„Tablet@POS“: Media-Saturn testet Multichannel-Verkauf

Die Media-Saturn-Gruppe testet ab sofort in einem Pilotprojekt, ob und wie sich die Verkäufe in den stationären Märkten über Tablet-PCs befeuern lassen. Unter dem Motto „Tablet@POS“ will die Unternehmensgruppe daher Verbraucher vor Ort durch Mitarbeiter beraten lassen, die im Verkaufsgespräch über ein Tablet weitere Informationen aufrufen können. Getestet wird das neue Multichannel-Konzept im Media-Markt in Leinfelden, der frisch eröffnet wurde.

MediaMarkt Leinfelden EchterdingenVerkäufer beraten Kunden mit Tablet-PCs (Bild: Media-Saturn/Martin Hangen)

In der frisch eröffneten Filiale tragen alle Mitarbeiter ein Tablet bei sich, die im Verkauf tätig sind. Diese können an den Geräten auf eine spezielle Nutzeroberfläche zugreifen, die Infos zum Sortiment enthält und sich vom klassischen Online-Shop unterscheidet. Die Idee ist, dass Verbraucher vor Ort zum Beispiel ausverkaufte Produkte über den Mitarbeiter bestellen lassen oder einen Artikel in einer anderen Farbe ordern. Über das Warenwirtschaftssystem lässt sich in so einem Fall ein Auftrag auslösen. Über das WLAN in der Filiale kann die Bestellung dann an einem Drucker ausgedruckt werden, wie eine Sprecherin des Unternehmens beschreibt.

Wenn das Konzept ankommt, will Media-Saturn weitere Filialen mit Tablet-PCs aufrüsten. Die Chancen dafür stehen jedenfalls gut, wie stellvertretend das Beispiel Frankonia verdeutlicht.

Fallbeispiel Frankonia: Tablet-PCs befeuern das stationäre Geschäft

Der Jagd-Ausrüster aus der Otto-Gruppe hatte im Frühjahr 2012 damit begonnen, Mitarbeiter in seinen Filialgeschäften mit Tablets auszustatten. Auch hier nutzen Mitarbeiter die Tablets, um in einem Kundengespräch weitere Informationen zu den Produkten liefern zu können. So können die Mitarbeiter beispielsweise Bestände oder Lieferzeiten abfragen, ohne dass sie dazu extra an einen stationären Rechner in der Filiale gehen müssen. Der Kunde erhält also Infos genau dann, wenn er interessiert ist und Geld ausgeben will. Frankonia vermeidet so, dass es sich Kunden vielleicht anders überlegen – wenn der Mitarbeiter die Infos erst woanders in der Filiale erfragen muss und der Kunde in der Wartezeit vielleicht sogar das Geschäft verlässt.

Vor diesem Hintergrund klingt es plausibel, dass die Tablet-Strategie bei Frankonia aufgeht. Zwar verrät die Otto-Tochter keine konkreten Zahlen. In den ersten drei Testfilialen mit Tablet-Support habe man aber den Durchschnitts-Bon in zweistelliger Höhe steigern können. Im vergangenen Herbst wurden daher alle Filialen in Deutschland mit Tablets ausgestattet.

Tablets in den Filialen sind nicht das einzige Multichannel-Projekt, mit dem die Media-Saturn-Gruppe aufhorchen lässt. So statten die Ingolstädter gerade immer mehr Märkte mit einem Drive-In-Schalter aus, wo Kunden ihre Online-Bestellungen mit dem Auto abholen können. Das Konzept wurde erstmals im vergangenen Herbst getestet und kommt bei Kunden sehr gut an.

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