Teleshopping-Coup: Harald Glööckler geht zu Channel21

Der Teleshopping-Sender Channel21 kann sich über einen prominenten Neuzugang freuen. So kooperiert Harald Glööckler künftig mit dem Verkaufssender, für den er ab April 2016 vor der TV-Kamera stehen wird. Verkaufen will er zum Start eine neue Mode-Kollektion, die extra für die TV-Kooperation entwickelt wurde. Später sollen dann auch Parfum und Schmuck folgen.

Harald Glööckler

Mit der Glööckler-Kooperation ist dem Teleshopping-Sender jetzt ein richtiger Coup gelungen. Nicht nur, dass der Mode-Designer (siehe Foto links) künftig bei Channel21 verkauft und nicht etwa bei den direkten Konkurrenten HSE24 oder QVC, wo er früher bereits im Verkaufsfernsehen zu sehen war. Es ist auch eine Überraschung, dass der Mode-Designer überhaupt wieder ins Verkaufsfernsehen zurück kehrt. Denn eigentlich hatte er sein Engagement im deutschen Teleshopping zum 31. Dezember 2015 beendet.

Damals argumentierte er, dass er nach elf Jahren im Verkaufsfernsehen einmal “neue Wege gehen” möchte. Jetzt dagegen kehrt er nach einer Auszeit von einigen Monaten wieder ins Teleshopping zurück, um so nach eigenen Angaben die Wünsche seiner Fans zu erfüllen.

Denn seine Mode hatte es nach dem Teleshopping-Abschied zwar bei Lizenzpartnern wie Adler gegeben. Dazu verkauft er auch über einen eigenen Online-Shop und zwei Geschäfte in Keltern (Baden, Outlet) und in Berlin. Seine Kunden seien dennoch “entsetzt” gewesen, als er sich aus dem TV-Geschäft zurückgezogen hat. Denn viele Kunden würden nach wie vor gerne im Teleshopping kaufen und die Produkte daher auch dort sehen wollen. “Nur dumme Menschen ändern ihre Meinung nicht“, begründet er sein Comeback daher gegenüber neuhandeln.de.

Glööckler-Comeback: “Nur dumme Menschen ändern ihre Meinung nicht”

Bei Channel21 will er es dennoch etwas ruhiger angehen lassen. Denn mit seinem Abschied aus dem TV-Geschäft wollte Glööckler nicht zuletzt die Belastung reduzieren. So seien die insgesamt elf Jahre bei HSE24 (ab dem Jahr 2004) und QVC (seit 2011) sehr zeitintensiv und teilweise durch die Nachtsendungen auch sehr anstrengend gewesen, wie er jetzt gegenüber neuhandeln.de argumentiert. Und in diesem Ausmaß habe er schlichtweg nicht mehr weiter machen wollen.

Bei Channel21 wird Glööckler daher auch nicht mehr wie früher jede Stunde auf Sendung sein, sondern sporadisch. Der Plan sieht daher vor, dass seine Marke “Pompöös” bis zu 16 Stunden im Monat bei Channel21 vertrieben wird, er selbst aber nicht jede Live-Sendung begleitet.

Dass er nun ausgerechnet bei Channel21 verkauft und nicht bei seinen früheren Partnern, habe ebenfalls handfeste Gründe. “Der Sender befinde sich in privater Hand“, argumentiert Glööckler. “Das bedeutet: Kurze Wege, schnelle Entscheidungen, Umsetzungsgeschwindigkeit und flache Strukturen.” Ob er seine Produkte bei Channel21 im Rahmen des neuen Programms “Media4Revenue” verkaufen wird, verrät er zwar nicht. Es ist aber wohl wahrscheinlich.

Channel21 Kennzahlen Channel21 hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt (Bild: eigene Grafik)

Zur Erinnerung: Seit Herbst 2012 können erstmals externe Handelspartner ihre Produkte über Channel 21 vermarkten. Bei diesem Business-Modell werden zwar die Produkte im Namen und auf Rechnung des Verkaufssenders verschickt. Meist beliefern Handelspartner die Kunden von Channel21 dann aber mittels Dropshipping direkt aus ihrem eigenen Versandlager. Auf diese Weise spart sich Channel21 die Kosten für den Einkauf und minimiert auch sein wirtschaftliches Risiko, weil man selbst keine Ware bevorraten muss, die man ja eventuell nicht los bekommt.

Bei dem neuen Business-Modell produziert Channel21 die Sendungen, stellt Moderatoren für das Verkaufsfernsehen und schult zusätzlich Produktexperten von den Handelspartnern für TV-Auftritte, falls diese ebenfalls in den Sendungen auftreten wollen. Zusätzlich zur TV-Produktion kümmert sich Channel21 auch noch um den Kundenservice und vertreibt Produkte der Partner über den Online-Shop des Verkaufssenders. Von Umsatz einer Partnerschaft werden dann die Kosten von Channel21 und die Ausgaben des Partners (z.B. der Wareneinsatz) abgezogen, der Gewinn danach zur Hälfte geteilt. Diese Vorgehensweise heißt “Media4Revenue”-Modell.


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Websale

Und das kommt immer besser an. Denn auch in dem vorletzten Geschäftsjahr 2014 konnte der Teleshopping-Sender seinen Umsatz steigern und um 6,8 Prozent auf einen Umsatz von 40,0 Mio. Euro wachsen (siehe Grafik). Dabei habe sich das neue Geschäftsmodell als “wegweisend” herausgestellt. So konnte man neue Partner gewinnen, wovon gerade die Kunden profitieren.

Denn diese bekommen in den TV-Sendungen immer wieder neue Produkte zu sehen. Bis zum Herbst 2012 dagegen machten Channel21 noch hohe Lagerbestände zu schaffen, weil man die selbst eingekauften Produkte nicht los wurde. So musste man im TV immer wieder dieselben Produkte zeigen, um diese doch noch loszuschlagen – was für Kunden nicht sehr attraktiv war.

Mit dem neuen Partner-Modell kann Channel21 solche Überrotationen vermeiden. Dazu darf sich Geschäftsführer Klaus Skripalle mit Glööckler nun über ein zusätzliches Zugpferd freuen.

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