Westwing: Umsatz geht im dritten Quartal 2015 zurück

Der Münchner Shopping-Club Westwing hat in den ersten neun Monaten 2015 einen Netto-Umsatz von 154,1 Mio. Euro eingefahren. Das steht im neuen Quartalsbericht der Startup-Schmiede Rocket Internet, wo der auf Accessoires und Möbel spezialisierte Shopping-Club zum Portfolio zählt. Zur Vorjahresperiode konnte Westwing damit um 27,2 Prozent zulegen.

Westwing Kennzahlen

Die aktuellen Kennzahlen von Westwing im Überblick (Tabelle: Rocket Internet)

Für das Wachstum werden im aktuellen Quartalsbericht verschiedene Gründe genannt. Zum einen konnte man von dem Geschäft des neuen Ablegers „Westwing Now“ profitieren, der eine immer höhere Zugkraft entwickle. Dieses Zusatzangebot wurde erst zu Jahresbeginn gestartet und bietet Kunden seitdem ein dauerhaftes Sortiment an Möbeln und Accessoires. Auf diese Weise will Westwing das Angebot im etablierten Shopping-Club ergänzen, wo die Produkte traditionell immer nur für kurze Zeit oder mit einem begrenzten Bestand verfügbar sind.

Profitieren konnte Westwing auch von Bestandskunden, die nach wie vor eine hohe Loyalität gegenüber dem Shopping-Club zeigen würden. Untermauert wird diese Aussage damit, dass die Zahl der aktiven Kunden (mindestens eine Bestellung in den zwölf Monaten bis zum 30. September 2015) um 32,8 Prozent gestiegen ist und nun 0,9 Mio. Verbraucher umfasst.

Geschäft in Brasilien: Ungünstige Wechselkurseffekte dämpfen Entwicklung

Doch so schön sich alle Zahlen auch lesen mögen: Wenn man die einzelnen Quartale einmal für sich allein betrachtet, ergibt sich ein etwas anderes Bild. Hier zeigt sich nämlich, dass der Umsatz im dritten Quartal 2015 sogar gesunken ist, während es in den beiden Quartalen zuvor in diesem Jahr noch Zuwächse gegeben hat (siehe Grafik). Denn für das dritte Quartal 2015 verbleibt ein Umsatz von 45,3 Mio. Euro, wenn man von den 154,1 Mio. Euro aus den ersten neun Monaten die 108,8 Mio. Euro abzieht, die bereits im ersten Halbjahr generiert wurden.

Für das Vorjahr ergibt sich mit 47,3 Mio. Euro Netto-Umsatz wiederum ein höherer Wert, wenn man von den 121,1 Mio. Euro aus den ersten neun Monaten 2014 den Umsatz aus den ersten sechs Monaten in Höhe von 73,8 Mio. Euro abzieht. Zu den Hintergründen hat sich Westwing trotz mehrmaliger Nachfrage von neuhandeln.de nicht geäußert. Im Quartalsbericht heißt es, dass man in den ersten neun Monaten unter ungünstigen Wechselkurseffekten gelitten habe.

Zur Erinnerung: Aktuell betreibt Westwing von seinem Online-Shop bereits 14 verschiedene Länderversionen, eine davon für Kunden in Brasilien. Hier zahlen Kunden mit brasilianischen Real, was sich wegen ungünstigen Wechselkurseffekten negativ auf den Umsatz auswirkte.

Westwing Quartalszahlen

Im dritten Quartal 2015 gab es einen Umsatzrückgang (Bild: eigene Grafik)

Gesunken ist allerdings auch die Marge, die in den ersten neun Monaten 2015 von 43,2 auf 41,8 Prozent zurück gegangen ist. Neben höheren Einkaufskonditionen könnten hierfür zum Beispiel günstigere Verkaufspreise der Grund sein, Westwing selbst nennt keine Gründe.

Verschlechtert hat sich zudem das Ergebnis (EBITDA vor anteilsbasierter Vergütung), das sich in den ersten neun Monaten 2015 von -35,2 auf nun -45,8 Mio. Euro erhöht hat. Damit haben sich die Verluste um rund 30 Prozent erhöht und sich damit stärker gestiegen als der Umsatz in der Berichtsperiode (+27,2 Prozent). Auch in Prozent gab es eine Verschlechterung, da sich die EBITDA-Marge von 29,0 Prozent auf 29,7 Prozent verschlechtert hat. Hintergründe nennt Westwing auch hier auf Nachfrage nicht. Man kann den aktuellen Quartalsbericht aber so interpretieren, dass in den ersten neun Monaten 2015 viel in Technik investiert worden ist.

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