Online-Marktplätze: Deutliches Plus bei Rue Du Commerce

Das französische ECommerce-Unternehmen Rue Du Commerce hat nach einem schwierigen Vorjahr nun augenscheinlich wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden. So wurde im ersten Quartal 2015 insgesamt Ware im Wert von 97,0 Mio. Euro (ohne MwSt.) über die Franzosen verkauft. Damit steht wieder ein Plus von 4,3 Prozent beim Handelsvolumen zu Buche.

Rue Du CommerceRue Du Commerce legt wieder gute Verkaufszahlen vor (Bild: Screenshot)

Vom gesamten Marktplatzvolumen haben die Franzosen nach eigenen Angaben 68,2 Mio. Euro über eigene Verkäufe generiert, was einem Wachstum von sechs Prozent entspricht (Q1/2014: 64,3 Mio. Euro). Das übrige Handelsvolumen in Höhe von 28,8 Mio. Euro wurde über externe Handelspartner erzielt, die über das Online-Portal der Franzosen verkaufen (+0,4 Prozent).

Von den Verkäufen der Partner hat Rue Du Commerce insgesamt 2,7 Mio. Euro erhalten, was einem Plus von 10,6 Prozent zum Vorjahr entspricht (siehe Tabelle unten). Die Einnahmen aus Provisionen dürften nicht zuletzt deshalb stärker zugelegt haben als das Handelsvolumen der Partner, weil Rue Du Commerce im vergangenen Jahr seine Provisionen erhöht hat.

Während daher vor zwei Jahren im Geschäftsjahr 2013 die durchschnittliche Provision noch bei 8,8 Prozent lag, mussten Handelspartner im Jahr 2014 bereits im Schnitt 9,1 Prozent von ihrem Umsatz an Rue Du Commerce abdrücken. Denn die Franzosen hatten nach eigenen Angaben die Provisionen in den Produktkategorien angehoben, wo sie sich als Marktführer sehen.

Rue Du Commerce KennzahlenDie aktuellen Kennzahlen der Franzosen im Überblick (Bild: Screenshot)

In diesem Zusammenhang änderten die Franzosen auch ihre ECommerce-Strategie. So wurde das Angebot des Universalanbieters in einzelnen Rubriken reduziert, um den Fokus wieder auf das (ehemalige) Kernsortiment rund um Heimwerkerbedarf, Unterhaltungselektronik und weiße Ware zu legen. Durch diese Sortimentsstrategie wollen die Franzosen nach eigenen Angaben ihre Kernzielgruppe von Männern mit hohem Einkommen besser erreichen.

Ob das aktuelle Wachstum auf die neue Ausrichtung zurückzuführen ist, verrät man aber nicht. Auch zum Ergebnis des ersten Quartals 2015 machen die Franzosen aktuell keine Angaben.

Im Jahr vergangenen Geschäftsjahr 2014 hatte das Handelsvolumen sich leicht abgeschwächt von zuvor 428,5 Mio. auf 428,3 Mio. Euro. Während Handelspartner aber mehr Ware umsetzen konnten, ging das Geschäft mit eigenen Verkäufen damals spürbar zurückParallel hatte sich der operative Verlust von -12,5 Mio. auf -19,0 Mio. Euro erhöht. Ein Grund war ein Preiskampf bei Elektronik – also genau in einem Sortiment, auf das sich die Franzosen fokussieren.

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Über Stephan Randler 2533 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.