„Signifikante Differenzen“: Vorstandschef verlässt Beate Uhse AG

Bei der Beate Uhse AG gibt es einen überraschenden Wechsel im Management. Demnach scheidet mit Nathal van Rijn der Vorstandsvorsitzende des Erotik-Konzerns bereits zum 31. Januar aus dem Multichannel-Unternehmen aus. Überraschend ist das insofern, weil der Niederländer erst Anfang Oktober 2016 zum neuen Chief Executive Officer (CEO) der Beate Uhse AG berufen worden war.

Nathal van Rijn
Nathal van Rijn (Bild: Beate Uhse AG)

Im vergangenen Herbst hatte der 50-Jährige den CEO-Posten von Finanzchef Cornelis Vlasblom übernommen, der zuvor interimsweise für ein Jahr in Doppelfunktion als CEO und CFO für die Beate Uhse AG tätig war.

Mit der Verpflichtung des Niederländers hatte die Beate Uhse AG den Vorstand um Cornelis Vlasblom (CFO) und Dennis van Allemeersch (COO) erweitert, van Rijn sollte eine entscheidende Rolle bei der weiteren Umsetzung der neuen Strategie von Beate Uhse spielen.

Davon ist nun keine Rede mehr. Laut dem Konzern scheidet der Holländer jetzt in beiderseitigem Einvernehmen aus dem Unternehmen aus, der geschlossene Vorstandsvertrag sei zudem zunächst auf nur sechs Monate befristet gewesen. Auf Nachfrage von neuhandeln.de argumentiert der Konzern, dass sich im Verlauf der vergangenen Wochen dazu „signifikante Unterschiede und Differenzen in der Unternehmensstrategie und -führung“ gezeigt hätten. Deshalb habe man sich einvernehmlich darauf geeinigt, den Vorstandsvertrag von Nathal van Rijn nicht in eine übliche Laufzeit zu verlängern.

Laut den zuletzt veröffentlichten Zahlen konnte die Beate Uhse AG im dritten Quartal 2016 nur einen Konzernumsatz von 25,5 Mio. Euro netto erzielen. Zum Vorjahr hat das Geschäft damit nachgegeben, da der Konzern im dritten Quartal 2015 noch auf 30,6 Mio. Euro Umsatz gekommen war. Bereits im ersten Quartal 2016 und im ersten Halbjahr 2016 war der Umsatz je rund 20 Prozent gesunken.

Im ersten Quartal 2016 hatte der Konzern das bröckelnde Kataloggeschäft eingestellt, um sich im Versandhandel auf den E-Commerce zu konzentrieren. Zum anderen wurden im vergangenen Geschäftsjahr 2015 einige Filialen geschlossen, weil sich der Konzern so von verlustbehafteten Geschäften trennen wollte. Zusätzlich gingen vor Ort die Umsätze zurück, weil die Frequenz in den verbliebenen Geschäften gesunken ist. Im Versandhandel hat sich der Umsatz zudem reduziert, weil der Konzern seine Gutschein-Aktionen reduzierte und weniger über Online-Marktplätze verkauft hat.

Im ersten Halbjahr 2016 sanken die Umsätze obendrein, weil die Neuausrichtung des Konzerns mehr Einsatz und Zeit erfordere als angenommen. So will Beate Uhse verstärkt Frauen und Paare als neue Zielgruppen erreichen, nachdem der Fokus früher auf Männern als Kundengruppe lag.

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