Insolvenzantrag gestellt: Online-Händler Jago steckt in der Krise

Adreko

Die Stuttgarter Jago AG steht vor einer ungewissen Zukunft. Demnach hat der Versender (Online-Shop: Jago24.de) am 23. Mai 2017 beim Amtsgericht Stuttgart einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenz-Verfahrens über das eigene Vermögen gestellt (Aktenzeichen: 7 IN 455/17). Zum vorläufigen Insolvenz-Verwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Tibor Braun bestellt von der Kanzlei Illig, Braun und Kirschnek.

Goran Jakovac
Gründer Goran Jakovac (Bild: Jago AG)

Zu den Hintergründen liegen bislang keine Informationen vor. So war weder das Unternehmen selbst noch der vorläufige Insolvenzverwalter auf Nachfrage von neuhandeln.de bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme zu erreichen.

Laut dem zuletzt veröffentlichten Jahresabschluss konnte die Jago AG im Geschäftsjahr 2014/2015 (Ende: 31. August) einen Umsatzerlös von 110,1 Mio. Euro erzielen und damit gegenüber dem Vorjahr um rund 30 Prozent wachsen (Geschäftsjahr 2013/2014: 85,1 Mio. Euro Umsatzerlöse).

Damals hatte der Versender rund 7.000 Produkte in den Kategorien Heimtierbedarf, Kinderwelt, Fitness, Freizeit und DIY – darunter ausschließlich Eigenmarken. Dabei war die Jago AG in 26 Ländern in Europa aktiv. Wesentliche Ursachen für das starke Wachstum waren nach eigenen Angaben zum einen eine „signifikante Vergrößerung der Kundenbasis in allen geographischen Märkten“ sowie eine „hohe Kundenloyalität und Wiederkaufsrate“. Generell konnte Jago davon profitieren, dass sich die Nachfrage der Konsumenten von Absatzkanälen im stationären Handel hin zum Online-Handel verlagert.

Unterm Strich stand ein Jahresüberschuss von 0,6 Mio. Euro, der sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verbessert hatte (Vergleichswert: 0,5 Mio. Euro). Laut dem Jahresabschluss konnte zwar aufgrund einer verbesserten Einkaufspolitik die Rohertragsquote von 42 auf 44 Prozent erhöht werden. Der Personalaufwand war aber um 2,4 Mio. Euro gestiegen, weil der Personalbestand aufgestockt wurde. Auf eine Erhöhung des EBITDA wurde zudem verzichtet, da nach eigenen Angaben die Strategie damals auf Wachstum ausgerichtet war und dadurch höhere Kosten in Kauf genommen wurden.

Die Wurzeln der Jago AG liegen in der leopet GmbH & Co. KG, die 2005 als Online-Versandhandel für Heimtierbedarf mit der EigenMarke „Leopet“ gestartet war und Produkte auf eBay angeboten hatte. In den folgenden Jahren wurde das Angebot um zusätzliche Sortimente erweitert. Seit 2008 verkauft der Versender seine Ware zusätzlich über Amazon, im gleichen Jahr geht auch der Online-Shop Jago24.de an den Start. 2012 erfolgt dann die Umfirmierung in die heutige Jago AG, die nach eigenen Angaben zu den „größeren E-Commerce-Versandhändlern im deutschsprachigen Internet“ gehört.

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7 Kommentare zu Insolvenzantrag gestellt: Online-Händler Jago steckt in der Krise

  1. Und die Jago AG liefert nicht mehr aus. Auf Ebay im Online-shop bestellte und bezahlte Ware wird nicht mehr an die Kunden ausgeliefert. Siehe auch Negativbewertungen bei Ebay. Und trotzdem verkauft Jago weiterhin, obwohl keine Lieferung mehr erfolgt. Wie kann das denn sein und darf das sein?

    • Habe am 26.05.2017 ein Schlauchboot für 506 Euro bestellt.
      Drei Tage vorher haben die Insolvenz angemeldet. Habe ich bei der Bestellung nicht gewusst. Am 29. angerufen da sagte man mir der Artikel kann nicht verschickt werden. Da habe ich den Artikel,storniert. Auf die Frage was mit meinem Geld ist, sagte man mir könnte nicht zurückgezahlt werden da sie in der Prüfung sind. Sollte mich an den Insolvzverwalter wenden.

      Da ich mit Amazon Pay bezahlt habe, bekomme ich mein Geld von denen zurück, da ich von Jago nach meheren Anrufen und EMails eine Stornierungsbestätigung erhalten habe. Amazon Pay holt sich das Geld von Jago zurück.

      Eine Frechheit trotz Insolvenz weiter verkaufen, das Geld einziehen und dann den Artikel nicht versenden mit der Begründung Anordnung von oben. Wenn ich nicht mit Amazon Payment bezahlt hätte wär das Geld weg. Laut Mitarbeiterin Amazon kein Einzelfall. Die erreichen dort auch keinen mehr. Aktuell kann man immer noch bestellen mit dem Hinweis bis 13 Uhr bestellen und bezahlen Artikel,wird heute noch verschickt. In meinen Augen Betrug.

  2. Man ist doch immer wieder sprachlos, mit wieviel Umsatz Firmen doch kein Geld verdienen. Es bleibt spannend, wer der Nächste sein wird.

  3. Habe am 29.05.17 über Ebay und per Paypal einen Ventilator bestellt.
    Durch Zufall erfahre ich heute von der Insolvenz.
    Anruf bei Jago wurde bestätigt es wird nichts mehr geliefert.
    Ich nenne dieses Betrug.Warum kann diese Firma weiter machen.

  4. FRAUD COMPANY – STILL OPENED ONLINE SHOP AND RECIEVE ALL NEW ORDERS BUT OUR 4 ORDERS FROM LAST 10 DAYS STILL NOT SENT OUT, PROBABLY OUR 1.500,00 € GONE TO THE WIND ! THEY IGNORE ALL MESSAGES , ALL WORKERS FROM COSTUMER SERVICE JAGO KNOW FOR ALL SITUATION BUT THEY ARE QUIET ALL THE TIME !! MR LAOUICHI DESERVE TO GO TO PRISON !! THEY IGNORED ALL THE MESSAGES AND YESTERDAY THEY START TO ANSWER ON EMAILS WITH ROBOTIC TEXT :
    Good afternoon,
    thank you for your information.
    Regrettably, we have to inform you that we have been in a provisional insolvency proceedings since 24.05.2017.
    You can register your claims in writing as an insolvency creditor after opening insolvency proceedings, presumably August 2017.
    We apologize for any inconvenience.
    Thank you for your understanding.
    Thank you and have a nice day!

    p.p. Herr A. LAOUICHI
    Customer Service Manager UK

  5. habe am 0.05.2017 einen Kratzbaum bestellt und per Paypal bezahlt. Bis heute keine Ware erhalten. Auf meinen Anruf heute, erkläre man mir, der Insolvenzverwalter habe den Versand wieder freigegeben. Ich habe JAGO bis zm 09.06.2017 Zeit für die Lieferung eingeräumt. Bin mal gespannt.

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