„Übergangsjahr“: Warum Spreadshirt auf der Stelle tritt

Der Mass-Customization-Dienstleister Spreadshirt hat im vergangenen Geschäftsjahr 2014 einen Netto-Umsatz von weltweit 71,95 Mio. Euro verbuchen können. Zum Vorjahr gab es damit aber im Prinzip kein Wachstum, da 2013 bereits ein Netto-Umsatz von 71,86 Mio. Euro erzielt worden war – und das verwundert dann doch ein wenig. Denn im vergangenen Jahr hatte Spreadshirt einiges getan, was eigentlich ein deutliches Wachstum erwarten ließ.

Spreadshirt
Bei Spreadshirt kann man T-Shirts individuell bedrucken (Bild: Screenshot)

So wurde im vergangenen Jahr beispielsweise erneut im Fernsehen geworben, nachdem der Mass-Customization-Dienstleister nicht zuletzt dank TV-Spots im Jahr zuvor seinen Netto-Umsatz noch zweistellig um 10,4 Prozent auf insgesamt 72 Mio. Euro steigern konnte.

TV-Werbung war im vergangenen Jahr aber nur ein Hebel. So hatte Spreadshirt im Jahr 2014 auch den brasilianischen Mass-Customization-Dienstleister Vitrinepix übernommen und drei Länder-Versionen des Shops für Kunden in Australien, Kanada und der Schweiz gestartet.

Im vergangenen Jahr wurde zudem mit der Marke Teamshirts.de ein weiterer Online-Shop ins Leben gerufen, der sich speziell an Vereine oder Firmen richtet, die etwa ein individuell gestaltetes T-Shirt für eine ganze Gruppe bestellen wollen. 2014 hatte zudem der B2B-Shop Yink erstmals ein volles Geschäftsjahr zum Umsatz beigetragen, der im Dezember 2013 an den Start ging und sich an Geschäftskunden richtet, die Werbeartikel bestellen wollen.

2014: „Übergangsjahr mit Fokus auf Plattform- und Strukturentwicklung“

Auf Nachfrage von neuhandeln.de argumentiert Spreadshirt, dass 2014 von vornherein als ein Übergangsjahr mit Priorisierung auf die Plattform- und Strukturentwicklung ausgegeben war und man daher mit keinem großen Wachstum rechnete. So hatte das Unternehmen zum Beispiel auch seinen Online-Marktplatz für mobile Endgeräte optimiert, auf dem Kunden unter anderem T-Shirts mit vorgegebenen Motiven anderer Designer bestellen können. Bereits im Jahr zuvor wurde der Konfigurator für mobile Endgeräte optimiert, mit dem man inviduelle Produkte mit eigenen Designs gestalten und im Anschluss bei Spreadshirt ordern kann.

Die mobil-optimierten Seiten waren nach eigenen Angaben ein wesentlicher Grund dafür, dass Spreadshirt mit einem Wachstum von 18 Prozent auf einen Netto-Umsatz von 11,8 Mio. Euro allein im vergangenen Dezember das bislang beste Weihnachtsgeschäft verbuchen konnte.

Die Übernahme von Vitrinepix wiederum habe zunächst Ressourcen und auch Investitionen erfordert, so dass sich ein Plus im Umsatz erst auf längere Sicht bemerkbar machen werde.

Prinzipiell sei auch die TV-Kampagne 2014 erfolgreich gewesen (siehe Video), da Spreadshirt im Vergeich zum Vorjahr seine Markenwahrnehmung steigern konnte. Dennoch hätten Analysen gezeigt, dass es Spreadshirt noch an Einzigartigkeit und Abgrenzung im Wettbewerb fehle.

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In diesem Jahr wird es daher zwar auch eine TV-Kampagne geben. Diese wird aber erstmals von der Agentur Jung von Matt/Spree betreut, um die Marke künftig weiter zu schärfen.

Spreadshirt erzielt Handelsumsätze, wenn Kunden über die Plattform selbst gestaltete T-Shirts bestellen oder Produkte mit vorgefertigten Designs kaufen. Wenn Kunden das Motiv eines anderen Designers verwenden, erhalten die Ideengeber eine Verkaufsprovision. Insgesamt wurden 2014 neun Mio. Euro Provision an die rund 70.000 aktiven Verkäufer ausgeschüttet. Zum Gewinn sagt man zwar nichts, im Jahr zuvor war Spreadshirt allerdings profitabel.

Mit rund 35 Mio. Euro wurde der Löwenanteil des Umsatzes im vergangenen Jahr in der DACH-Region sowie Frankreich und Großbritannien erzielt. Der größte Einzelmarkt für Spreadshirt sind aber die USA, dann folgt schon Deutschland als der traditionell zweitgrößte Markt.

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