Ikea startet Shop & Go: Richtiger Schritt – auch wenn der Name mehr verspricht

Ikea Deutschland bietet seinen Kunden ab sofort einen zusätzlichen Self-Scan-Service an, wenn sie vor Ort in einem Möbelhaus einkaufen. Hier können Kunden ja schon länger ihre Artikel selbst an einer SB-Kasse verbuchen und bezahlen. Nun kommt eine mobile Anwendung dazu. Mit dieser lassen sich Artikel bereits dann scannen, wenn Nutzer die Ware im Möbelhaus finden und in ihre Einkaufstasche packen.

Ikea Shop & Go
Ikea Shop & Go (Bild: Ikea Deutschland)

Nutzer brauchen dafür nur die App von Ikea, die um das Feature „Shop & Go“ erweitert wurde. Wenn Kunden dann ein Geschäft besuchen, starten sie die Funktion und scannen am Eingang einen QR-Code. Nun kann man Barcodes der Artikel mit dem Smartphone scannen, wenn man diese Waren einpackt.

Der große Mehrwert für Kunden ist dabei: Verbraucher müssen am Ausgang nicht wieder alle Artikel aus ihrer Tasche kramen, nur um sie dann mühselig nacheinander einzeln an der Kasse zu verbuchen. Stattdessen wird für den Einkauf ein QR-Code generiert, den man an der SB-Kasse scannen muss.

Dadurch wird der gesamte Bon geladen und Nutzer können ihren Einkauf direkt bezahlen. Der Self-Checkout geht damit schneller, als wenn Nutzer ihre Artikel an der SB-Kasse erst wieder auspacken müssen. „Mit der Erweiterung der Ikea App um die Funktion „Shop & Go“ stellen wir den Wunsch unserer Kunden nach einem flexibleren Shopping-Erlebnis klar in den Mittelpunkt“, betont Miriam Arndt, Country Customer Manager bei Ikea Deutschland. Ganz ohne Wartezeit funktioniert allerdings das Stöbern, Scannen und Bezahlen nicht – auch wenn das Ikea in seiner Pressemeldung verspricht.

Weniger Wartezeit an der Kasse

Denn Kunden können das Ladengeschäft ja nicht einfach verlassen, nachdem sie Artikel gescannt und ihre Tasche gepackt haben – auch wenn der Name „Shop & Go“ so was suggeriert. Denn nach wie vor müssen Verbraucher ihren Einkauf ja an einer Kasse im Laden bezahlen, wo man prinzipiell weiterhin Schlangestehen kann. Treffender wäre also die Bezeichnung „Shop & Scan“. Ein Schritt in die richtige Richtung ist die neue Bezahlfunktion aber sicher, da der Check-out an der Kasse ja vereinfacht wird.

Ähnlich wie Ikea verfährt bereits die Drogeriemarkt-Kette Rossmann. Hier können Kunden seit diesem Sommer im Laden ebenfalls ihre Käufe mit dem Smartphone verbuchen, wenn sie Ware aus dem Regal nehmen und in ihre Tasche packen. Nutzer müssen aber trotzdem noch zu einer Kasse gehen, um dort ihren Einkauf zu bezahlen. Dabei heißt der Service kurioserweise auch bei Rossmann leider „Scan & Go“ und suggeriert Nutzern, dass man nach dem Scannen der Artikel einfach das Geschäft verlassen kann.

Bei Rewe kann man gehen, ohne an der Kasse zu zahlen

Möglich ist das aber bei einem Rewe-Markt in Köln. Hier können Kunden ebenfalls mit einer App im Markt einchecken, selber scannen müssen Nutzer aber gar nichts mehr. Diese Lösung ist allerdings technisch weitaus komplexer und erfordert mehr, als eine App um eine Scan-Funktion zu erweitern.

Denn der Markt verfügt über Kameras und Sensoren. Diese erfassen nämlich, wenn Kunden einzelne Produkte in ihre Einkaufstasche packen. Wenn Kunden alles beisammen haben, können sie den Laden einfach verlassen. Die Rechnung für den Einkauf folgt anschließend in der Rewe-App, über die dann der fällige Betrag auch abgerechnet wird. Der Service heißt „Pick & Go“ – und hält damit, was er verspricht.

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Das neue Feature „Shop & Go“ wird ab sofort in der Smartphone-App von Ikea angeboten. Anwenden lässt sich die Funktion aktuell in fünf Einrichtungshäusern. Bis zum Sommer 2022 sollen allerdings alle Häuser von Ikea in Deutschland die mobile Self-Scan-Anwendung unterstützen. In Österreich bietet Ikea den Service bereits seit einigen Monaten an – übrigens passend unter der Bezeichnung „Scan & Pay„.

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Über Stephan Randler 2948 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.