Social Media, SEO, Steuern: Warum sich Händler immer wieder fortbilden müssen

E-Commerce ist gerade für kleine Unternehmer eine gute Möglichkeit, ins Geschäft einzusteigen. Zumindest auf den ersten Blick. Denn das Online-Geschäft ist mitunter schon sehr wechselhaft. Trends kommen und gehen und was heute neu ist, kann morgen schon wieder veraltet sein. Wer als Unternehmer stets auf dem neuen Stand bleiben möchte, muss sich daher weiterbilden. So ändern sich nicht nur die Internet-Portale, über die man Kunden online erreicht. Auch bei Shop-Portalen und dem Backend tut sich immer wieder etwas. E-Learning macht aber vieles leichter.

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Wer online erfolgreich sein möchte, muss mit der Zeit gehen.

Keine Frage: Suchmaschinen-Werbung ist für viele Shop-Betreiber auch heute noch überlebenswichtig. Schließlich kann man bei Google & Co. nach wie vor geschickt solche Kunden über bezahlte Anzeigen ansprechen, die nach einem bestimmten Produkt suchen. Wer etwa „Badeschuhe“ verkauft, kann diesen Begriff als Keyword buchen. Im Anschluss wird eine Anzeige ausgespielt, wenn Kunden nach diesem Wort suchen. Klickt der Nutzer darauf, so landet er im Shop des Werbetreibenden, der für diesen Klick bezahlt (Pay per Click).

Nach diesem Muster locken immer noch Shop-Betreiber solche Nutzer gut zu sich, die bereits ein Kaufinteresse haben und nach einem Artikel suchen.

Doch Werbung bei Google & Co. ist heute eben nur noch eine Möglichkeit, um Internetnutzer auf sich aufmerksam zu machen. Denn Verbraucher verbringen zunehmend Zeit auf Social-Media-Portalen, wodurch sich wiederum neue Werbemöglichkeiten für Händler ergeben. Das zeigen zwei Beispiele:

  • Facebook: Mittels Facebook lassen sich auch Werbeanzeigen schalten, und zwar so dezidiert, dass sie nur den relevanten Personen angezeigt werden sollen. Im Gegensatz zu Werbung in Suchmaschinen wie Google lässt sich die Zielgruppe detailliert eingrenzen – etwa nach Alter, Geschlecht oder Interessen. Schließlich verfügen Social-Media-Portale ja über solche Angaben von ihren Nutzern. Facebook-Marketing ist zudem gut, um Bedarf bei Kunden zu wecken. Während etwa Nutzer bei Google ja bereits konkret nach etwas suchen, kann man bei Facebook nämlich solche Nutzer geschickt ansprechen, die sich aufgrund ihrer Merkmale voraussichtlich für ein Produkt interessieren werden. In Bezug auf die Kosten berechnet Facebook die Einblendungen oder die Klicks. Die Kunst liegt hierbei darin, mit möglichst wenigen Einblendungen möglichst viele Klicks zu erzeugen, die viele Käufe nach sich ziehen. Je nach Branche sind Klickpreise zwischen fünf Cent und einem Euro realistisch. Bei Google kann man durchaus mehr bezahlen.
  • Instagram: Auch die Facebook-Tochter Instagram bietet sich an, um ein Produkt bekannt zu machen. Oft läuft hier die Produktvermarktung dann über so genannte Influencer ab. Influencer sind Personen in einem Social Network, die sich bereits eine passende Zielgruppe aufgebaut haben und dort entsprechendes Vertrauen genießen. Indem ein Influencer das Produkt auf seinem Kanal vorstellt oder empfiehlt, überträgt die Zielgruppe das Vertrauen in den Influencer häufig auch auf das werbende Unternehmen. Aber Achtung: Das Problem ist der Unterschied zwischen einer (freiwilligen und unbezahlten) Produktempfehlung eines Influencers und einer bezahlten Produktplatzierung, die ohne solche Kennzeichnung eine Schleichwerbung ist.

Allein diese beiden Beispiele verdeutlichen, wieviel sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nur beim Online-Marketing getan hat. Denn über Facebook-Ads und Instagram-Marketing mussten Shopbetreiber im Jahr 2000 noch nicht nachdenken, als sie aber bereits über Suchmaschinen-Werbung neue Kunden erreichen konnten. Facebook wird jetzt zudem noch selbst zur E-Commerce-Plattform und bietet Online-Händlern seit kurzem an, eigene Shops in ihre Fanpages zu integrieren. Auch hier müssen sich Unternehmer also fortbilden, wenn sie Erfolg haben wollen. Wissen aus Büchern ist in diesem Bereich leider schnell veraltet, wenn diese herausgegeben werden. Gerade hier bieten die Möglichkeiten des E-Learnings daher besondere Vorzüge, denn es lässt sich aktuelles Wissen nutzen. Dazu ist E-Learning prinzipiell mit weniger zusätzlichem Aufwand verbunden, weil ja Anfahrten zu Seminaren wegfallen.

