Spreadshirt-Zahlen: Zweistelliges Plus nach Übergangsjahr

Adreko

Der deutsche Mass-Customization-Anbieter Spreadshirt hat das vergangene Geschäftsjahr 2015 mit einem deutlichen Umsatzplus abgeschlossen. Konkret konnten die Leipziger um 18 Prozent auf einen Netto-Umsatz von 85 Mio. Euro zulegen, was den Spezialisten für individuell bedruckte Textilien aus zwei Gründen freuen dürfte. Zum einen gab es nun wieder ein deutliches Wachstum, nachdem das Geschäft im vorletzten Jahr noch stagniert hatte (siehe Tabelle). Zum anderen konnte Spreadshirt mit einem Plus von 18 Prozent nun sogar das letzte spürbar Wachstum aus dem Geschäftsjahr 2013 toppen, als der Mass-Customization-Spezialist um 10,4 Prozent auf 72 Mio. Euro zugelegt hatte.

Spreadshirt Kennzahlen
Nach einer Schwächephase konnte Spreadshirt wieder zulegen (Bild: eigene Grafik)

Alles andere als ein deutliches Wachstum wäre allerdings auch eine Überraschung gewesen. Denn im vergangenen Jahr hat Spreadshirt schließlich viel dafür getan, um seinen Umsatz anzukurbeln. So haben die Leipziger zum einem im Rahmen einer Wachstumsstrategie damit begonnen, ihre Textilien über zusätzliche Online-Marktplätze zu verkaufen. So wurden erstmals eigene Spreadshirt-Shops bei eBay Deutschland sowie auf dem deutschen und dem US-Portal von Rakuten gestartet, wodurch man Mode der Leipziger weltweit nun schon bei neun Online-Marktplätzen ordern kann. Weitere dürften folgen.

Zwar ist momentan der Umsatzanteil der externen Marktplätze am Gesamtumsatz von Spreadshirt noch gering. „Wir sehen im Vertrieb über externe Online-Marktplätze aber einen guten Weg, um ein breites Publikum zu erreichen, einen zusätzliches Vertriebsweg zu eröffnen und auch etwas für die Markenbekanntheit zu tun“, sagt Spreadshirt-CEO Philip Rooke im Gespräch mit neuhandeln.de.

Philip Rooke
Spreadshirt-Chef Philip Rooke (Bild: Spreadshirt)

Um die Marke bekannter zu machen, investiert Spreadshirt auch immer wieder in TV-Werbung. Im vergangenen Jahr hatte man dazu erstmals mit der Werbeagentur Jung von Matt/Spree kooperiert, die eine TV-Kampagne für Spreadshirt entwickelt hatte.

Auch diese erneuten Investitionen in TV-Werbung haben sich ausgezahlt. „Das Ergebnis der TV-Kampagnen von 2015 ist insgesamt positiv“, erklärt Rooke. „Unsere Markenbekanntheit konnte gesteigert werden. Der Einfluss auf den Umsatz lässt sich bei TV-Werbung zwar immer nur schätzen, ist aber ebenfalls zufriedenstellend.“

Profitieren konnte Spreadshirt im vergangenen Jahr zudem von weiteren Investitionen. So wurde bereits im vorletzten Geschäftsjahr der zusätzliche Online-Shop Teamshirts.de gestartet, der sich an Gruppenbesteller richtet und 2015 erstmals über volle zwölf Monate zum Geschäft beitragen konnte. Das Gleiche gilt für den den brasilianischen Mass-Customization-Dienstleister Vitrinepix, den Spreadshirt im Sommer 2014 übernommen hatte. Im Herbst 2014 wurden außerdem Versionen des Spreadshirt-Shops für Kunden in Australien, Kanada und der Schweiz gestartet. Weil diese Maßnahmen allesamt 2014 angestoßen wurden, konnte Spreadshirt damals nur bedingt von seinen Investitionen profitieren, weshalb der Umsatz stagniert hatte und Spreadshirt von einem Übergangsjahr sprach.

Genaue Zahlen zu den einzelnen Online-Shops verrät Spreadshirt zwar auch auf Nachfrage nicht. Das Geschäft in Brasilien zählt Spreadshirt aber zum Umsatz der Niederlassung in Nordamerika, wo man generell um 19 Prozent auf 32 Mio. Euro zulegen konnte. Weitere 29 Mio. Euro vom Gesamtumsatz wurden in der DACH-Region erzielt (Deutschland, Österreich, Schweiz), die übrigen 24 Mio. Euro Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr 2015 unter anderem in Frankreich sowie Großbritannien und Irland.

Prinzipiell habe sich der DACH-Markt „gut entwickelt“, da man in allen drei Ländern zusammen um fast 24 Prozent gewachsen sei. Zahlen zu Deutschland nennt Spreadshirt zwar nicht. Laut dem zuletzt veröffentlichten Jahresabschluss der für das Deutschland-Geschäft zuständigen sprd.net AG konnte Spreadshirt aber im vorletzten Geschäftsjahr einen Deutschland-Umsatz von 20,4 Mio. Euro erzielen.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang, wie sich die Investitionen in neue Marktplatz-Shops und TV-Werbung auf das Ergebnis ausgewirkt haben. Zahlen nennt Spreadshirt aber auch auf Nachfrage nicht. Im vorletzten Geschäftsjahr 2014 konnte die deutsche sprd.net AG einen Netto-Umsatz von 43,9 Mio. Euro erzielen, wobei die Mehrheit der Umsätze in Deutschland, Österreich der Schweiz und Frankreich erzielt wurden (also ohne Amerika-Geschäft). Der Jahresüberschuss betrug 0,8 Mio. Euro.

Spreadshirt wurde 2002 gegründet und betreibt fünf Produktionsstandorte in Polen, der Tschechischen Republik, den USA und in Brasilien. Über die Online-Shops können Verbraucher individuelle Produkte anfertigen lassen, indem sie eigene Designs gestalten oder Designs aus einer Online-Community verwenden. Individuell bedruckt werden unter anderem T-Shirts, Tassen, Mützen und Handy-Hüllen.

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