Personalie: Modomoto holt ehemaligen Returbo-Chef

Der Berliner Mode-Versender Modomoto hat sich mit Philipp Lück verstärkt. Der 30-Jährige ist bei dem Spezialisten für Curated Shopping ab sofort als Chief Operating Officer (COO) dafür zuständig, das operative Geschäft weiter zu entwickeln und bestehende Prozesse bei den Berlinern zu optimieren. Dafür wurde seine Stelle bei Modomoto extra neu geschaffen.

Philipp Lück

Mit Lück (siehe Foto links) konnte Modomoto einen ECommerce-Experten für sich gewinnen, der trotz seines jungen Alters bereits über viel Erfahrung im Online-Handel verfügt. Denn zuletzt war der 30-Jährige als Geschäftsführer für die Berliner Returbo GmbH tätig, die Retouren für andere Online-Händler entgegen nimmt, wieder aufbereitet und danach über Online-Plattformen wie eBay erneut verkauft. Zuvor war Lück bei der Bertelsmann-Tochter Arvato als Director E-Commerce für Full-Service-Projekte verantwortlich.

Der Berliner Mode-Versender Modomoto wiederum ist seit 2011 am Markt aktiv. Kunden können hier online einen Fragebogen ausfüllen und bekommen anschließend verschiedene Outfits nach Hause geschickt, die Stylisten für sie zusammenstellen. Behalten sollen Kunden bei diesem Curated-Shopping-Konzept nur, was ihnen auch gefällt. Die übrige Mode kann man kostenlos retournieren. Zielgruppe sind männliche Shopping-Muffel, die nicht selbst in Web-Shops oder Kaufhäusern ihre Mode suchen wollen (Motto: „Gut gekleidet ohne Shopping“).

Nach eigenen Angaben erzielt das Start-Up aktuell einen Jahresumsatz im zweistelligen Millionenbereich. Doch nachdem Spezialisten wie Modomoto den jungen Markt für Curated Shopping in den vergangenen Jahren noch für sich allein hatten, gibt es nun mit Zalando einen mächtigen Wettbewerber. So berät Zalando unter dem Motto Zalon seine Kunden seit Mai und verschickt auch Outfits, die für jeden Kunden individuell zusammen gestellt werden.

Damit wildert erstmals ein großer Mode-Versender in einem Gebiet, das bis dahin von Start-Ups besetzt war – und die durch die Zalando-Offensive ihr Alleinstellungsmerkmal verlieren. Dazu müssen die Start-Ups ihren Service erst bekannt machen, während Zalando einfach seine Stilberatung den vorhandenen Millionen an Bestandskunden zusätzlich anbieten kann.

Auf Nachfrage von neuhandeln.de hatte Modomoto zum Start der Zalando-Stilberatung zwar argumentiert, dass der Verdrängungswettbewerb im jungen Markt für Curated Shopping nicht zwischen den wenigen Online-Anbietern ausgetragen werde, sondern zulasten des stationären Einzelhandels gehe. Ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Zalando dürfte Modomoto aber nicht schaden, wenn das Start-Up wirklich langfristig im Modehandel mitmischen will.

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Über Stephan Randler 3150 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.