Corona-Krise macht E-Learning salonfähig

Schließlich kann man von zu Hause aus am PC an Webinaren teilnehmen oder Online-Kurse aufrufen, was nicht zuletzt durch die Corona-Krise immer salonfähiger wird. Denn über E-Learning können sich Unternehmen und Mitarbeiter weiterbilden, ohne sich der Gefahr einer Corona-Infektion aussetzen zu müssen. Denn es fallen ja nicht nur lästige Fahrtzeiten weg – sondern auch Vor-Ort-Veranstaltungen.

Insofern werden Webinar & Co. immer mehr zu einer echten Alternative bei der Weiterbildung. Und das ist auch gut so. Denn Online-Händler müssen sich ja längst nicht nur mit Marketing und E-Commerce beschäftigen. Auch bei der Buchhaltung tut sich immer wieder etwas. Leider möchte man sagen.

Denn so manche kleinere Shop-Betreiber oder gar Autoren mit ihren eigenen Büchern dürften in den vergangenen Jahren die Festigkeit der Tischplatte mit der Stirn überprüft haben. Das Internet ist für viele Finanzämter weiterhin „Neuland“ und auch das Reverse-Charge-Verfahren hat schon so manche Steuerberater und Steuerbeamten verzweifeln lassen. Im Bezug auf die Steuern und das geltende Recht sollten sich Händler immer weiterbilden und vor allem wissen, welche Regeln für sie gelten. Daher ist es nicht sinnvoll, sich darauf zu verlassen, dass der Steuerberater tatsächlich jedes Detail der eigenen Branche kennt. Aber wie geht die Weiterbildung? Anlaufpunkte sind auch hier Fachseiten im Internet.

SEO: Auch Google mischt die Karten neu

Auch für E-Commerce gibt es etliche Hilfe- und Ratgeber-Portale, die insbesondere oft Anfängerfragen perfekt und mit Beispielen beantworten. Auch das Steuerrecht wird regelmäßig behandelt. Der Vorteil: Seiten verlinken oft zu den entsprechenden Gesetzen im Internet, so dass man diese direkt parat hat.

Steuerrecht und Social-Media-Portale sind das eine. Doch auch bei Google müssen Online-Händler am Ball bleiben. Nicht nur, um bezahlte Suchanzeigen zu optimieren. Sondern auch, um ihren Online-Shop gut sichtbar in den unbezahlten Suchergebnissen zu platzieren. Denn Fakt ist, dass Google immer wieder Updates fährt und somit die Suchergebnisse mächtig durcheinander würfelt. Regeln ändern sich, Anforderungen wandeln sich und was gestern noch der neueste Schrei war, kann nächste Woche vergangenen Zeiten angehören. Auch das Erlernen von Suchmaschinen-Optimierung (SEO) ist also ein ebenfalls nie in sich abgeschlossener Prozess, sondern eine Weiterbildung in sich, da sich die Faktoren stets ändern. Weil Suchmaschinen-Traffic wichtig ist, müssen Händler daher auch hier dazu lernen:

  • News beobachten: Das ist natürlich mit ein wichtiges Element. In den entsprechenden Online-Communities lässt sich schnell sehen, wenn Google mal wieder ein Update fährt oder plant. Zugleich helfen die Kommentare, kleinere Änderungen selbst schnell vornehmen zu können.
  • Seminare und Workshops – auch online, zielen oft nicht allein auf das Näherbringen aktueller Updates ab, sondern sie helfen auch, Zusammenhänge zu erkennen. Wer sich gut und solide fortbildet, der lernt, wie er zu verfahren hat, wenn Punkt X geändert wird.
Webinar Unsplash
Über Webinare lassen sich neue Inhalte zu Hause erlernen.

Rund ums SEO müssen allerdings auch Plattformen abseits der eigentlichen Suchmaschinen beachtet werden. Facebook, YouTube, Instagram, Twitter und Amazon sind ebenfalls Suchmaschinen – praktisch alle Seiten, auf denen ein Nutzer nach etwas suchen kann. SEO muss auch diese Seiten miteinbeziehen, denn das beste Werbevideo auf YouTube bringt nichts, wenn kein potenzieller Kunde es findet. Und da alle Plattformen wieder andere Anforderungen und Regeln haben, genügt es noch weniger, einmal „SEO zu lernen“.

Und das Internet mitsamt seinen Anforderungen verstärkt den Prozess gerade für Shopbetreiber noch um ein Vielfaches.

Nur, wer sich regelmäßig fortbildet und am Zahn der Zeit ist, der kann mit seinem Shop einen echten Erfolg haben. Viele werden nun sagen, dass sie schlichtweg ihre eigenen Wege gehen – und das ist gut. Doch um Regeln zu brechen, ist es notwendig, eben diese Regeln zu kennen. Wer sich fortbildet, über Neuigkeiten informiert und weiß, dass jede Plattform andere Regeln hat, der kann auch seine eigene Werbeform entwickeln und mit ihr erfolgreich sein. Das gilt auch, wenn man nur Google Ads bucht.

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Über Stephan Randler 2627 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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