Nach Umsatzminus: So will SportScheck bei den Kunden punkten

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 (Ende: 28. Februar) musste SportScheck ein Umsatz-Minus von knapp neun Prozent auf 291 Mio. Euro verbuchen, wie ich vergangene Woche auf neuhandeln.de berichtet hatte. Bitter ist das nicht zuletzt deshalb, weil der Umsatz bei dem Multichannel-Händler aus der Otto-Gruppe zuletzt noch um 7,7 Prozent auf 319 Mio. Euro angezogen hatte (siehe Grafik).

SportScheck Umsatz
Der SportScheck-Umsatz hat einen neuen Tiefpunkt erreicht (Quelle: eigene Grafik)

Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr hat dann aber eine „Neuausrichtung des Geschäftsmodells“ wieder den Umsatz reduziert. So wird zum Beispiel beim Sortiment der Fokus jetzt zunehmend auf Schuhe und Equipment gelegt, während parallel das Geschäft mit Textilien reduziert wird.

Zudem wurden „massiv“ Lagerbestände abgebaut, was ebenfalls Umsatz gekostet hat. Durch eine „strenge Kostendisziplin“ und eine „Reduktion der Aufwände für IT und Logistik“ habe man dafür aber wiederum 22 Mio. Euro an Ausgaben zum Vorjahr einsparen können. Unterm Strich steht aber dennoch für den Multichannel-Händler ein negatives Ergebnis, das die Otto-Tochter aber nicht näher beziffert.

Offener kommuniziert SportScheck dagegen, wie der Multichannel-Händler sein Geschäft ankurbeln will. Demnach sind folgende Maßnahmen geplant, die für den Endverbraucher sichtbar werden sollen:

  • Mehr Content-Marketing:
    Seine Kunden besser erreichen will SportScheck über zusätzliche Marketing-Maßnahmen. So gibt es zum Beispiel nun eine Facebook-Seite von SportScheck („SportScheck Women“), die sich ausschließlich an „sportbegeisterte Ladies“ richtet und das bestehende Social-Media-Angebot ergänzt. Dazu will der Händler über zusätzliche Events wie kostenfreie Yoga-Kurse bei seiner Zielgruppe punkten, nachdem SportScheck bereits Events wie Stadtläufe organisiert.
  • Mehr Angebot im Online-Shop:
    Im Internet wiederum lautet das Ziel, den Multichannel-Händler als „Öko-System für Sport“ zu etablieren. Dazu kooperiert SportScheck mit anderen Händlern wie Outfitter, die ihre Sortimente an den Online-Shop der Otto-Tochter anbinden. Bereits seit einem guten Jahr stammen erste Artikel im Online-Shop von Drittanbietern, wobei ihre Ware im Namen und auf Rechnung von SportScheck verkauft wird. So sollen Nischen-Sortimente ein tieferes Profil erhalten.
  • Neue Zielgruppen-Ansprache im Internet:
    Sortimente sollen im Online-Shop „kundenorientierter“ dargestellt werden. Wer etwa nach Outdoor-Schuhen sucht, soll das passende Funktions-Shirt oder die Outdoor-Uhr empfohlen bekommen. Zudem werde die Präsentation von passenden Outfits ausgeweitet. Ändern soll sich auch die Wort- und Bildsprache im Online-Shop. Dank Responsive Design soll jeder Kunde auf jedem Endgerät eine optimale Darstellung des Shops erhalten.

Fix ist bereits heute, dass SportScheck einen Neuzugang bekommt. Das Team verstärkt demnach Anna Westhoff, die ab 01. Juni 2017 die Bereichsleitung im Einkauf übernimmt. Bei SportScheck kümmert sich die 34-Jährige um den Einkauf für den E-Commerce, das Stationär-Geschäft und die Eigenmarken.

Anna Westhoff
Anna Westhoff (Bild: SportScheck)

Westhoff (siehe Foto) ist bereits 13 Jahre im Handel aktiv. Zuletzt war sie für den Berliner Fashion-Versender Zalando tätig, wo sie den Einkauf von allen Sport-Sortimenten verantwortet hatte. Davor war sie Abteilungsleiterin für Einkauf und Verkauf im Stationär- und Online-Handel bei Engelhorn Sports sowie bereits als „Key Account Manager Sports“ für den Shopping-Club BuyVIP zuständig, der zu Amazon gehört.

Anna Westhoff folgt als Bereichsleiterin im Einkauf auf Roland Patrick Stiefel, der den Multichannel-Händler auf eigenen Wunsch verlassen hat.

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