E-Commerce-Kalkulation: Diese Kosten fallen für Shop-Betreiber an

Es klingt so einfach: Website erstellen, die Werbetrommel rühren und Produkte verkaufen. Doch tatsächlich steckt leider viel mehr dahinter, bis ein Online-Shop einmal steht und auch rentabel arbeitet. Einsteiger sollten wissen, welche Kostenpositionen auf sie zukommen. Damit sie nicht auf halber Strecke aufgrund unerwarteter Kosten aufgeben und ihre Geschäftsidee verwerfen.

E-Commerce Kosten
Im Vorfeld gibt es viel zu tun (Bild: pixabay.com)

Um einen Online-Shop zu betreiben, brauchen Betreiber zunächst einmal die Grundausstattung: Ein Arbeitsplatz mit Strom- und Internetanschluss sowie die Hardware. Dazu gehört ein Rechner nebst Equipment. Wer zu Hause startet, spart sich die Miete und meist auch Anschaffungskosten für Büro-Möbel wie Schreibtisch, Schreibtischstuhl und Regale sowie Büromaterial.

Allerdings ist es unabhängig davon eigentlich immer ratsam, günstige Anbieter für Heizung, Strom sowie Telefon und Internet zu wählen. Über einen Online-Preisvergleich lässt sich unkompliziert ein Basistarif der Stromanbieter finden, die am Standort des Büros verfügbar sind.

Das ist deshalb wichtig, weil Strom, Heizung, Telefon und Internet laufende Kosten sind, die Monat für Monat zu Buche schlagen. Und bei wiederkehrenden Kosten lohnt sich jeder Euro, den man spart. Aus diesem Grund sollte man jährlich prüfen, ob ein anderer Anbieter einen besseren Basistarif bereithält.

Mitunter kann es zudem eine gute Lösung sein, keinen Festnetzanschluss zu nutzen, sondern lediglich mobil erreichbar zu sein. Das gilt insbesondere für die Anfangszeit. Wächst der Umsatz und die Zahl der Kunden, kann es aus geschäftspolitischen Gründen empfehlenswert sein, einen Festnetzanschluss zu wählen. Das wirkt in den Augen vieler Kunden schließlich seriöser als eine mobile Telefonnummer.

einmalige Kosten ungefähre Kosten (in Euro)
Evtl. Anschaffung des Equipments wie PC, Drucker, Büromaterial, Büroausstattung 0 bis 5.000
laufende Kosten im Home Office (in einem Monat) ungefähre Kosten (in Euro)
Telefongebühren 10 bis 70
Stromkosten 30 bis 50
Internetgebühren 20 bis 70
Heizkosten 20 bis 70

Das Herzstück bei Geschäftsmodellen im E-Commerce ist letztlich aber die Shop-Software, die zum Einsatz kommt. Doch hier variieren die Anschaffungskosten stark. Es gibt kostenlose Optionen, die oft aber ein gewisses Maß an technischem Verständnis voraussetzen. Je nach Größe des geplanten Shops und nach technischem Kenntnisstand gibt es verschiedene Anbieter, die sich an unterschiedliche Anwender richten. Dazu kann man den eigenen Online-Shop auch völlig individuell anfertigen.

  • Mietshop-Systeme (SaaS- Lösungen): Für Einsteiger sind Mietshop-Systeme ideal, da ein solcher Shop vergleichsweise schnell errichtet ist und der Verkauf rasch startet. Die Kosten pro Monat liegen zwischen 10 und 50 €. Wer sich selbst die Arbeit mit der Shop-Software nicht zutraut, holt sich Unterstützung durch Fachleute. Dafür gibt es Agenturen oder Freelancer. Die Kosten dafür unterscheiden sich erheblich. Ab 1000 Euro monatlich sollten mindestens einkalkuliert werden, wenn externe Unterstützung nötig ist.
  • E-Commerce-Komplettlösungen: Für anspruchsvolle User sind E-Commerce-Komplettlösungen gut geeignet. Enthalten sind alle notwendigen Bereiche wie CRM, ERP und Warenwirtschaft. Die Kosten fangen bei ungefähr 20 € pro Monat an, können aber bis 200 € und mehr betragen.
  • Open-Source Shopsysteme: Open-Source Shopsysteme sind technikaffinen Shop-Betreibern vorbehalten. Sie sind vom Grundsatz her kostenfrei. Hinzu kommen Dual-Lizenz-Modelle. Das bedeutet, dass zusätzlich zur kostenfreien Variante kostenpflichtige Versionen angeboten werden. Die Preise variieren zwischen 0 und 100 € pro Monat.
  • WordPress E-Commerce-Plugins: WordPress ist dauerhaft kostenfrei nutzbar. Es ist möglich, Plugins für den Shop-Bereich mit begrenztem Funktionsumfang gratis zu nutzen. Allerdings sollten Shop-Betreiber darüber nachdenken, welche Optionen sie benötigen, wenn sie ihren Kunden gerecht werden wollen. Die Erweiterungen, beispielsweise zur Warenwirtschaft oder Rechnungsschreibung, kommen von Drittanbietern und kosten zwischen 25 und 250 € je Anwendung. Diese werden regelmäßig aktualisiert und es können deshalb weitere turnusmäßige Kosten hinzukommen. Außerdem sind passende Themes nötig (Design). Zu rechnen ist mit 700 bis 800 € Grundkosten für einen Shop mit allen Plug-Ins, zuzüglich Kosten fürs Design 40 bis 150 € sowie laufende Aktualisierungskosten von 5 bis 20 € monatlich.

