Geschäftsjahr 2014: Conrad kratzt an der Umsatzmilliarde

Der Multichannel-Händler Conrad hat im vergangenen Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 998,7 Mio. Euro erzielen können. Das geht aus dem Jahresabschluss der Conrad Electronic SE für diese Periode hervor, der gerade frisch im Unternehmensregister veröffentlicht wurde.

Conrad Online-ShopConrad verkauft online sowie über Kataloge und Filialen (Bild: Screenshot)

Demnach gab es im vergangenen Geschäftsjahr ein Wachstum von 7,9 Prozent, nachdem der Umsatz bereits ein Jahr zuvor auf einem ähnlichen Niveau um 6,9 Prozent auf 925,6 Mio. Euro angezogen hatte. Damals hatte man für das Geschäftsjahr 2014 ein deutliches Wachstum im B2B- und B2C-Geschäft prognostiziert, was Conrad Electronic nun erreicht haben dürfte.

Warum das Geschäft im Versandhandel (Internet, Print-Kataloge) und den stationären Filialen im vergangenen Jahr dem Multichannel-Händler erneut ein deutliches Wachstum bescherte, ist dem Bericht aber nur in Ansätzen zu nehmen. Denn dort heißt es lediglich, dass ein größeres Sortiment und der verstärkte Einsatz von elektronischen Werbemedien das Umsatzwachstum fördern. Weitere Hintergründe hat Conrad auf Nachfrage von neuhandeln.de nicht verraten.

Aufschlussreich ist dafür aber einmal, wenn man die Umsatzerlöse und den Materialaufwand gegenüber stellt. Hier gab es im Jahr 2014 bei einem Umsatz von 998,7 Mio. Euro einen Materialaufwand von 740,0 Mio. Euro. Zieht man diesen vom Umsatz ab, so verbleibt ein Rohertrag von 258,7 Mio. Euro, was einer Rohertragsquote von 25,9 Prozent entspricht.

Conrad KennzahlenBei Conrad steigt der Umsatz bereits seit Jahren deutlich (Bild: eigene Grafik)

Diese Kennzahl hat sich damit erneut verschlechtert. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor gab es bei einem Umsatz von 925,6 Mio. Euro einen Materialaufwand von 676,8 Mio. Euro, was einem Rohertrag von 248,9 Mio. Euro beziehungsweise einer Quote von 26,9 Prozent entsprach.

Conrad Electronic spricht im Jahresabschluss selbst davon, dass dieser Deckungsbeitrag 1 “unter Druck” stehe und sich in den letzten drei Jahren von 29,2 Prozent über 26,9 Prozent auf 25,9 Prozent verschlechtert hat. Hintergrund dürfte sein, dass immer mehr Kunden online Preise vergleichen und Händler damit zu günstigen Verkaufspreisen zwingen. Conrad sprach jedenfalls selbst schon einmal davon, dass die Transparenz im Internet für Druck sorge.

Dafür aber hat sich im Geschäftsjahr 2014 der Personalaufwand nur um 4,7 Prozent erhöht, die Personalkostenquote sank dadurch von 11,2 Prozent auf 10,9 Prozent. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen 2014 mit 130 Mio. Euro zudem auf Vorjahresniveau.

Insgesamt ist der Gesamtaufwand um 2,4 Prozent auf 248,4 Mio. Euro gestiegen und damit deutlich weniger als die Umsatzerlöse. Unterm Strich steht ein Jahresüberschuss von 35,9 Mio. Euro, was nicht nur in absoluten Zahlen ein deutliches Plus zum Vorjahr (2013: 20,2 Mio. Euro) ist. Auch die Rendite hat sich spürbar verbessert von zuvor 2,2 Prozent auf nun 3,6 Prozent.

Allerdings: Vor fünf Jahren gab es im Geschäftsjahr 2010 bei 734,0 Mio. Euro Umsatz einen Jahresüberschuss von 41,2 Mio. Euro – und damit eine Rendite von 5,6 Prozent (siehe Grafik).

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