Freigabe erteilt: Schneider-Versand geht an Klingel-Gruppe

Ende Juni wurde publik, dass der Klingel-Konzern die Creatrade-Gruppe übernimmt. Damals stand die Transaktion aber noch unter dem Vorbehalt, dass diesem Deal erst das Bundeskartellamt zustimmen muss. Das ist nun passiert, wie das Kartellamt mitteilt. Genau genommen wurde dabei dem Er­werb von Ver­mö­gens­ge­gen­stän­den und Toch­ter­ge­sell­sch­af­ten der Schnei­der Ver­sand GmbH – der operativen Kerngesellschaft der gesamten Creatrade-Gruppe – nun die Freigabe erteilt (Aktenzeichen: B2-83/17).

Dirk Hauke Klingel
Dirk Hauke (Bild: Klingel-Gruppe)

Bei dem Deal übernimmt der Klingel-Konzern – konkret die K-Mail Order GmbH & Co. KG – rund 500 Mitarbeiter aus der Gruppe. Der Schneider Versand (B2B-Shop für Werbe-Artikel) bleibt eigenständig am Markt. Als strategischer Investor übernimmt Klingel auch die Konzern-Töchter Conleys (Mode), Impressionen (Lifestyle-Artikel) sowie MiaVilla (Möbel).

„Die Gelegenheit mussten wir beim Schopfe packen“, freut sich Dirk Hauke (siehe Foto links), Vorsitzender der Geschäftsführung der K-Mail Order GmbH & Co. KG in Pforzheim.

Klingel hofft darauf, mit den etablierten Marken der Creatrade-Gruppe das hauseigene Angebot im Versandhandel „im Interesse der Kunden wirtschaftlich sinnvoll weiter auszubauen“. Das sollte in der Praxis klappen. Schließlich ist der Klingel-Konzern ja auch auf den Handel mit Mode spezialisiert. Denn zum Konzern gehören inzwischen fast 20 Spezial-Versender wie Alba Moda und Klingel (jeweils Best Ager als Zielgruppe) oder Happy Size (Mode in großen Größen), mit denen die Gruppe bereits einen Konzern-Umsatz von rund einer Mrd. Euro netto über alle Länder und Marken einspielt.

Kurz vor Ostern wurde am Amtsgericht Pinneberg für die Versendergruppe Creatrade ein Insolvenz-Antrag gestellt (Aktenzeichen: 71 IN 96/17). Einen Insolvenz-Antrag gab es damals parallel auch für die Schneider Versand GmbH, die ebenfalls zur Creatrade-Gruppe gehört (Aktenzeichen: 71 IN 95/17).

Hintergrund war, dass eine Refinanzierung „überraschend nicht finalisiert“ werden konnte. Zu dem Zeitpunkt des Insolvenzantrags am 13. April 2017 arbeiteten rund 750 Beschäftigte in der Gruppe.

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