Keine Kataloge, weniger Filialen: Umsatz von Beate Uhse sinkt erneut

Adreko

Bei der Beate Uhse AG sinkt der Umsatz auch im laufenden Geschäftsjahr. Konkret steht für das erste Quartal 2016 ein Netto-Umsatz von 29,1 Mio. Euro in den Büchern, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 19,7 Prozent bedeutet (Q1/2015: 36,2 Mio. Euro). Überraschend kommt das aber nicht, da der Konzern für das laufende Jahr von vornherein mit weniger Umsatz rechnete. Aus gutem Grund.

Beate Uhse Online-Shop
Beim Erotik-Konzern Beate Uhse kriselt es nach wie vor (Bild: Screenshot)

Zur Erinnerung: Im vergangenen Geschäftsjahr wurden Filialen geschlossen, das Kataloggeschäft im Versandhandel hatte der Konzern im ersten Quartal 2016 sogar komplett eingestampft. Kein Wunder also, dass diese Maßnahmen nun auch Spuren im Zahlenwerk des Konzerns hinterlassen haben.

So konnte der Konzern über den stationären Einzelhandel von Januar bis März 2016 nur noch Umsätze in Höhe von 6,9 Mio. Euro erzielen, nachdem es vor einem Jahr noch 8,6 Mio. Euro waren. Schuld am Rückgang sei insbesondere, dass man das Filialnetz bei der operativen Neuausrichtung um 21 Shops bereinigte habe. Weil sich der Konzern von verlustbehafteten Geschäften trennte, hat sich das operative Ergebnis (EBIT) immerhin auf 0,2 Mio. Euro verbessert (Q1/2015: -0,2 Mio. Euro).

Beim Versandhandel konnte der Konzern nur noch 13,5 Mio. Euro erwirtschaften nach 16,8 Mio. Euro im Vorjahr. Hintergrund ist hier zum einen, dass im Februar 2016 der letzte Katalog für das bröckelnde Print-Geschäft produziert wurde, um sich auf den Online-Handel zu konzentrieren. Zum anderen hatte der Konzern aber auch weniger im TV geworben. Ohne Kataloge hat der Konzern aber auch weniger Kosten. Aus diesem Grund hat sich das EBIT von 0,4 Mio. Euro auf 1,2 Mio. Euro verbessert.

Generell wurde aber auch das Geschäft dadurch erschwert, dass im Vorjahr der Erotik-Film „Shades of Grey“ im Kino lief. Das hatte damals zu „deutlich positiven Umsatz-Effekten“ geführt, die in diesem Jahr fehlen. Aus diesem Grund dürfte auch das Geschäft im Großhandel nachgelassen haben. Hier sank der Umsatz von 9,2 Mio. auf 7,6 Mio. Euro, was der Konzern mit einer „geringeren Nachfrage der Filial- und Webshop-Betreiber“ begründet. Das wirkte sich auch beim EBIT aus, das im ersten Quartal 2016 auf -0,9 Mio. Euro sank (Q1/2015: -0,2 Mio. Euro). Auch bei den kostenpflichtigen Entertainment-Diensten sank der Umsatz von 1,6 Mio. auf 1,1 Mio. Euro, weil der Konzern hier durch kostenlose Angebote im Internet unter Druck steht. In der Folge gab es ein negatives EBIT von -0,1 Mio. Euro.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2015 hatte der Konzern die eigene Planung verfehlt und nur einen Netto-Umsatz von 128,8 Mio. Euro erzielt, was einem Minus von knapp zehn Prozent entspricht. Verschlechtert hat sich auch das Ergebnis (EBIT), das von zuvor positiven 5,0 Mio. auf -13,3 Mio. Euro gesunken ist. Zum Vergleich: Ursprünglich hatte der Konzern mit einem Netto-Umsatz von 134 Mio. bis 139 Mio. Euro und einem EBIT zwischen zwei Mio. und fünf Mio. Euro gerechnet.

Dass es anders gekommen ist, hat seine Gründe. So ging der Umsatz im Versandhandel zurück, weil das Kataloggeschäft um ein Viertel einbrach. Parallel gab es im E-Commerce einen Rückgang, weil die neue Markenausrichtung “mehr Zeit und Einsatz erfordert als erwartet”. Zur Erinnerung: Seit zwei Jahren positioniert sich der Konzern neu, um Frauen und Paare anzusprechen.

Bei den Ladengeschäften ging der Umsatz zurück, weil sich der Konzern unter anderem aus Italien und Norwegen zurückgezogen hatte und Standorte geschlossen wurden. Der Konzern kauft obendrein viele Waren in US-Dollar ein, wo schlechte Wechselkurse das Ergebnis belastet hatten.

Auf die schlechten Zahlen hat der Konzern bereits reagiert und unter anderem Filialen geschlossen und das Katalog-Geschäft eingestellt. So will der Konzern zum einen seine Ertragslage steigern – mit ersten Erfolgen. So hat sich das EBIT des gesamten Konzerns im ersten Quartal 2016 von zuvor -1,1 Mio. auf nun -0,4 Mio. Euro verbessert. Grund sind geringere Marketing-, Personal- und Sachkosten.

MAC dmexco

Spannend wird es aber, wenn die Zahlen für das zweite Quartal 2016 erscheinen. Denn im April und Mai sind die Umsätze „deutlich hinter den Erwartungen“ geblieben, wie der Konzern bereits mitteilt.

Schon gewusst? Jeden Freitag erscheint der kostenlose Newsletter von neuhandeln.de – so erhalten Sie alle Beiträge bequem in Ihr Postfach und verpassen keine Artikel mehr. Über 3.000 Kollegen aus dem Versand- und Multichannel-Handel beziehen bereits den Newsletter – hier geht es zum Abo.