Shop-Ranking: Amazon thront weiter einsam an der Spitze

Der US-amerikanische Versandriese Amazon hat im vergangenen Jahr hierzulande einen Netto-Umsatz von 8,1 Mrd. Euro eingefahren, der über den Verkauf von eigener Handelsware erwirtschaftet wurde. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Erhebung des EHI Retail Institute, das erneut die umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland ermittelt hat. Demnach thront an der Spitze erneut Branchen-Primus Amazon, der seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr erneut steigern konnte (2015: 7,8 Mrd. Euro).

Größte Online-Shops
Amazon dominiert den deutschen E-Commerce (Grafik: EHI Retail Institute)

Auf Amazon folgt im Umsatz-Ranking erneut der Universalversender Otto, der im Kalenderjahr 2016 der Studie zufolge einen Netto-Umsatz von 2,7 Mrd. Euro einfahren konnte (siehe Grafik oben). Den dritten Platz belegt der Fashion-Shop Zalando, der im vergangenen Jahr einen Netto-Umsatz von 1,1 Mrd. Euro hierzulande erzielen konnte. Zusammen kommen diese drei Online-Shops in Deutschland dadurch auf einen gemeinsamen Netto-Umsatz von knapp 12,0 Mrd. Euro. Damit erwirtschaften die Top-3-Shops ca. 43,8 Prozent des Gesamtumsatzes der einhundert größten Online-Shops in Deutschland, die laut der EHI-Erhebung im selben Zeitraum zusammen auf 27,4 Mrd. Euro Netto-Umsatz gekommen sind.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag der Gesamtumsatz der einhundert größten deutschen Online-Shops erst bei 24,4 Mrd. Euro, so dass alle einhundert Anbieter zusammen im Jahresvergleich um rund 12,3 Prozent gewachsen sind. Die drei größten Online-Shops wiederum stellten damals ebenfalls Amazon, Otto und Zalando, die zusammen bereits einen Netto-Umsatz von 11,1 Mrd. Euro eingefahren hatten.

Interessant: Zusammen konnten die deutschen Top-3-Shops nur um 8,1 Prozent zulegen und sind damit schwächer gewachsen als die Top-100-Shops, die zum Vorjahr ja um rund 12,3 Prozent zulegen konnten. Vor einem Jahr hatten die Top-3-Online-Shops zudem 45,5 Prozent Anteil am Gesamtumsatz der Top-100-Shops, der damit auf den aktuellen Wert von 44 Prozent sogar leicht gesunken ist.

Aber Achtung: In den Netto-Umsätzen von Amazon sind lediglich die Umsätze enthalten, die Amazon selbst über den Verkauf eigener Handelsware macht. Was dagegen in den Zahlen komplett fehlt, sind damit die Umsätze aller Handelspartner, die ihre Waren über den Amazon Marketplace anbieten.

Hintergrund ist, dass Amazon diese Zahlen nicht ausweist. So nennt Amazon für Deutschland nur einen Gesamtumsatz von 12,8 Mrd. Euro, der neben eigenen Handelsumsätzen unter anderem die Umsätze aus den Prime-Mitgliedschaften enthält sowie die Service-Gebühren aus dem Marktplatz-Geschäft (Provisionen auf Verkäufe) und Exporte von Amazon.de ins Ausland. Diese Zahlen wurden aus dem Deutschland-Umsatz heraus gerechnet. Würde man also das Drittgeschäft zum eigenen Umsatz addieren, so hätte Amazon wohl einen weitaus größeren Anteil am deutschen E-Commerce-Markt.

Ansonsten hat sich in den Top 10 wenig getan. Neu dabei ist Multichannel-Händler Media-Markt, der mit 532,8 Mio. Euro Umsatz auf dem sechsten Platz steht. Nicht mehr zu den Top 10 gehört dagegen der IT-Konzern Apple, der zuletzt mit 369,6 Mio. Euro Umsatz den zehnten Platz belegte. Um in die Top 10 zu kommen, braucht es nun einen Online-Umsatz von 432,3 Mio. Euro (Anbieter: Alternate).

Zulegen konnten in den Top 10 übrigens alle Versender bis auf Kaffee-Röster Tchibo, der von 484,7 Mio. auf 450,0 Mio. Euro gefallen ist – und damit nur noch den neunten Platz belegt (Vorjahr: Platz sechs).

Die Zahlen der Marktanalyse basieren zum einen auf einer Händler-Befragung durch das EHI und zum anderen auf Hochrechnungen von Statista sowie Unternehmensangaben. Dabei wurde ausschließlich der Umsatz mit physischen Gütern berücksichtigt – ohne Mehrwertsteuer sowie nach Retouren und ohne sonstige betriebliche Erträge des Unternehmens, die nicht aus dem Warenverkauf stammen.

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