Dank Verbandsfusion: BEVH sichert sich 160 neue Mitglieder

Der Bundesverband der deutschen Versandbuchhändler (BdV) verschwindet vom Markt. Denn zum neuen Jahr verschmilzt die Nischenorganisation mit dem Bundesverband für E-Commerce und Versandhandel (BEVH), der nach eigenen Angaben bereits die Interessen aller deutschen Versender vertritt. Deshalb ist die bevorstehende Fusion auch sinnvoll, da Versandbuchhändler ja als klassische Versandhändler ohnehin schon zu der Zielgruppe des BEVH in Berlin zählen.

BEVHDer BEVH gewinnt im Januar auf einen Schlag 160 neue Mitglieder (Bild: Screenshot)

Die Altmitglieder aus dem Buchhandelsverband werden nun zwar an den BEVH angedockt, in den kommenden drei Jahren gelten für ihre Mitgliedschaft aber weiter die alten Konditionen.

Nach drei Jahren werden die Beiträge für die neuen Mitglieder dann sukzessive angehoben, was dem einen oder anderen Versender eventuell weniger schmecken dürfte. Denn bei dem Verband der Buchversender geht die Beitragsstaffel aktuell von 250 Euro bis maximal 2.000 Euro im Jahr, während beim BEVH die großen Mitglieder bis zu 65.000 Euro im Jahr bezahlen – denn ab einem Jahresumsatz von 8,5 Mio. Euro wird der Beitrag individuell berechnet (für den Höchstbeitrag muss ein Händler allerdings schon einen Brutto-Umsatz in Deutschland von über einer Mrd. Euro im Jahr erzielen, was neben dem Otto-Versand hier kaum einer schafft).

Nach Fusion: Zusammenschluss mit HDE für Versandverband kein Thema

Möglicherweise kündigt dennoch der eine oder andere Versender aus dem Buchverband in Zukunft seine Mitgliedschaft, wenn ihm die Beiträge zu stark steigen sollten. Zunächst aber wächst der BEVH durch die Fusion, weil zu den bestehenden rund 350 Mitgliedern nun etwa 160 Neuzugänge aus dem Buchverband kommen. Weitere Mitglieder sind für den BEVH sicher von Vorteil – einerseits um künftig weitere Unternehmen zu gewinnen, weil mehr Mitglieder eine höhere Schlagkraft symbolisieren. Andererseits dürfte die Stimme des Verbands auch bei der Politik an Bedeutung gewinnen, wenn die Mitgliederzahlen des BEVH jetzt stark steigen.

Durch die Fusion thront künftig auch über den Unternehmen aus dem alten Buchverband die Spitze des BEVH um Gero Furchheim (Präsident und Vorstand des B2B-Versenders Cairo) und Christoph Wenk-Fischer (Hauptgeschäftsführer). Der Vorstand des Buchverbands wird bei der Fusion aufgelöst, der Vorsitzende Frederik Palm verantwortet dafür künftig die Fachgruppe buch.netz, mit der man sich um die Belange der Buchhändler kümmern will.

So ein Modell käme ja eigentlich auch für den BEVH in Frage. Schließlich würde sich anbieten, dass der BEVH einmal mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) fusioniert. Denn der HDE vertritt allgemein den Handel, zu dem ja auch das Versandgeschäft gehört. Bislang sei ein Zusammenschluss aber kein Thema, wie der BEVH gegenüber neuhandeln.de erklärt – wohl auch weil (stationäre) Einzelhändler und Versender oftmals andere Positionen vertreten.

Dazu dürften einige Einzelhändler gerade das Internet nach wie vor als eine Bedrohung für ihr Geschäft sehen – was zumindest die zahlreichen Local-Commerce-Projekte nahelegen, die derzeit immer mehr Einzelhändler von einem zusätzlichen Online-Handel überzeugen sollen.

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