Video-Shopping: Klingel-Beteiligung Miacosa jetzt offline

Erst vor kurzem hat die Klingel-Gruppe ihren Schmuck-Shop Faszinata eingestellt. Nun ist auch der Online-Shop Miacosa offline, an dem sich die Versendergruppe erst in diesem Frühjahr beteiligt hatte. Wer den Shop aufsucht, wird deshalb mit dem folgenden Statement vertröstet:

Miacosa.de offlineBildquelle: Screenshot

“Bedauerlicherweise konnten wir den Shop nach zweieinhalb Jahren spannender Aufbauarbeit nicht weiterführen. Gerne hätten wir euch weiterhin die besten Beauty- und Lifestyle-Empfehlungen eurer Stars präsentiert.”

Das Geschäftsmodell von Miacosa basierte darauf, dass YouTube-Promis in ihren Videos neue Produkte präsentieren und über ihre Social-Media-Kanäle neue Kunden gewinnen:

“Das Unternehmen ist Vorreiter im YouTube- und Video-Commerce in Europa. Sämtliche Produkte auf miacosa.de werden per Video von YouTube Künstlern über deren reichweitenstarke Channels präsentiert. Damit erreicht miacosa den Großteil der relevanten Zielgruppe zwischen 14- und 29 Jahren und übersetzt das Thema Teleshopping in die Online-Welt – angepasst an die Gewohnheiten und Bedürfnisse der jungen Generation.”

Auch wenn die Shop-Verantwortlichen auf Nachfrage von neuhandeln.de keine Hintergründe verraten haben, war das Aus von Miacosa letztlich abzusehen. Denn bereits kurz nach dem Einstieg der Klingel-Gruppe war das Start-Up in Schwierigkeiten geraten. Die Hintergründe hatte Klingel gegenüber neuhandeln.de im Sommer ausführlich dargestellt:

Die Finanzierungsrunde ist ganz regulär durchgeführt worden. Kurz nach der Kapitalerhöhung wurden aber in verschiedenen Medien Vorwürfe lanciert, dass Unternehmen mit einem ähnlichen Geschäftsmodell wie Miacosa Schleichwerbung betrieben.

Auch wenn miacosa explizit zunächst nicht in dieser Berichterstattung vorkam, so hat sie sich doch auf Miacosa ausgewirkt. Partner von Miacosa wurden verunsichert, was zu einem im Vergleich zur ursprünglich geplanten Finanzierzung erhöhten Kapitalbedarf geführt hat.

Dem nicht genug: Schließlich hat uns einer der Geschäftsführer von Miacosa seinen Rücktritt angezeigt und wenig später wurde durch die miacosa-Geschäftsführer ein Insolvenzantrag gestellt.

Insgesamt eine sehr bedauerliche Entwicklung, die wir gerne vermieden hätten, denn wir glauben nach wie vor an den Ansatz, Kundengewinnung in den Kanälen und mit den Formaten zu betreiben, die die Zielgruppe ansprechen.”

Das Aus des Unternehmens lässt in diesem Fall also wenig Rückschlüsse darauf zu, ob das Geschäftsmodell des Video-Shopping-Startups an sich funktioniert hat.

Betrieben wurde Miacosa.de von der Endorsed Goods GmbH, über deren Vermögen am 01. Juli 2014 das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist. Für den Shop war zuletzt die Tre Styles GmbH verantwortlich, die auch Gesellschafterin der Endorsed Goods GmbH ist.

Schon gewusst? Jeden Freitag erscheint der kostenlose Newsletter von neuhandeln.de – so erhalten Sie alle Beiträge bequem in Ihr Postfach und verpassen keine Artikel mehr – hier geht’s zum Abo.

Weiterlesen

Stimmen zum Start: “Allegro.de brauchen deutsche Kunden nicht” "Finde alles, was du suchst": Unter diesem Motto betreibt die polnische Allegro-Gruppe seit wenigen Tagen erstmals eine deutschsprachige Version vom hauseigenen Online-Marktplatz. Dort sollen deutsche...
AO in Deutschland: Größeres Sortiment, mehr Umsatz, höhere Verluste Der britische Online-Pureplayer AO wächst in Deutschland munter weiter. So konnten die Briten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 (Stichtag: 31. März) einen Netto-Umsatz von 55,6 Mio. Euro mit Kun...
Rakuten schließt gleich drei Online-Marktplätze in Europa auf einmal Die japanische Rakuten-Gruppe restrukturiert ihr Marktplatz-Geschäft in Europa. Aus diesem Grund zieht sich der E-Commerce-Konzern aus Spanien und aus Großbritannien zurück, wo die Japaner jeweils ein...
Also doch: Otto-Tochter “Collins” ändert E-Commerce-Strategie Die Otto-Tochter "Collins" ändert ihr Geschäftsmodell - wenn auch vorerst in Nuancen. Denn nachdem bisher externe Entwickler die Nutzer zu Mode-Käufen in dem Mode-Shop Aboutyou.de inspirieren konnten,...
Kunden ärgern sich: IT-Projekt belastet Windeln.de Die Münchner Windeln.de AG muss in diesen Tagen aufgebrachte Kunden beruhigen. So beschweren sich auf der Facebook-Fanpage des Spezialversenders derzeit Verbraucher darüber, dass der Kunden-Service ni...

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen