Finanzen: Otto-Gruppe spürt keine „Alarmstimmung“

Der Hamburger Otto-Konzern wird im laufenden Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 28. Februar) voraussichtlich deutlich weniger Gewinn erzielen können als im Vorjahr. So rechnen die Hanseaten damit, dass sich das Ergebnis vor Steuern (EBT) des Konzerns halbieren wird. Im Vorjahr gab es für den Konzern noch ein EBT von 224 Mio. Euro.

Otto Zentrale in Hamburg

Otto-Zentrale in Hamburg (Bildquelle: Otto Group)

Für den Gewinnrückgang gibt es mehrere Gründe. Demnach hat der Konzern unter anderem mit einer Kaufzurückhaltung in den USA zu kämpfen, wo der Konzern mit dem auf Möbel und Accessoires spezialisierten Multichannel-Händler Crate and Barrel vertreten ist.

Auch in Russland halten sich die Kunden zurück, wie Otto-Sprecher Thomas Voigt auf Nachfrage von neuhandeln.de verdeutlicht. In Frankreich wird zudem das Geschäft der Versendergruppe 3Suisses umstrukturiert. Die Kernmarke 3Suisses wird dabei zum Beispiel als Online-Pureplayer positioniert, indem keine Katalog mehr verschickt werden.

Damit reduziere Otto einerseits planmäßig den Umsatz bei Bestandskunden. Zum anderen koste so ein Umbruch auch immer Geld, wie Otto-Sprecher Voigt betont.

Das Ergebnis werde daher im Wesentlichen belastet durch die geplanten Verluste bei der 3Suisses-Gruppe in Frankreich. Zudem schade dem Konzern der ungünstige Rubelkurs.

Wirklich überraschend sind diese Entwicklungen aber nicht. Denn bereits im vergangenen Geschäftsjahr 2013/2014 litt die Otto-Gruppe unter ähnlichen Problemen. So ging bereits im vergangenen Jahr das Geschäft in Frankreich beispielsweise um 8,3 Prozent zurück, weil die Otto-Gruppe das Geschäft der französischen Versendergruppe umzustrukturieren begann.

Aus diesem Grund widerspricht Voigt auch Berichten, in denen von einer „Alarmstimmung“ in Hamburg die Rede ist. Angespannt sei man im Konzern aber natürlich trotzdem.

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