Partner-Optiker: Mister Spex dementiert hohe Kündigungsrate

Mister Spex bringt Augenoptiker gegen sich auf„: Das schreibt jedenfalls die Verlagsgruppe „Markt Intern„, die einen Branchen-Informationsdienst für Augenoptiker publiziert. In einem aktuellen Beitrag auf der Website des Verlags ist konkret zu lesen, dass „eine Vielzahl verärgerter Augenoptiker“ angekündigt hätte, „die Kooperation mit Mister Spex zu beenden“. Grund sei, dass der Berliner Online-Optiker die Kosten für seine Partner erhöht und gleichzeitig wichtige Provisionen gekürzt habe.

Auf Nachfrage von neuhandeln.de bestätigt Mister Spex, dass sich die Kosten für die stationären Partner erhöht haben. Demnach müssen die lokalen Partner seit Oktober 2016 erstmals einen Marketing-Betrag von 19,90 Euro monatlich bezahlen, wenn sie an dem Programm teilnehmen.

Judith Schwarzer
Judith Schwarzer (Bild: Mister Spex)

„Um unser gemeinsames Angebot zu etablieren und Kunden für die Partner zu gewinnen, haben wir jahrelange Aufbauarbeit geleistet – mit großem finanziellen und personellen Einsatz“, argumentiert Judith Schwarzer, zuständig für die Kommunikation bei dem Online-Optiker. „Unsere umfangreichen Marketing-Maßnahmen sollen weitergeführt und teilweise sogar noch intensiviert werden.“

Konkret bedeutet das nun für teilnehmende Partner-Optiker: Der neue Marketing-Betrag von 19,90 Euro im Monat wird fällig, sobald ein Partner mindestens 19,90 Euro monatlich an Vergütungen erhält.

Mister Spex berechnet seinen Partnern nun aber nicht nur zusätzliche Kosten, auch die Provision für die Partner verringert sich. Denn bislang wurden Partner mit einer Provision von zehn bis 25 Prozent am Umsatz von Mister Spex beteiligt, wenn der Kunde ein stationäres Geschäft besucht und anschließend online bei den Berlinern bestellt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Verbraucher vor Ort einen Sehtest durchführen lassen und dann mit ihren frisch ermittelten Werten eine Brille bei Mister Spex kaufen.

Jetzt werden die Partner aber nur noch mit zehn Prozent am Online-Geschäft beteiligt. „Die Provision bei Gleitsicht- und Arbeitsplatzbrillen wurde gesenkt, da in diesem Segment die Marketing-Kosten besonders hoch sind“, begründet Schwarzer diese Maßnahme. Man sei aber überzeugt, dass Mister Spex durch die neuen Konditionen weiter stark wachsen werde und sich somit auch die Einnahmen für die Partner erhöhen werden. Eine hohe Kündigungsrate könne Mister Spex daher nicht bestätigen.

Gestartet wurde das Partnerprogramm vor fünf Jahren in Deutschland, aktuell kooperiert Mister Spex bereits mit 550 lokalen Optikern. Bei diesen können Verbraucher einen Sehtest buchen, der Partner erhält dafür eine Vergütung – und wird am Umsatz beteiligt, wenn Kunden online bestellen. Mit dem Programm bietet Mister Spex zusätzliche Services, die sich online nicht abbilden lassen. Die Partner-Optiker profitieren wiederum vom Online-Handel, ohne selbst dort investieren zu müssen.

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