5 praktische Tipps, um E-Commerce nachhaltiger zu gestalten

Nachhaltigkeit ist schon lange kein neuer Trend mehr. Im Gegenteil, denn es handelt sich hierbei um ein Thema, das in Zukunft wohl immer wichtiger wird. Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Verbraucher auf nachhaltige Online-Shops achten. Konsumenten setzen vermehrt auf langlebige, faire und nachhaltige Produkte, um die Umwelt zu schützen. Von diesem Trend können Online-Händler profitieren, wenn sie ihr Business nachhaltig machen. Fünf Tipps helfen.

E-Commerce
Der Online-Handel wächst (Foto: pixabay.com © TheDigitalArtist)

Laut einer Online-Definition auf wirtschaftslexikon.gabler.de steht ja der Begriff „E-Commerce“ für die elektronische Geschäftsabwicklung. Damit sind Kauf und Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen gemeint, die über elektronische Vertriebs- und klassische Transportwege zum Kunden gebracht werden. Diese Form des Einkaufens verselbstständigt sich zunehmend.

Bezogen auf eine aktuelle Statistik vom IT-Branchenverband bitkom.org aus Berlin kaufen immer mehr Deutsche im Internet ein. In Zahlen sind das laut dieser Studie bereits rund 56 Millionen Bundesbürger, die Online-Shopping für sich entdeckt haben. Der Online-Handel wächst zudem rasant. Doch das Wachstum hat auch seine Schattenseiten.

Schließlich müssen Server betrieben, Pakete gepackt und Waren transportiert werden. Wer deshalb den E-Commerce möglichst nachhaltig betreiben will, kann bei diesen folgenden fünf Punkten ansetzen:

1. Stromverbrauch senken und zu einem Öko-Anbieter wechseln

Eine wichtige, aber auch energiefressende Position im E-Commerce ist der Stromverbrauch. Dieser betrifft unter anderem die Beleuchtung des Standortes vom Lager bis ins Büro. Darüber hinaus verbrauchen folgende Bereiche viel Strom:

  • Hardware
  • Serveranlagen
  • Geräte

Um den Stromverbrauch dauerhaft zu senken und von guten Angeboten zu profitieren, empfiehlt es sich auf Online-Portalen wie Stromvergleich.de nach passenden Tarifen zu suchen. Shop-Betreiber können auch komplett auf grüne Alternativen umstellen. Denn als Vorteile von Ökostrom gelten:

  • unbedenkliche Erzeugung
  • verringerter Kohlendioxidausstoß
  • kein Verbrauch von begrenzten Ressourcen
  • keine Verschmutzung der Umwelt
  • kommt aus erneuerbaren Energien

2. Abfälle im Unternehmensalltag reduzieren

Seit dem 01. Januar 2019 gibt es in Deutschland ein neues Verpackungsgesetz. Mithilfe dessen sollen die Folgen von Abfällen auf die Umwelt verringert werden. Geschuldet ist das zu großen Verpackungen für wesentlich kleinere Artikel im Inneren. Dadurch steigt nicht nur die Abfallmenge, sondern eben auch die Umweltbelastung. Aus diesem Grund versuchen sich immer mehr E-Commerce-Betreiber an ökologischen und sozialen Richtlinien, um das eigene Unternehmen nachhaltiger zu gestalten.

Einerseits funktioniert das, indem beispielsweise das Versandaufkommen minimiert wird. Damit ist gemeint, dass so viele Produkte wie möglich in einem Paket untergebracht werden. Andererseits bedeutet mehr Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag das Umschwenken auf ökologische Verpackungsmaterialien und klimafreundliche Versandmaßnahmen.

3. Kleine Sparmaßnahmen tragen zum großen Ganzen bei

Grundsätzlich helfen ebenso viele kleine Sparmaßnahmen, um das Unternehmen nachhaltiger zu gestalten. Besonders positiv wirken sich Folgende aus:

  • Geräte nur laufen lassen, wenn sie benötigt werden
  • LCD-, OLED- und AMOLED-Bildschirme machen den PC sparsamer
  • Einzel- statt Gesamtbeleuchtung
  • Steckdosenleisten gegen den gefährlichen Stand-by-Modus
  • Zeitschaltuhren für ein geregeltes Licht- und Energiekonzept

Zudem kommt eine ehrliche, transparente Kommunikation ohne irreführende Versprechungen gut beim Kunden an. Damit ist beispielsweise gemeint, dass nur Umweltmaßnahmen kommuniziert und herausgestellt werden, die auch tatsächlich vom Unternehmen umgesetzt werden und beweisbar sind.

