Spielwaren-Handel: So werden stationäre Geschäfte wieder attraktiver

Während der Online-Handel boomt, haben stationäre Einzelhändler zunehmend zu kämpfen. Das gilt auch immer mehr im Spielwaren-Handel. Dabei haben es lokale Händler selbst in der Hand. Denn ein Blick in stationäre Geschäfte zeigt, wo vor Ort viel Potenzial verschenkt wird – und wie Ladengeschäfte auch künftig attraktiv bleiben. Mögliche Lösungsansätze beschreibt die auf Multichannel-Handel spezialisierte gaxsys GmbH, die neuhandeln.de als Sponsor unterstützt.

Spielwaren Geschäft
Kind im Geschäft (Foto: Victoria Borodinova)

Viele erinnern sich, wie groß die Freude als Kind war, wenn man mit seinen Eltern in die Stadt fuhr – denn der Besuch im Spielwarenladen war Pflicht.

Und viele erfahren jetzt erst, da sie selbst Kinder haben, mit wieviel Stress dies verbunden ist. Mit Kindern Spielzeuge anzuschauen und zu kaufen ist erst recht anstrengend, wenn man den Kopf voll hat mit Dingen, die noch erledigt werden müssen. Kein Wunder geht man lieber allein, bevorzugt online, shoppen. Das könnte die Antwort sein, warum sich stationäre Spielwarenläden in der Krise befinden – doch so einfach ist es nicht.

Denn Spielzeuge sind für eine Zielgruppe gedacht, die sich die Produkte selbst meist gar nicht leisten kann. Zwar sind Spielzeuge für Kinder, werden aber von Erwachsenen bezahlt. Man muss also sowohl die Kinder als auch ihre Begleiter und Gönner entsprechend erreichen und überzeugen. Das bedeutet also: Das Spielwaren-Fachgeschäft muss für beide Gruppen – Eltern und Kinder – einladend sein.

Im Fashionbereich hat diesbezüglich bereits ein Umdenken stattgefunden, indem man beispielsweise in Modehäusern, die nur Fashion für Frauen anbieten, Annehmlichkeiten einrichtet, die vor allem für die jeweiligen (männlichen) Begleiter gedacht sind: Lounge-Sessel mit beiliegenden Zeitschriften inklusive Coffee for free und freiem W-Lan, über das man auch online stöbern kann, was beispielsweise zum Konzern gehörige „Männer-Läden“ anbieten. Beim Spielwarenhandel gibt es so etwas für Eltern nicht.

Keine Entspannungszone, kein Angebot, das für Entlastung sorgt, wenn man mit den Kindern durch die Stadt hetzt. Es kann auch keine Lösung sein, wenn im Laden das Sortiment durch Deco-Artikel oder ähnlichem ergänzt wird. Wenn Eltern aus Zeit- und Stressgründen auf den Spielwarenladen verzichten, dann werden sie ebenso darauf verzichten, nur wegen einer Vase oder Geschenkpapier dort zu kaufen.

Wie Spielwaren-Händler den Wandel positiv gestalten

Dabei befindet sich der Spielwarenhandel an sich doch ohnehin in einem Umbruch. So hat sich doch die klare Zuordnung in den vergangenen Jahren weiter aufgelöst, dass Spielzeuge nur für Kinder sind. Früher war es lediglich die klassische Modelleisenbahn, mit der man sich auch im Erwachsenenalter, oder besser gesagt, vor allem im Erwachsenenalter beschäftigte. Heute dagegen ist die Bandbreite an Spielzeugen, die insbesondere von Erwachsenen gekauft werden, immens groß. Sei es, weil man das ‚Kind im Manne‘ wiederentdeckt oder weil alle erdenklichen branchenfremden Produktionen wie beispielsweise Filme und Serien lizensiert werden, um auch im Spielzeugbereich verwertet zu werden.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Lego; zahlreiche Modelle sind sowohl von der Konzeption als auch vom Preis explizit für eine erwachsene Käufergruppe gedacht. Diese ‚inneren Kinder‘ werden im Laden aber noch zu wenig angesprochen. Zudem werden Spielzeuge auch verstärkt von Discountern verkauft.

