Trotz Schließung: Zweitausendeins will offline expandieren

Der Medien-Spezialist Zweitausendeins strukturiert weiter sein Filialnetz um. Aus diesem Grund wurde nun auch die Filiale in der Berliner Kantstraße 41 geschlossen. Damit betreibt der Multichannel-Händler nur noch vier Geschäfte selbst – in Düsseldorf, Hannover und Mannheim sowie in der Friedrichstraße in Berlin. Das Filialnetz ist deshalb deutlich geschrumpft: Vor zwei Jahren hatte der Medienhändler noch 14 eigene Filialen in der Bundesrepublik geführt.

Zweitausendeins

Bei Zweitausendeins wächst das Online-Geschäft (Bild: Screenshot)

Trotz zahlreicher Schließungen in den vergangenen Jahren zieht sich Zweitausendeins aber nicht aus dem stationären Einzelhandel zurück, wie der Multichannel-Händler gegenüber neuhandeln.de erklärt. So starte der Medienhändler immer wieder Kooperationen mit lokalen Partnern in Städten, in denen Zweitausendeins zuvor mit eigenen Geschäften vertreten war.

In der Tat wurden im vergangenen Jahr zwei neue Shop-in-Shop-Kooperationen in Dortmund und Hamburg gestartet. Im Ruhrgebiet verkauft Zweitausendeins seitdem bei Litfass Bücher und Medien, in der Hansestadt dagegen bei Comicstotal und Pappnase & Co. Seit rund einem Jahr ist Zweitausendeins zudem in Freiburg in der Buchhandlung Walthari vertreten. Sowohl in Freiburg als auch Hamburg hatte der Medienhändler zuvor eigene Geschäfte betrieben.

Shop-in-Shop-Kooperationen:  Konzept kommt in der Praxis sehr gut an

Mit den Shop-in-Shop-Kooperationen will Zweitausendeins weiter seine Stammkundschaft vor Ort bedienen, ohne selbst die Kosten für Miete und Personal tragen zu müssen. Die lokalen Partner wiederum sollen ihr Angebot durch das das exklusive Sortiment von Zweitausendeins (Restposten, eigene Auflagen) aufwerten. Wenn Artikel von Zweitausendeins verkauft werden, erhalten Partner eine Provision. Bislang funktioniere das Konzept in der Praxis sehr gut.

Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass Zweitausendeins auch in diesem Jahr weitere Shop-in-Shop-Kooperationen starten will. Eine genaue Zahl mag Zweitausendeins zwar nicht nennen, mehr als eine Handvoll neuer Partnerschaften sollen es aber schon werden. So sei derzeit ein ganzes Team ausschließlich damit beschäftigt, neue Partner zu gewinnen.

Für die verbliebenen vier eigenen Ladengeschäfte sucht Zweitausendeins auch nach wie vor Franchise-Nehmer, die selbstständig die Filialen betreiben. Bislang hat das aber nur bei dem Geschäft in Frankfurt geklappt, das seit Sommer 2013 ein ehemaliger Mitarbeiter führt.

Zweitausendeins hatte im Frühjahr 2012 angekündigt, seine damals 14 deutschen Geschäfte an Franchise-Nehmer auslagern zu wollen, um dadurch das Filialnetz effizienter zu gestalten.

Laut dem zuletzt veröffentlichten Geschäftsbericht hat der Händler über alle Vertriebskanäle im Jahr 2012 einen Netto-Umsatz von 16,2 Mio. Euro erzielt, dabei aber einen Jahresfehlbetrag von -3,0 Mio. Euro eingefahren. Wichtigster Vertriebsweg war der Sortimentsbuchhandel, der Online-Vertrieb konnte dem Bericht nach aber den höchsten Umsatzzuwachs verzeichnen.

Mit weniger eigenen Filialen kann Zweitausendeins also im Idealfall die Kosten reduzieren und trotzdem vor Ort vergleichbare Umsätze über die Shop-in-Shop-Kooperationen erzielen. Auch das spricht letztlich dafür, in weitere Partnerschaften mit lokalen Händlern zu investieren.

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