Ikea Deutschland: Erstmals mehr Umsatz mit E-Commerce als mit Köttbullar

Der schwedische Einrichtungskonzern Ikea konnte im vergangenen Geschäftsjahr 2015/2016 (Ende: 31. August) einen Netto-Umsatz von 232,6 Mio. Euro über seinen deutschen Online-Shop erwirtschaften. Damit hat das Geschäft im deutschen E-Commerce im Vergleich zum Vorjahr um satte 22,7 Prozent angezogen, da Ikea ein Jahr zuvor hierzulande erst auf einen Online-Umsatz von 189,6 Mio. Euro gekommen war. Trotz dem starken Wachstum bleibt das Online-Geschäft aber eine Randnotiz.

Ikea Online-Shop
Ikea wächst im Web (Foto: obs/IKEA Deutschland GmbH & Co. KG/André Grohe)

Zum Vergleich: Über alle Kanäle – also Online-Shop und das Filialgeschäft – konnte Ikea in Deutschland im vergangenen Geschäftsjahr zwar zunächst nur um 7,2 Prozent zulegen. Der Gesamtumsatz bewegt sich mit 4,8 Mrd. Euro aber in weitaus höheren Regionen als das Online-Geschäft.

Ebenfalls interessant: Vom Gesamtumsatz von 4,8 Mrd. Euro in Deutschland wurden 221,1 Mio. Euro in den Ikea-Restaurants erwirtschaftet. Damit machte Ikea hierzulande im vergangenen Geschäftsjahr also fast genausoviel Umsatz mit Köttbullar & Co. wie mit dem deutschen Online-Shop.

Vor einem Jahr lag der Restaurant-Umsatz mit damals 204,2 Mio. Euro aber noch deutlich über dem Online-Geschäft von 189,6 Mio. Euro.

Dass Ikea nun mehr Umsatz mit E-Commerce als mit dem Essen macht, hat mehrere Gründe. So begründet der Möbel-Riese gegenüber neuhandeln.de, dass man zum einen im E-Commerce wegen einem attraktiven Sortiment wachsen konnte. Zum anderen gelinge es Ikea immer besser, alle Vertriebskanäle so zu verzahnen, dass Kunden ein komfortables Einkaufserlebnis hätten.

Ein Beispiel für diese Multichannel-Strategie sind die neuen Abholstationen für Online-Besteller, die Ikea abseits der bestehenden Möbelhäuser in Leipzig (Frühjahr 2015) und Ravensburg (Januar 2016) eröffnet hat. In Ravensburg gibt es zudem eine Ausstellung mit einer Fläche von rund 500 Quadratmetern mit ausgewählten Produkten, die Mitarbeiter von Ikea in der Abholstation für Kunden ordern können.

Ansprechen soll der Pickup-Point in Ravensburg vor allem Kunden rund um den Bodensee, die sonst die weitere 80 Kilometer entfernte Ikea-Filiale in Ulm besuchen müssten. Wenn Kunden daher ihre Ware lieber im nähergelegen Ravensburg abholen möchten, transportieren Mitarbeiter der Ulmer Filiale die Bestellung zur Pick-up-Station. Durch die zusätzlichen Pickup-Points will Ikea erreichen, dass einmal jeder Verbraucher in Deutschland in 20 bis 40 Minuten Fahrzeit bei Ikea aufschlagen kann.

In den nächsten zwei Jahren sollen insgesamt acht Pick-up-Stationen in Deutschland entstehen, wie Ikea bereits im Januar 2016 gegenüber neuhandeln.de angekündigt hatte. Denn das Feedback der Kunden sei „sehr gut“ und die bestehenden zwei Pickup-Points werden „sehr gut angenommen“.

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1 Kommentar zu Ikea Deutschland: Erstmals mehr Umsatz mit E-Commerce als mit Köttbullar

  1. Achso, weil ich’s auf der Suche nach ner Lampe auf Amazon grad zufällig seh:

    Könnte es sein dass ein paar clevere Händler auf Amazon mit Ikea-Produkten die sie im Zweifel „On demand“ einfach zum Normalpreis beim nächsten Ikea kaufen mehr Umsatz machen als Ikea mit seinem eigenen Shop? Wenn ich mir die Bewertungszahlen dort so anschaue….

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