Walbusch-Umsatz sinkt das zweite Jahr in Folge

Die Walbusch-Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 nur einen Brutto-Umsatz von 295 Mio. Euro eingefahren. Zum Vorjahr hat sich der Brutto-Umsatz damit um neun Prozent verschlechtert. Hintergrund ist, dass im Kataloggeschäft der Umsatz weiter zurückgeht, ohne dass der Handel im E-Commerce und den Filialen dieses Minus bislang ausgleichen kann.

Walbusch Online-ShopBei der Walbusch-Gruppe sinkt der Umsatz erneut (Bild: Screenshot)

Leser von neuhandeln.de dürfte diese Entwicklung nicht überraschen. Denn bereits in dem vorletzten Geschäftsjahr 2014 war der Brutto-Umsatz der Solinger Versendergruppe um zwei Prozent auf 325,0 Mio. Euro gesunken, obwohl allein im Geschäftsjahr 2014 insgesamt sieben weitere Geschäfte der Kernmarke „Walbusch“ an den Standorten Hagen, Stuttgart, Bremen sowie Braunschweig, Minden, Berlin-Spandau und Koblenz eröffnet wurden und man wegen dieser Filialexpansion eher mit einem Wachstum als mit einem Rückgang gerechnet hätte.

Gegenüber neuhandeln.de argumentierte der Textil-Spezialist bereits damals, dass man die Handelsgruppe von einem ehemaligen Katalogversender zu einem modernen Multichannel-Unternehmen umbaue und sich deshalb Umsätze aus dem Print-Katalog hin zum E-Commerce und den Filialen verlagern. Im vergangenen Jahr wurden deshalb erneut fünf weitere Filialen eröffnet (Mainz, Hanau, Bochum, Kaiserslautern, Mönchengladbach). Ursprünglich wollte man in den beiden Geschäftsjahren 2014 und 2015 zwar jeweils zehn bis zwölf zusätzliche Filialen eröffnen, doch mangels passender Standorte hatte sich die Filialexpansion verlangsamt.

Dieser Trend wird sich wohl im laufenden Geschäftsjahr fortsetzen – wenn auch aus anderen Gründen. So will Walbusch nach eigenen Angaben bei der Filialexpansion künftig vorsichtiger agieren und nur noch dann neue Standorte eröffnen, wenn die Flächen alle Voraussetzungen völlig erfüllen. Diese Defensiv-Taktik hat ihren Grund. Denn in den bestehenden Geschäften sei die Frequenz rückläufig, wie die Walbusch-Gruppe gegenüber neuhandeln.de bestätigt.

Um keinen Umsatz mehr zu verlieren, steht die Walbusch-Strategie zudem auf dem Prüfstand.

Was genau die Versendergruppe künftig ändern will, mag man zwar nicht im Detail verraten. Es soll aber bei den gedruckten Katalogen zu Einschränkungen kommen – sowohl bei der Auflage als auch beim Umfang und den Formaten (bislang erscheint bei der Kernmarke Walbusch der Katalog zum Beispiel noch jeden Monat neu). Hilfe verspricht sich die Walbusch-Gruppe bei ihrem Change-Prozess unter anderem vom ehemaligen Weltbild-Chef Carel Halff, der die Handelsgruppe seit dem vergangenen Herbst als Mitglied der Geschäftsführung verstärkt.

Generell sehen die Solinger aber gerade bei ihrer Kernmarke „Walbusch“ viel Potenzial für die Zukunft. Die Begründung: Walbusch spreche als Textilhändler die Zielgruppe der „Best Ager“ an, die sich durch den demographischen Wandel in Deutschland zunehmend vergrößere.

Zur Walbusch-Gruppe gehören neben dem gleichnamigen Textilhändler auch der auf Männer-Mode spezialisierte Versender Mey+Edlich sowie der Anbieter von Outdoor-Mode Klepper (“Für alle Wetter”) und der auf Gesundheitsprodukte spezialisierte Mode-Versender Avena. Dazu ist die Walbusch-Gruppe im Versandhandel in Deutschland, Österreich und in der Schweiz aktiv.

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