Windeln.de: „Fokussierung auf Profitabilität an erster Stelle“

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Die international tätige Windeln.de SE kommt im ersten Quartal 2017 auf einen Netto-Umsatz von 51,9 Mio. Euro. Damit konnte der Spezialversender für Baby- und Kinderbedarf sein Umsatzvolumen zwar zunächst um 10,3 Prozent erhöhen (Q1/16: 47,0 Mio. Euro). Im Vorjahr war aber das Wachstum mit einem Plus von 46 Prozent nicht nur stärker ausgefallen. In der DACH-Region sind die Netto-Umsätze jetzt sogar von zuvor 14,3 Mio. auf nun 13,3 Mio. Euro gesunken, was ein Minus von -6,6 Prozent ist.

Konstantin Urban
Konstantin Urban (Bild: Windeln.de SE)

Seit dem vergangenen Jahr hat sich allerdings auch einiges getan. So wurden damals noch Umsätze über den hauseigenen Shopping-Club „Nakiki“ erzielt, der im Herbst 2016 geschlossen wurde. Diese Maßnahme war Teil des Procject Star, mit dem generell das Geschäft umstrukturiert wird.

So wurde zum Beispiel das Angebot im Online-Shop Windeln.de reduziert und weniger für Marketing ausgegeben – was das Umsatzminus in der DACH-Region erklärt. „Die Fokussierung auf Profitabilität steht für uns an erster Stelle“, erklärt Gründer Konstantin Urban (siehe Foto).

Schaden dürfte ein Fokus auf Profitabilität wohl kaum. So hat sich das bereinigte EBIT des Konzerns trotz einem leicht verbesserten Umsatz verschlechtert – von -6,5 Mio. auf -7,2 Mio. Euro. Unter anderem wurde der Kunden-Service nach Ungarn verlagert, um Kosten zu sparen – was zunächst zu Mehrkosten führte, da der Service in Deutschland bis April 2017 parallel betrieben wurde. Dazu hat ein höherer Anteil an niedrig-margigen Verbrauchsgütern zu geringeren Rohertragsmargen geführt.

Hintergrund ist, dass in den kürzlich übernommenen Online-Shops in West- und Osteuropa aktuell noch der Anteil an höhermargigen Gebrauchsgütern geringer ausfällt als im deutschen Online-Shop. Denn zum Konzern gehören neben Windeln.de und den drei Schweizer-Shops Kindertraum, Toys und Windeln.ch die Online-Händler Feedo (Länder: Tschechien, Slowakei und Polen; seit Q3/2015) sowie Bebitus (Spanien, Frankreich, Portugal; seit Q4/2015) als auch Pannolini (Italien; Mai 2015).

Windeln.de Umsatz
In der DACH-Region sind die Umsätze gesunken (Grafiken: Windeln.de SE)

Im Segment „Internationale Shops“ haben sich die Umsätze immerhin um 35,6 Prozent erhöht, wenn auch das Niveau mit 16,6 Mio. Euro noch vergleichsweise gering ausfällt. Mit der Entwicklung der Umsätze zeigt man sich hier „sehr zufrieden“, das Segment „Internationale Shops“ entwickle sich auch ertragsseitig „sehr gut“. Konkret verringerte sich der Verlust von -2,9 auf nun -2,4 Mio. Euro (EBIT).

Nicht zum Segment „Internationale Shops“ gehört der Shop für Kunden in China, wo die Umsätze moderat um 8,6 Prozent auf 23,6 Mio. Euro angezogen haben. Das Geschäft befeuert ein neues Angebot auf dem lokalen Internet-Marktplatz Tmall, das erst im Sommer 2016 gestartet wurde.

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