliner allerdings erst auf einen Netto-Umsatz von 55,3 Mio. Euro (siehe Grafik). Damals konnte reBuy zwar um rund 37 Prozent zulegen, weil sich der Markt für gebrauchte Artikel im Internet nach eigener Beobachtung „dynamisch entwickelt“ hatte. Es gab 2013 aber auch einen Jahresfehlbetrag von -2,0 Mio. Euro, obwohl die Planung ein positives Ergebnis von +1,2 Mio. Euro vorgesehen hatte. Ein „großer Preiskampf“ – auf der Ankaufs- als auch auf der Verkaufsseite – hatte aber das Geschäft erschwert.

Kennzahlen reBuy.de
Second-Hand-Spezialist reBuy wächst seit Jahren stark (Bild: eigene Grafik)

Das Wachstum auf 70 Mio. Euro im vergangenen Jahr konnte reBuy unter anderem durch ein größeres Sortiment erreichen. Zusätzlich verkaufen die Berliner inzwischen auch in Österreich, nachdem im Jahr 2013 der Netto-Umsatz von 55,3 Mio. Euro ausschließlich über Verkäufe von gebrauchter Elektronik und Medien in Deutschland erzielt worden war. Zahlen zum Ergebnis gibt es nicht. Im vergangenen Jahr sei reBuy aber nahe der Profitabilität gewesen, der Break Even wurde zeitweise bereits erreicht.

Zum Vergleich: Der direkte Wettbewerber Momox konnte im vergangenen Geschäftsjahr 2015 einen Netto-Umsatz von 120 Mio. Euro erzielen und damit gleich um rund 50 Prozent wachsen. Im Gegensatz zu reBuy konnte Momox dabei aber zum einen vom Auslandgeschäft profitieren, das stark angezogen hat. So wurde vom Gesamtumsatz in Höhe von rund 120 Mio. Euro im vergangenen Jahr jeder fünfte Euro mit Kunden erwirtschaftet, die in Frankreich, UK und Österreich gebrauchte Ware bei Momox bestellt haben – umgerechnet also etwa 24 Mio. Euro netto im vergangenen Jahr.

Denn Momox verkauft im Ausland über einen Online-Shop für Kunden in Frankreich und ist zudem mit seinem Angebot auf ausländischen Marktplätzen wie FNAC, PriceMinister sowie Amazon in Frankreich und Amazon UK aktiv. Weitere Umsätze erzielt Momox außerdem noch über das Geschäft mit Second-Hand-Mode, die über den separaten Online-Shop Ubup.com (Abkürzung für „Used but precious“) angeboten wird. Hier hatte sich der Netto-Umsatz mit Second-Hand-Mode verdreifacht.

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