Zalando investiert: Neuer Shopping-Service, weiteres Versandzentrum

Mit dem hauseigenen Curated-Shopping-Service Zalon trifft der Fashion-Versender Zalando auf reges Kundeninteresse. Aus diesem Grund starten die Berliner nun unter Zalon.be erstmals in Belgien den Service, bei dem sich Kunden individuelle Outfits zusammen stellen lassen können. Damit ist die Stil-Beratung bereits im vierten Land verfügbar, nachdem Zalando seinen Curated-Shopping-Dienst zunächst hierzulande gestartet hat (Frühjahr 2015), danach mit dem Service in die Schweiz und Österreich expandierte (Sommer 2015) und „Zalon“ in die Niederlande exportiert hat (2016).

Zalon Ivo Scherkamp
Ivo Scherkamp (Bild: Zalando)

Welchen Umsatz der Fashion-Versender mit seinem Curated-Shopping-Dienst konkret macht, beziffern die Berliner zwar nicht in konkreten Zahlen. Zalon beliefere aber nach eigenen Angaben aktuell „mehrere Tausend Kunden pro Woche“ in allen vier Ländern, in denen Kunden momentan die Stil-Beratung bereits nutzen können.

„Auch in Belgien sehen wir den Bedarf für Curated Shopping“, erklärt Ivo Scherkamp, Geschäftsführer der Zalando-Tochter (siehe Foto). „Die Expansion ist für uns daher der nächste logische Schritt.“

Bei dem Curated-Shopping-Service füllen Nutzer zunächst online einen Fragenbogen aus, damit Zalando den Mode-Geschmack des Kunden erkennen kann. Im Anschluss kontaktieren Stylisten kostenlos die Kunden, um einzelne Textilien oder ganze Outfits zu empfehlen. Diese sollen Kunden in Ruhe zu Hause anprobieren. Bezahlen muss der Kunde nur, was er aus seinem persönlichen Style-Paket behalten will. Versand und Retouren sind kostenlos – wie es bei Zalando gemeinhin üblich ist.

Vor der aktuellen Expansion spricht viel dafür, dass Zalando den Service langfristig einmal in allen 15 europäischen Märkten anbietet, in denen der Fashion-Versender bereits mit seinem Kerngeschäft aktiv ist. Dass sich Kunden für die Stil-Beratung interessieren, lässt sich jedenfalls gut nachvollziehen. Denn Zalando kann hier solche Kunden ansprechen, die zwar einen konkreten Bedarf haben, noch aber die passenden Produkte suchen. Dazu kommt, dass für Zalando das Risiko überschaubar ist. Denn bei der Beratung baut Zalando auf freiberufliche Berater, die über Provisionen vergütet werden.

Neues Versandzentrum bei Paris geht in Betrieb

Neu bei Zalando sind nun auch die testierten Zahlen für das erste Quartal 2017, die sich – wie erwartet – weitgehend mit den vorab veröffentlichten Werten decken. Konkret konnten die Berliner demnach ihren europaweiten Netto-Umsatz um 23,1 Prozent auf 980,2 Mio. Euro steigern (Q1/16: 796,1 Mio. Euro). Wachsen konnte der Fashion-Versender, weil das Sortiment um zusätzliche Marken erweitert wurde und Zalando bei der Kundschaft immer wieder mit neuen Services punkten kann. So beliefert Zalando immer mehr Kunden bereits am Tag der Bestellung („Same-Day-Delivery“), dazu können Verbraucher zunehmend ihre Retouren umsonst von Zalando bei sich abholen lassen.

Neu ist nun auch, dass Kunden in Frankreich schneller beliefert werden. Möglich macht das ein neues Versandzentrum bei Paris, wo Zalando jetzt ein Teilsortiment für einheimische Kunden bevorratet. Ähnlich verfährt Zalando bereits seit einem guten Jahr mit einem zusätzlichen Lager im italienischen Stradella, um Kunden dort schneller zu beliefern. In Deutschland lagert Zalando aktuell sein ganzes Sortiment in Brieselang (Start: 2011), Erfurt (2012) sowie Mönchengladbach (2013) und Lahr (2016).

Investitionen in Logistik und Service haben zwar dazu geführt, dass die Fulfillment-Kosten angestiegen sind. Den Anstieg konnte Zalando aber durch effizienteres Marketing wieder ausgleichen. Das bereinigte EBIT liegt mit 20,3 Mio. Euro daher auf dem Niveau des Vorjahres, wobei sich die EBIT-Marge aufgrund des höheren Umsatzes von zuvor 2,5 Prozent (Q1/16) auf nun 2,1 Prozent (Q1/17) verschlechtert hat.

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