„Zunehmender Wettbewerbsdruck“: Hawesko-Versandumsatz sinkt erneut

Adreko

Im vergangenen Geschäftsjahr 2015 war der Umsatz der Hawesko-Gruppe im Versandhandel um 1,7 Prozent auf 154,6 Mio. Euro gesunken. Überraschend kam das aber nicht, da ein Jahr zuvor das 50-jährige Jubiläum der Versendermarke „Hawesko“ anstand und das Geschäft vor diesem Hintergrund mit Sonderaktionen beworben wurde. Dadurch gab es 2014 ein spürbares Umsatzplus von 5,3 Prozent, so dass die Messlatte für das Geschäftsjahr 2015 von vornherein hoch lag. Nach dem Umsatzrückgang im vergangen Jahr liegt die Vergleichsbasis nun zwar wieder niedriger. Dennoch gab es auch im ersten Quartal 2016 erneut einen Umsatzrückgang – wenn auch diesmal aus anderen Hintergründen.

Hawesko Online-Shop
Bei Hawesko.de geht das Geschäft auch in Q1/2016 weiter zurück (Bild: Screenshot)

Konkret steht für das erste Quartal 2016 in der Konzernsparte „Distanzhandel“ ein Netto-Umsatz von 36,5 Mio. Euro in den Büchern, was rund ein Prozent unter dem Vorjahreswert von 36,9 Mio. Euro ist (Q1/2015). Zur Erinnerung: Bereits im vergangenen Geschäftsjahr war der Umsatz in der Versandsparte im ersten Quartal 2015 nach eigenen Angaben um 3,1 Prozent gesunken, nachdem die Gruppe hier im Jubiläumsjahr 2014 im ersten Quartal noch ein Umsatzplus von 5,6 Prozent verbuchen konnte.

Für den erneut rückläufigen Umsatz im ersten Quartal 2016 beim Versandhandel nennt die Hawesko Gruppe in ihrem frisch veröffentlichten Quartalsbericht als Grund, dass man bei der Kernmarke Hawesko.de sowohl einen „zunehmenden Wettbewerbsdruck durch die zahlreichen neuen Online-Anbieter bei Premiumweinen“ spüre als auch die „Sortimentsausweitung der großen Handelsketten“.

Hawesko-Gruppe: Wettbewerbsdruck durch neue Online-Shops

Demnach sei das Geschäft durch den „stärker gewordenen Wettbewerbsdruck geprägt“, wie die Weinhandelsgruppe weiter argumentiert. „Die Anzahl an neu hinzugekommenen Konkurrenten im Online-Weinhandel und der Angebotsausbau etablierter Händler hauptsächlich aus dem Lebensmitteleinzelhandel führen zu einer höheren Wettbewerbsintensität“, klagt der Konzern.

Insgesamt nahm im Versandhandel zwar die Zahl der durchschnittlich georderten Flaschen ab. Den zunehmenden Wettbewerbsdruck bekomme aber insbesondere die Marke Hawesko.de zu spüren, während andere Versender aus dem Handelskonzern im ersten Quartal 2016 beim Umsatz zulegen konnten. Demnach konnte die auf spanische Weine fokussierte Tochtergesellschaft Wein & Vinos einen Umsatzanstieg von 4,8 Prozent verbuchen, der auf Edel-Weine spezialisierte Versender Carl Tesdorpf erhöhte die Umsätze um 3,2 Prozent. Beide Spezialversender setzen in absoluten Zahlen aber auch weniger um als die breiter aufgestellte Kernmarke „Hawesko“, was Zuwächse leichter ermöglicht.

Zur Erinnerung: Im vergangenen Geschäftsjahr 2015 kam die Kernmarke „Hawesko“ auf einen Netto-Umsatz von 91,5 Mio. Euro, während Wein & Vinos (42,6 Mio. Euro) und Carl Tesdorpf (10,1 Mio. Euro) deutlich darunter lagen. Zur Versandsparte zählt auch die auf den schwedischen Markt ausgerichtete Tochter „Wine Company„, die in Q1/2016 ein Umsatzminus von einem Prozent verbuchen musste.

Anders sieht die Entwicklung beim Ergebnis aus. Hier konnte die Hawesko-Gruppe im Distanzhandel das EBIT von zuvor 2,1 Mio. Euro (Q1/2015) auf nun 3,0 Mio. Euro (Q1/2016) erhöhen. Als Grund nennt der Konzern eine „höhere Kosteneffizienz“ und „profitablere Umsätze“ bei Hawesko.de.

Zur Versandsparte des Hawesko-Konzerns zählen neben der Kernmarke „Hawesko“ und den weiteren Wein-Versendern Carl Tesdorpf, Wein & Vinos und Wine Company noch der Online-Shop Tvino.de und das Internet-Outlet Weinlet, die – wie Hawesko.de – von der Hawesko GmbH betrieben werden.

Der Hawesko-Konzern bedient neben Kunden im Versandhandel auch noch Verbraucher im stationären Einzelhandel (Marke: Jaques‘ Weindepot) und dazu B2B-Kunden über den Großhandel.

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