Doch die dort angebotenen Spielzeuge bedürfen keinerlei Beratung oder Fachkenntnis, man kauft sie eher nebenbei als Mitbringsel. Stationäre Spielzeughändler sollten auch deshalb ihr Sortiment unter die Lupe nehmen und sich fragen: Bei welchen Artikeln kann der Verkäufer durch seine Expertise das Einkaufserlebnis der Kunden steigern? Denn genau hier greifen dann die Alleinstellungsmerkmale des Fachhändlers – und das sind im Idealfall ein überzeugendes Know-how und die persönliche Beratung.

Das zählt auch in Zukunft, denn Spielzeugwaren sind beliebter als je zuvor. Doch damit sich auch die nächsten Generationen noch an stationären Läden erfreuen, sollten Händler darüber nachdenken:

  • Der Spielwarenladen sollte sowohl für Kinder als auch für Erwachsene einladend sein
  • Das Kind im Erwachsenen sollte auch im Laden stärker angesprochen werden
  • Spielwarenhändler sollten ihrer Rolle als Kurator mehr Gewicht verleihen – durch Persönlichkeit, Authentizität sowie Fachwissen und auch ihr Sortiment dementsprechend aufstellen
  • Spielzeug-Shopping ist und sollte es auch immer bleiben – ein Erlebnis; kein reines Schaufenster und vor allem kein Durchhuschen zwischen den Regalen.
Boris Krstin
Boris Krstin (Bild: gaxsys)

Über den Autor: Boris Krstin ist „Head of Content“ bei der gaxsys GmbH. Durch gaxsys übernehmen stationäre Händler Aufträge, die bei Online-Shops bestellt und bereits bezahlt wurden. Den bei gaxsys registrierten Händlern werden Bestellungen angeboten, die sie bequem aus ihrem Bestand erfüllen können – zusätzliche Abverkäufe mit geringstem Aufwand und garantierter Rentabilität. Rund 200 Marken und Tausende von Bestellungen täglich werden von Herstellern, den Marken selbst oder von Plattformen wie Zalando in den gax-Kanal eingespeist. So bietet gaxsys die ideale Lösung, bei der alle beteiligten Akteure profitieren und ihren Umsatz steigern.

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3 Kommentare zu Spielwaren-Handel: So werden stationäre Geschäfte wieder attraktiver

  1. Ich würde gerne viel mehr Zeit im Laden verbringen, wenn ich ohnehin schon nicht online kaufe, aber was mir absolut unverständlich ist, ist schon alleine die banale Tatsache, das ich in kaum einem Laden eine Gelegenheit finde……………………zu sitzen! Ich möchte mich gerne hinsetzen!
    Wäre schön, wenn mir ein Laden das ermöglicht. Dann würde ich mehr Zeit im Geschäft verbringen und die Wahrscheinlichkeit etwas zu kaufen würde erheblich steigen. Leider scheint kaum ein Laden die Ressourcen dafür über zu haben, mir als Kunden die Möglichkeit zu bieten, mich einfach mal hinsetzen und mich ausruhen zu können, während mein Kind sich mit dem Spielzeug beschäftigt und schaut, was Ihm gefällt.

    • Herzlichen Dank für Ihren Kommentar und die Bestätigung unserer Beobachtungen und Erfahrungswerte. Wie Sie treffend formulierten, eine eigentlich „banale Tatsache“, die viele Kunden bemängeln; im Umkehrschluss aber den Händlern mehr wiederkehrende Kunden bescheren würde. Sorgt für ein entspanntes Einkaufen, insbesondere bei Spielwaren!

  2. Ich kann die Aussagen im Artikel auch nur bestätigen. War gestern hier in Esslingen in mehreren Geschäften auf der Suche nach einem bestimmten Produkt. Dabei ist mir zum ersten Mal wirklich bewusst geworden, dass die Läden letztlich nicht nur alle gleich sind. Es handelt sich auch eigentlich nur um reine Warenlager ohne Einkaufserlebnis. Man geht halt hin, nimmt die Ware aus dem Regal und trägt den Artikel zur Kasse. Der einzige Mehrwert ist dann, dass man das Produkt sofort hat und nicht auf den Postboten warten muss….

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