„Ultraschnelle Lieferung“: Amazon startet „Prime Now“ in Deutschland

Heinrich Dehn

In den vergangenen Wochen wurde immer wieder spekuliert, dass Amazon seinen Express-Lieferdienst „Prime Now“ bald auch in Deutschland anbieten könnte. Nun ist es offiziell und Mitglieder des Amazon-Kundenprogramms „Prime“ können nun auch erstmals hierzulande ihre Pakete bereits schon eine einzige Stunde nach einer Online-Bestellung erhalten, die sie bei Amazon.de tätigen. Angeboten wird der Express-Lieferservice zunächst allerdings nur Prime-Kunden von Amazon, die in Berlin wohnen.

Amazon Prime Now
Amazon beliefert jetzt auch deutsche Kunden in nur einer Stunde (Bild: Amazon)

Um die „ultraschnelle Lieferung“ in Anspruch zu nehmen, müssen Berliner Prime-Kunden so vorgehen: In einem ersten Schritt laden Verbraucher eine kostenlose App auf ihr Smartphone, die von Amazon sowohl für Geräte mit dem Apple-Betriebssystem iOS als auch der Google-Software Android angeboten wird. Nach der Installation melden sich Prime-Kunden mit ihren Nutzerdaten an, anschließend listet Amazon automatisch alle Artikel, die über den brandneuen Blitz-Lieferservice erhältlich sind.

Die „ultraschnelle Lieferung“ ist für Amazon-Kunden allerdings an einige Bedingungen gekoppelt. So beträgt der Mindestbestellwert zum einen 20 Euro, zum anderen wird ein Porto von 6,99 Euro fällig, wenn Kunden die Lieferung innerhalb einer Stunde nach der Bestellung haben möchten. Alternativ können Nutzer auch ein beliebiges 2-Stunden-Zeitfenster am selben Tag für die Zustellung auswählen. In diesem Fall ist die Lieferung gratis und die Portogebühr von 6,99 Euro bei „Prime Now“ entfällt.

Amazon will das Online-Shopping „noch komfortabler“ machen

Über die Smartphone-App können Kunden die Lieferung in Echtzeit verfolgen, angeboten wird die Blitz-Lieferung von Montag bis Samstag. Zugestellt wird die Ware sowohl mit Liefervans als auch mit elektrischen Fahrrädern (siehe Foto). Mit welchem Kurier der Versandriese dabei kooperiert, hat Amazon.de zunächst nicht verraten. Fest steht aber, dass Amazon hier auf externe Partner setzt.

Auf Nachfrage von neuhandeln.de heißt es, dass zu den Partnern große und kleinere Unternehmen sowie nationale Transport-Unternehmen zählen. In Berlin arbeite man mit Interkep und Go!.

Mit der „ultraschnellen Lieferung“ will Amazon den Online-Einkauf für seine Kunden „noch komfortabler gestalten“, wie Deutschland-Chef Ralf Kleber zum Deutschland-Start von „Prime Now“ argumentiert. Aus diesem Grund können deutsche Verbraucher seit dem vergangenen Herbst bereits in 14 deutschen Metropolregionen einen Same-Day-Service buchen, bei dem sie ihre Online-Bestellung noch am selben Abend zwischen 18 und 21 Uhr erhalten. Zwar gilt hier für Prime-Mitglieder ein Gebührenmodell von fünf Euro Porto pro Express-Artikel. Ab einem Mindestbestellwert von 20 Euro liefert Amazon seit Herbst 2015 aber seine Eilzustellungen bereits am selben Abend kostenlos an seine Prime-Mitglieder.

Im Gegensatz zu „Prime Now“ wirkt dieser Same-Day-Service aber schon ein wenig altbacken. Kein Wunder also, dass hierzulande die „ultraschnelle Lieferung“ auf weitere Gebiete ausgeweitet werden soll. Details zu den kommenden Plänen bei „Prime Now“ verrät Amazon aktuell allerdings nicht.

Mit seinem Mitgliederprogramm „Prime“ bietet Amazon seinen Kunden zahlreiche Service-Vorteile. So erhalten Prime-Mitglieder bestimmte Artikel versandkostenfrei zugeschickt. Dazu können Prime-Mitglieder nach Belieben auch digitalen Content wie eBooks, Musik und Kinofilme konsumieren, den Amazon wahlweise zum Download oder als Stream anbietet. Wieviele Kunden in Deutschland momentan das Prime-Programm nutzen, verrät Amazon aber nicht.

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2 Kommentare zu „Ultraschnelle Lieferung“: Amazon startet „Prime Now“ in Deutschland

  1. Kleine Anmerkung von mir zu den ganzen Zeitfenster-Zustellungen:

    Ist ja prinzipiell ne sehr schöne Sache, die wie als Evening-Expresss in Leipzig auch gern mal nutzen.

    Dummerweise ist es bis jetzt jedesmal vorgekommen, dass der Fahrer (hier meist vom Stadtboten) zu FRÜH da war, was nur zufällig dazu geführt hat, dass die Sendung doch korrekt zugestellt werden könnte.

    Wenn ich mir für 18-20 Uhr was nach Hause bestell, weil ich bis 17:30 im Büro bin oder vorher das Kind aussem Kiga abholen muss, ist es zwar lieb gemeint, bringt mir aber nix wenn das Paket dann schon um 17 Uhr oder 17:30 da ist…

  2. Deckt sich – leider – mit meinen Erfahrungen bei den deutschen Online-Supermärkten, wo es bei verschiedenen Anbietern bei mir ähnlich abgelaufen ist.

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