Windeln.de: Shopping-Club „Nakiki“ verkommt zum 08/15-Angebot

Erst im Sommer hatte die Windeln.de AG angekündigt, ihren Shopping-Club Nakiki zu schließen. Das Geschäft mit zeitlich begrenzt verfügbarer Aktionsware wurde nun wie erwartet zum Endes des dritten Quartals 2016 eingestellt, die Marke „Nakiki“ lebt dennoch weiter. So finden Verbraucher nun auf der Website Nakiki.de ein Sortiment rund um Spielzeug und Kindermode, das im Gegensatz zu den Club-Aktionen von früher dauerhaft verfügbar ist und eine kurze Lieferzeit von ein bis zwei Werktagen hat.

Nakiki.de
Die runderneuerte Nakiki-Website von Windeln.de (Bild: Screenshot)

Zum Vergleich: Beim bisherigen Club-Konzept wurden Produkte immer nur für einen begrenzten Zeitraum angeboten oder solange der Vorrat reicht. Erst wenn ein Verkauf beendet war, konnte aber die Windeln.de AG die benötigte Ware in der entsprechenden Menge beim Lieferanten ordern. Dadurch mussten Kunden in der Regel länger auf ihre Bestellungen warten als beim klassischen Online-Shop, wo die Ware bevorratet wird und sofort aus dem Lager nach einer Bestellung verschickt werden kann.

Ohne seinen Shopping-Club will der Spezialversender nun zum einen seine Prozesse vereinfachen. Zum anderen will Windeln.de mit dem runderneuerten Nakiki-Angebot nun Kunden „mit einer breiten Produktpalette an Verbrauchsgütern zu attraktiven Preisen“ ködern, wie es offiziell heißt. Die dafür passenden Produkte habe man anhand der Bestseller identifiziert, die zuvor im Shopping-Club die Verkaufsschlager waren. Strategisches Ziel sei, mit der neuen Nakiki-Marke eine größere Auswahl anzubieten, um eine breitere Zielgruppe anzusprechen und den Kundenlebenszyklus zu verlängern.

Markenversprechen? Nebulös, wofür Nakiki eigentlich steht

Doch ob das in der Praxis auch gelingt? Zum Start kann das neue Angebot jedenfalls nicht überzeugen. Das beginnt damit, dass sowohl der Online-Shop Nakiki.de als auch der Haupt-Shop Windeln.de über eine zentrale Menüleiste auf derselben Website erreichbar sind. Ein ähnliches Kombi-Shopping-Modell verfolgt zwar bereits die myToys.de-Gruppe erfolgreich, so dass zunächst nichts gegen eine Mehrmarken- und Multshop-Strategie spricht. Bei der Otto-Tochter sind die einzelnen Sub-Shops aber auf ganz spezielle Sortimente zugeschnitten, die sich gegenseitig ergänzen. So gibt es Sub-Shops für Spielwaren (myToys.de), Mode (Ambellis), Schuhe (Mirapodo) und Accessoires (Yomonda).

So klar getrennt sind die beiden Online-Shops Windeln.de und Nakiki bei weitem nicht. Drogerie-Produkte gibt es zwar nur bei Windeln.de. Andere Sortimente wie Spielzeug, Kindermode und Möbel werden dagegen in beiden Shops angeboten. Ein Produkt wie der „BIG Bobby Car Classic“ ist zudem sowohl bei Nakiki erhältlich als auch bei Windeln.de im Sortiment – übrigens zu gleichen Preisen.

Dass Nakiki eine scharfe Positionierung fehlt, zeigt sich auch an einer anderen Stelle. So wird der Shop Windeln.de mit der Unterzeile „Alles für mein Baby“ beworben, was den Markenkern auf den Punkt bringt. Doch bei Nakiki fehlt bislang ein vergleichbares Kundenversprechen (siehe Screenshot). Auch deshalb bleibt nebulös, wofür das runderneuerte Online-Angebot nun eigentlich stehen soll.

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