Trotz Offline-Modus: Online-Shop Redcoon.de soll bestehen bleiben

„Wir bauen für Sie um“: Mit diesen Worten begrüßt die Media-Markt-Saturn-Gruppe jetzt Verbraucher, die den Online-Shop Redcoon.de besuchen. Doch einkaufen kann man dort zur Zeit nicht, da lediglich eine statische Startseite zu sehen ist (siehe Screenshot). Für seine Kunden soll der Elektronik-Shop aber „so schnell wie möglich“ wieder da sein, dann „mit den schärfsten Angeboten“ im Online-Shop.

Redcoon.de
Im Online-Shop Redcoon.de kann man aktuell nichts kaufen (Bild: Screenshot)

Auf Nachfrage von neuhandeln.de argumentiert die Media-Markt-Saturn-Gruppe, dass der Online-Shop Redcoon.de ab Mai vollständig mit der Infrastruktur und Systemlandschaft von Media-Markt-Saturn verzahnt werde. Hintergrund ist, dass die Gruppe die operative Führung ihres Online-Pureplayers an die jeweiligen Landesgesellschaften abgegeben hat. So will man das Portfolio von Redcoon an lokale Gegebenheiten anpassen und von Synergien bei Einkauf, Logistik und Vertrieb profitieren.

Auch bei der Shop-Pflege soll künftig alles einfacher werden. So muss man künftig zum Beispiel ein Produkt mit Beschreibung nur noch einmal in der Datenbank anlegen, um es in den deutschen Online-Shops von Media-Markt, Saturn und Redcoon anzubieten. Bislang musste man die Produkte für Redcoon.de separat anlegen. „Kern-Prozesse für identische Produkte müssen nicht mehr doppelt erfolgen“, begründet die Gruppe die Umstellungen im Rahmen eines so genannten „Major Release“.

Weniger Arbeit bei Redcoon bedeutet aber auch, dass dort weniger Personal benötigt wird. Nach Medienberichten der lokalen Fachpresse sollen daher 70 von insgesamt rund 150 Beschäftigten bei Redcoon am Standort Aschaffenburg gehen, wo Marketing und Vertrieb angesiedelt sind. Gegenüber neuhandeln.de kommentiert der Konzern diese Zahl allerdings nicht. Es soll aber keine Entlassungen am Standort Erfurt geben, wo Kundenservice und Logistik von Redcoon abgewickelt werden. Das erklärt sich aber wohl mit dadurch, dass in Erfurt auch Ware von Media Markt und Saturn verschickt wird.

Multichannel-Angebote das „ideale Modell“ für die Gruppe

Die MediaMarktSaturn-Gruppe betont zudem, dass der Online-Shop und die Marke Redcoon.de in Deutschland erhalten bleiben. Künftig wolle man vielmehr mit einem neuen Shopsystem arbeiten, das Kunden eine bessere Bedienbarkeit auf mobilen Endgeräten biete. Durch die technische Anbindung an die Online-Plattform von Media-Markt-Saturn soll zudem das Produktsortiment deutlich wachsen.

Im Konzern dürfte Redcoon auf lange Sicht dennoch nur noch eine Nebenrolle spielen. Denn erst im Herbst 2016 hatte die Gruppe fünf der acht Länder-Shops von Redcoon auf einmal beerdigt.

So hatte sich beim Elektronik-Geschäft heraus kristallisiert, dass die Multichannel-Angebote der Vertriebslinien Media Markt und Saturn „das ideale Modell“ für den Handelskonzern sind – und eben kein reines Online-only-Konzept, wie es Redcoon verfolgt. Das war aber längst nicht klar, als Redcoon im März 2011 übernommen wurde. Schließlich gab es damals noch keine Multichannel-Angebote, da die Shops Saturn.de (Oktober 2011) und MediaMarkt.de (Januar 2012) erst später starteten.

Dass die Redcoon GmbH dennoch am Leben bleibt, dürfte einen einfachen Grund haben. So kann die Gruppe mit Redcoon weiter solche Kunden ansprechen, die nur online kaufen und nicht bei Media Markt oder Saturn bestellen möchten. Deshalb werden wohl auch weiter die Redcoon-Shops in Polen und Italien betrieben, die nach wie vor online sind und bei denen es keine neue Software gibt.

Dass der deutsche Online-Shop wegen der Umstellung aber gleich mehrere Tage offline ist, wirkt dennoch dilettantisch. Vielleicht kann sich die Gruppe den Offline-Modus aber auch leisten. Denn im vergangenen Geschäftsjahr 2015/2016 (Stichtag: 30. September) waren zwar die Online-Umsätze von Media Markt und Saturn erneut gestiegen. Das Online-Geschäft von Redcoon hatte sich dagegen im Geschäftsjahr 2015/2016 rückläufig entwickelt – unter anderem weil der Online-Pureplayer seit kurzem keine Ware auf dem Graumarkt mehr beschafft und so an Preisattraktivität verloren hat.

w&co

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