Home & Living: Otto-Versand macht 0,6 Mrd. Euro Umsatz

Adreko

Erst Cnouch, dann ekinova (neuhandeln.de hat zum Start exklusiv berichtet) und jetzt Naturloft: Der Otto-Versand investiert weiter in Spezial-Shops mit dem Sortimentsschwerpunkt Möbel und hat nun bereits das dritte neue Angebot in weniger als sechs Monaten an den Start gebracht:

NaturloftBildquelle: Screenshot

„Unter naturloft.de launcht Otto am 30. September einen neuen Spezialshop, der FSC-zertifizierte Massivholzmöbel im Landhausstil anbietet. Neben Möbeln und Möbelserien für Wohn-, Speise- und Schlafzimmer, Flur, Küche und Bad sind auch Haus- und Heimtextilien, Accessoires, Dekoration und Leuchten im Angebot zu finden.“

Wie bei allen Spezial-Shops trifft man auch bei Naturloft auf Altbekanntes, da der Otto-Versand sein vorhandenes Sortiment wieder einmal zweitverwertet. So gibt es beispielsweise Produkte wie das Holz-Bett „Helsinki“ nicht nur bei Naturloft, sondern auch bei Otto direkt zu kaufen.

Bemängeln kann man an dieser Vorgehensweise zwar, dass Otto erneut alten Wein in neuen Schläuchen präsentiert. Ich bewerte die Multishop-Strategie aber positiver, weil der Grundgedanke durchaus charmant ist. So hat der Otto-Versand gegenüber neuhandeln kürzlich verdeutlicht, warum die Hamburger ihr Sortiment in einer zweiten Verpackung online anbieten:

“Unser Ziel ist es, ein Zusatzgeschäft für die Otto-Einzelgesellschaft zu generieren – also Kunden zu begeistern, die nicht zuerst an Otto denken. Deshalb treten wir eher unabhängig auf.“

Dass die Sub-Shops kein Selbstläufer sind, steht aber außer Frage. So ist der vor fünf Jahren gestartete Otto-Ableger yourHome heute längst wieder Geschichte und auch beim kürzlich gestarteten Küchenmöbel-Shop eKinova ist momentan noch offen, ob und wie es weiter geht:

“Wir betrachten die ersten 15 Monate als Phase, in der ekinova den Proof of Concept erbringen soll. Danach entscheiden wir, ob wir richtig Gas geben und das Angebot weiter ausbauen oder den Spezial-Shop wieder einstellen.”

Wie immer will sich der Otto-Versand vor allem beim Serivce von Wettbewerbern unterscheiden und nennt daher die Möglichkeit zur Ratenzahlung als einen zentralen Kundenvorteil. Für mich ist das als Alleinstellungsmerkmal zu wenig – vor allem, wenn man so hohe Ziele wie Otto verfolgt:

„Mit rund 30 Prozent Marktanteil im Onlinehandel mit Möbeln haben wir die optimalen Voraussetzungen, um vom starken Wachstum der Branche zu profitieren. Wir sehen hier nach wie vor großes Potenzial und halten an unserem erklärten Ziel fest, bis 2016 zusätzliche Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe zu generieren.“

Nach eigenen Angaben macht der Otto-Versand bereits ein Viertel seines Gesamtumsatzes mit Accessoires, Möbeln und Heimtextilien. Bei einem Netto-Umsatz von 2,27 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2013/2014 (Stichtag: 28. Februar) haben die Hanseaten also zuletzt 0,57 Mrd. Euro mit dem Sortiment „Home & Living“ umgesetzt (in diesem Umsatz ist auch das Geschäft aller Spezial-Shops enthalten, die der Otto-Versand momentan zusätzlich betreibt).

Um den Umsatz zu steigern, wird das Möbelsortiment nun mit einer aktuellen TV-Kampagne beworben (siehe Video oben). Darin wird allerdings nur der Name „Otto“ kommuniziert („Gefunden auf Otto.de“), für Naturloft trommeln die Hanseaten leiser. So wird der neue Sub-Shop über klassisches Online-Marketing beworben (SEA, SEO, Preisportale, Affiliate-Marketing). Obendrein wird ein Flyer in diesen Tagen an Bestandskunden von Otto verschickt, wie Hamburger auf Nachfrage verraten haben. Ausschließlich Neukunden adressiert Otto mit Naturloft dann also doch nicht.

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Adreko

2 Kommentare zu Home & Living: Otto-Versand macht 0,6 Mrd. Euro Umsatz

  1. Hmm,

    ich will zwar nicht meckern, aber die Überschrift halte ich dann doch für missverständlich, wenn sich diese Umsatzgrösse wie im Artikel rauskommt mitnichten auf Möbel, sondern auf das komplette „Home & Living“-Sortiment bezieht. Wenn dies bei Otto so definiert ist wie woanders auch und dort Deko, Wohnaccessoires & Heimtex mit reinfällt, dürfte dort der originäre Möbelumsatz (trotz des sicherlich grösseren Bestellwerte) eher die „kleinere Hälfte“ des Kategorie-Umsatzes darstellen.

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