Auslandsreport: Amazon lässt jetzt seine Kunden feilschen

Unter dem Motto „Make an Offer“ hat Amazon in den Staaten jetzt ein neues Feature in seinem Online-Shop eingeführt. Die Idee: Händler können bei jedem Artikel nun zusätzlich anbieten, dass Verbraucher ihnen einen alternativen Preisvorschlag unterbreiten können. Dadurch sollen Kunden eventuell günstiger an Produkte kommen und Händler zusätzlichen Umsatz erzielen.

Amazon Make an OfferKunden können Preise für Sammlerstücke vorschlagen (Bild: Screenshot)

Prinzipiell können Kunden einem Händler einen beliebigen Preis vorschlagen, wenn er bei einem Artikel denn Verhandlungsbereitschaft bei seinem Fixpreis signalisiert. Der Händler kann dann per E-Email entscheiden, ob er die Ware zu dem vorgeschlagenen Preis verkauft oder das Angebot ablehnen will. Kommt es zu einer Einigung, so kann der Kunde die Ware zum verhandelten Preis in den Warenkorb legen und wie gewohnt über Amazon kaufen.

Amazon bezeichnet das Feilsch-Feature selbst als „Game-Changer“ für seine Kunden, die nun erstmals günstiger an Ware kommen können als es der Fixpreis im ersten Schritt vermuten lässt. Auch Händler hätten dem ECommerce-Unternehmen signalisiert, dass sie gerne Preise mit potenziellen Kunden verhandeln können würden, um so mehr Umsatz zu erzielen.

Eine große Rolle im gesamten Amazon-Kosmos dürfte Feilschen in Zukunft aber trotzdem nicht spielen. Denn in den USA kommt das Feature zunächst nur bei seltenen Sammlerstücken zum Einsatz („Collectibles“) und nicht bei Massenware. Im kommenden Jahr soll das Feature zwar bei mehr Produkten angeboten werden. Selbst dann dürfte sich Amazon wohl aber auf eine Handvoll Nischen-Sortimente wie Kunstobjekte oder Sammlerstücke konzentrieren.

Denn bei Dutzendware dürfte der Preisdruck auf dem ECommerce-Portal so hoch sein, dass Händler von vornherein einen möglichst günstigen Preis bieten müssen – um überhaupt erst von Kunden wahrgenommen zu werden. Wer hier einen höheren Preis angibt – um nachher nach unten verhandeln zu können – dürfte von vornherein durchs Raster fallen.

Bei Sammlerstücken oder Kunst-Objekten ist Feilschen zudem noch aus einem anderen Grund sinnvoll. Weil es sich bei den angebotenen Produkten schließlich oft um Einzelstücke handelt, können Händler eventuell den Marktwert nicht immer einfach beziffern. Aus den Preisvorschlägen der Interessenten lässt sich dann ableiten, was ein Produkt tatsächlich wert sein kann.

Schon gewusst? Jeden Freitag erscheint der kostenlose Newsletter von neuhandeln.de – so erhalten Sie alle Beiträge bequem in Ihr Postfach und verpassen keine Artikel mehr – hier geht’s zum Abo.

close

Keine News mehr verpassen?

Unser kostenloser Newsletter liefert jeden Freitag alle neuen Beiträge in Ihr E-Mail-Postfach.

Aktuell. Bequem. Zuverlässig.

Über Stephan Randler 3216 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

1 Kommentar

  1. Na toll aber Amazon selbst bietet das natürlich nicht an, erstmal die Händler testen lassen und wenn es läuft wird es Amazon bei einiges Artikeln (auch bei Nicht-Einzelstücken) nachmachen. 😉

Kommentare sind deaktiviert.