Beate Uhse AG: Erotik-Konzern bereinigt Marken-Portfolio

Gerade erst hat die Beate Uhse AG eine so genannte „Refreshment-Kampagne“ in Deutschland gestartet, um die gleichnamige Kernmarke hierzulande zu verjüngen. Nun unternimmt der Erotik-Konzern die nächsten Schritte, um seine Strategie zu schärfen. Dieses Mal wird aber nicht erneut in Werbung investiert. Vielmehr trennt man sich von Aktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft gehören.

Beate Uhse Logo
CEO Michael Specht (Bild: Beate Uhse AG)

Konkret löst sich der Konzern zum einen von der Marke Christine Le Duc, unter der die Gruppe in Holland an Endkunden verkauft und neben einem Online-Shop auch mehrere Filialen betreibt.

Im Rahmen eines Asset Deals werden neben den Namensrechten auch die Mietverträge, das vorhandene Inventar sowie die aktuellen Warenbestände der Konzern-Tochter „Christine Le Duc“ übertragen. Käufer ist eine Tochter einer irischen Investorengruppe, die zusätzlich die Mitarbeiter mit allen sozialen Verpflichtungen übernimmt.

Über einen Asset Deal trennt sich der Erotik-Konzern zudem von seinem B2B-Geschäft in Almere bei Amsterdam, über das die Gruppe als Logistik-Partner und Einkaufszentrale für die eigenen Marken und externe Kunden tätig ist. Die Trennung erfolgt durch die Übertragung der Namensrechte, von dem Anlagevermögen, der Warenvorräte, der Kundenforderungen und der Lieferanten-Verbindlichkeiten. Auch hier werden die Mitarbeiter mit allen sozialen Verpflichtungen durch den Käufer übernommen, bei dem es sich nach Angaben von Beate Uhse um eine niederländische Unternehmensgruppe handelt.

Vom B2B-Geschäft löst sich der Konzern, um sich auf den Handel mit Endkunden zu konzentrieren. Dazu handelt es sich um einen „verlustbehafteten Geschäftsbereich“: Laut Zahlen aus dem Vorjahr sank der Netto-Umsatz im B2B-Geschäft zum Beispiel im ersten Halbjahr 2016 von 15,9 Mio. auf 13,3 Mio. Euro, weil die externen Kunden zunehmend unter Druck geraten und sich nicht ausreichend auf den Wandel zum E-Commerce eingestellt hatten. Diese Entwicklung führte zu einem erhöhten Margendruck im Großhandel, wodurch sich das EBIT von zuvor +0,2 Mio. auf -1,3 Mio. Euro verschlechtert hatte.

Der Verkaufspreis für beide Deals liegt bei 4,05 Mio. Euro. Die Deals führen im laufenden Geschäftsjahr zu einem nicht liquiditätswirksamen Verlust von fünf Mio. Euro, der auf Wertberichtigungen basiert.

In Deutschland und Österreich firmiert der Konzern unter der Kern-Marke „Beate Uhse“. In Holland, Belgien, Tschechien und UK ist die Gruppe unter der Marke Pabo aktiv und in Frankreich mit Adam & Eve. Unter der Marke „Pabo“ wird ein Flagship-Store in Amsterdam betrieben, während es von „Beate Uhse“ hierzulande mehrere Filialen gibt. In Frankreich gibt es drei Geschäfte von „Adam & Eve“.

Schon gewusst? Jeden Freitag erscheint der kostenlose Newsletter von neuhandeln.de – so erhalten Sie alle Beiträge bequem in Ihr Postfach und verpassen keine Artikel mehr. Über 4.158 Kollegen aus dem Versand- und Multichannel-Handel beziehen bereits den Newsletterhier geht es direkt zum Abo.