4. In der Logistik für einen grünen Umbruch sorgen

Die Lieferung eines bestellten Artikels bis vor die Haustür ist schon ein sehr bequemes und praktisches Unterfangen, weshalb viele Verbraucher immer öfter online einkaufen. Häufig handelt es sich bei der Logistik allerdings um einen Posten, der alles andere als umweltfreundlich ist. Es ist definitiv eine der schwierigeren Schnittstellen, wenn es um mehr Nachhaltigkeit im E-Commerce geht. Möglich ist das aber auch, beispielsweise durch den Umstieg auf umweltfreundliche Energiequellen und Kraftstoffe.

E-Commerce
Viele Verbraucher sind überzeugte Online-Käufer (Bild: pixabay.com © StockSnap)

Elektrofahrzeuge sind im Gegensatz zu klassischen Lieferwagen eine deutliche Verbesserung in puncto Emissionen. In kleineren Städten und Ortschaften sind eventuell auch E-Scooter oder ähnliche Fahrzeuge eine Option, um kleinere Pakete auszuliefern.

Ein Sammelpunkt für Pakete ist eine gute Möglichkeit, um das individuelle und vielseitige Anfahren mehrere Wohnorte zu umgehen. Die klassischen Packstationen bieten beispielsweise diese Möglichkeit.

Um den Kunden diese Option näherzubringen, sollten die Maßnahmen in Zusammenhang mit einer klimafreundlichen Firmenpolitik erläutert und passende Hinweise im eigenen Online-Shop prominent platziert werden.

5. Abfall bei Retouren verringern

Grundsätzlich ist der Retouren-Service eines Unternehmens sehr wichtig und praktisch für Kunden. Sie profitieren davon, wenn Kleidung etwa nicht passt. Allerdings sind Entsorgung und Verschrottung von Retouren nicht umweltfreundlich. Jede Rücksendung geht mit einem weiteren CO2-Ausstoß einher.

E-Commerce
Jeder Shop kann etwas beitragen (Bild: pixabay.com © geralt)

Das bedeutet, dass jede Retoure die Umwelt zusätzlich belastet. Um Kosten, Aufwand und Abfall zu verringern, können Online-Händler auf hochwertige Bilder, Beschreibungen und genaue Größenangaben setzen.

Dadurch reduzieren sich Fehlkäufe. Auf Dauer bedeutet ein verringertes Retouren-Management aber auch eine Veränderung des Konsumverhaltens der Verbraucher, sodass jeder Einzelne zu einer besseren Umwelt beitragen kann. Denn nicht nur kleine Unternehmen und Online-Shops nehmen den immer wichtiger werdenden „grünen“ E-Commerce wichtig. Auch große Urgesteine wie Ikea setzen bundesweit auf nachhaltigeren Konsum.

Zeiten, in denen nachhaltige Unternehmensführung als uninteressant gegolten hat, sind längst vorüber. Jeder ist mittlerweile quasi gezwungen, die eigene grüne Verantwortung anzuerkennen und zu tragen.

Aus diesem Grund sind auch immer mehr Verbraucher dazu bereit, mehr Geld für eine emissionsarme Lieferkette, grünen Service und nachhaltigen E-Commerce zu bezahlen. Auch deshalb sollte sich jeder Online-Händler ein strategisches Nachhaltigkeitskonzept zurechtlegen, das den eigenen ökologischen Fußabdruck deutlich und effizient reduziert. Das tut der Umwelt gut. Und überzeugt die Kunden.

Über den Autor: Tobias Sanchez (28) befindet sich aktuell in den Endzügen seines Masterstudiums in Wirtschaftsinformatik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. In seiner Freizeit bloggt er auf verschiedenen Marketing- und Reiseportalen.

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Über Stephan Randler 2655 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.