Wichtig ist neben der Shop-Software aber auch, wo ein Angebot gehostet wird. Denn die Auswahl des Hostings ist deshalb von großer Bedeutung, weil damit ja die Erreichbarkeit des Shops gewährleistet wird. Geringe Ausfallzeiten bedeuten bessere Erreichbarkeit: Wenn ein Shop nicht online ist, lässt sich nichts verkaufen. Ein guter Webserver für Onlineshops kostet ab 40 € im Monat, kann aber deutlich teurer werden, wenn ein Online-Shop komplex ist, viele Produkte führt und sehr viele Zugriffe hat.

So geht’s: Shop konzipieren & Strukturen entwickeln

Die Usability eines Shops entscheidet darüber, ob ein Kunde ein positives Kauferlebnis hat oder nicht. Der Bestellvorgang muss unkompliziert und problemlos laufen, die gesamte Struktur des Shops muss übersichtlich und selbsterklärend sein. Wer kein fertiges Shop-Konzept nutzt, braucht Unterstützung. Zwischen 750 und 2000 € Kosten sind dafür einzuplanen. Für die Konzeption und Planung des Shops können Shop-Betreiber auch selbst Zeit statt Geld investieren. Dann kostet es keinen einzigen Cent – außer natürlich der eigenen Arbeitszeit und dem eigenen Engagement, das man investieren muss.

Shop Gründung
Vieles kann man selbst tun (Bild: pixabay.com)

Die verwendeten Medien sollten beste Qualität aufweisen, um einen guten Eindruck zu erzeugen. Wer hier am falschen Ende spart, tut sich keinen Gefallen. Kunden suchen nicht immer das günstigste Angebot, sondern wissen auch gute Beratung inzwischen durchaus zu schätzen.

Ein seriös wirkender Online-Shop kann daher auch bessere Umsätze erzielen – wenn man sich von preisaggressiven Konkurrenten abhebt. Nicht umsonst haben viele Händler eine Mehrmarken-Strategie und verkaufen Produkte oftmals noch unter einem zweiten Discount-Shop.

Hier kann man dann preisbewusste Kunden ansprechen, während über die Hauptmarke eine andere Zielgruppe adressiert wird – zum Beispiel mit einem Umfeld, wo statt dem Preis der Shop-Content im Mittelpunkt steht. Aber Achtung: Wenn der Shopbetreiber die Produkte selbst fotografiert, leidet oft die Qualität. Wer professionelle Fotografen einsetzt, sollte fürs Shooting 500 bis 5000 € einplanen, mehr geht natürlich immer. Alternativ stellen Hersteller zu ihren Produkten auch Bildmaterial zur Verfügung. Dies geschieht in der Regel kostenfrei, kann allerdings auch mit Kosten verbunden sein.

Die Texte sind oft das Nadelöhr, was die Geschwindigkeit verzögert, bis der Onlineshop an den Start gehen kann. Es dürfen keine Texte kopiert werden, jeder Shop braucht einzigartige Texte. Kontakt zu professionellen Textern vermittelt der Texterverband. Um dauerhaft in den Suchmaschinen gefunden zu werden, braucht es zudem Online-Marketing-Kampagnen, die ebenfalls in Eigenleistung oder mit professioneller Unterstützung laufen. Die Spanne reicht auch hier von 0 Euro bis einige tausend Euro pro Monat – nach oben gibt es kein zu benennendes Limit. Es gibt zahlreiche Marketing-Tools und Plattformen. Abhängig von der Art des Marketings fallen Kosten ab zehn Euro pro Monat an.

Fazit: Sauber kalkulieren und step-by-step vorgehen

Die genannten Kostenpositionen können abschrecken. Allerdings lässt sich vieles durch Eigenleistung erbringen. Sich selbst zu engagieren bedeutet, zahlreiche Kostenpositionen einzusparen. Außerdem ist es möglich, anfangs viel selbst zu machen und mit wachsenden Umsätzen Aufgaben auszulagern. Mit dieser Strategie können Shopbetreiber langsam wachsen und Schritt für Schritt Profis beauftragen oder spezialisierte Mitarbeiter einstellen. Dann rentieren sich die Ausgaben und können aus den laufenden Einnahmen gespeist werden – auch wenn viele Investitionen zu Beginn abschreckend wirken können.

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Über Stephan Randler 2623 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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