„Emmas Enkel“: eFood-Comeback mit neuem Multichannel-Konzept

Drei Jahre nach dem Aus feiert die Startup-Marke „Emmas Enkel“ ihr Comeback im deutschen eFood-Geschäft. Denn unter diesem Marken-Namen betreibt die Einzelhandelskette Real jetzt ein kleines Lebensmittelgeschäft in der Stuttgarter City (Adresse: Rosenbergplatz 1), das mit einem klassischen Real-Markt nur wenig gemein hat – aber nicht nur deshalb unter der reanimierten eFood-Marke läuft.

Emmas Enkel Stuttgart
Store „Emmas Enkel“ in Stuttgart (Bild: Real)

So finden Verbraucher in einem klassischen Real-Markt ein Vollsortiment an Lebensmitteln, Hartwaren und Aktionsangeboten (Motto: „Einmal hin, alles drin“). Beim neuen Enkel-Store in Stuttgart (siehe Foto) dagegen gibt es auf einer überschaubaren Fläche von gerade einmal 45 Quadratmetern lediglich 500 Produkte für den täglichen Bedarf, wobei die frischen Lebensmittel wie Brot, Obst und Gemüse von lokalen Anbietern aus der Region stammen.

Doch nicht nur beim Sortiment gibt es Unterschiede zu einem klassischen Real-Markt. Auch die Öffnungszeiten in Stuttgart fallen etwas anders aus.

Während klassische Real-Märkte am Abend nämlich schließen und erst wieder am nächsten Morgen eröffnen, kann man bei „Emmas Enkeln“ in Stuttgart rund um die Uhr einkaufen. Das liegt auch mit daran, dass dort Verbraucher die Lebensmittel selbst aussuchen, einpacken und bezahlen. Denn eine klassische Kasse gibt es gar nicht. Vielmehr bestellen Kunden ihre Produkte mit einer App auf ihrem Smartphone oder über ein Touchscreen-Terminal im Laden (rechts im Foto zu sehen). Im Anschluss wird mit PayPal oder EC-Karte (nur im Markt) bezahlt und ein QR-Code generiert, den man vor Ort scannen muss. Danach werden die gewünschten Produkte automatisch aus einem angeschlossenen Lager entnommen und landen auf einem Packband, wo Kunden die Artikel dann einpacken können.

Mit diesem Verfahren will Real „den stationären Handel mit dem digitalen Zeitalter verbinden“ und Menschen in der Stadt eine Alternative zu einem klassischen Real-Markt bieten, der sich in der Regel in Randgebieten befindet. Dazu soll der neue Store die „angenehme Atmosphäre eines Tante-Emma-Ladens“ bieten – was ja schon einmal die Idee hinter der eFood-Marke „Emmas Enkel“ gewesen war.

Denn unter dem Motto „Der Lebensmittel Online-Shop aus Ihrer Stadt“ war erstmals im Jahr 2011 ein Start-Up mit dem Namen „Emmas Enkel“ gestartet. Auch hier konnten Kunden in Filialen einkaufen und die Ware dann selbst mitnehmen. Alternativ war aber auch möglich, dass Mitarbeiter die Einkäufe anschließend den Kunden nach Hause geliefert haben. Und wer gar nicht in ein Geschäft gehen wollte, konnte Lebensmittel bequem zu Hause online bestellen und sich die Ware nach Hause liefern lassen.

Im Dezember 2014 war dann die Metro-Gruppe eingestiegen, mit der man ursprünglich die Expansion vorantreiben wollte. Stattdessen wurden aber erst die Filialen geschlossen und dann auch noch der Online-Handel aufgegeben, für den man aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit keine Zukunft mehr gesehen hatte. Geplant war aber bereits damals, unter der Zweitmarke „Emmas Enkel“ ein Kleinflächen-Konzept umzusetzen – was nun in Stuttgart passiert ist. Und wenn Kunden hier das Angebot annehmen, will man „rasch weitere Geschäfte“ eröffnen. Vielleicht also klappt die Expansion ja beim zweiten Mal.

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Über Stephan Randler 2270 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

2 Kommentare zu „Emmas Enkel“: eFood-Comeback mit neuem Multichannel-Konzept

  1. Ich fürchte, das ist keine erfolgreiche Idee. Das, was ich bei Edeka und Co mit regionalen Anbietern fix mir anschauen, einpacken und bezahlen kann, muss ich nun bestellen, einen QR Code scannen, dann vom Packband einpacken und mit EC oder PayPal bezahlen – wo bitte ist der Vorteil???? Für mich klingt das nach zu vielen Marketingkonferenzen und zu wenig gesundem Menschenverstand.

  2. Der Vorteil ist, dass man hier nun auch nach dem normalen Ladenschluss noch spontan um die Ecke einkaufen kann – wenn Zahnpasta, Kaffee oder Brötchen fehlen. Damit wird der Store immerhin eine Alternative zum Einkauf an der Tankstelle.

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