„Schmerzliche Anpassungen“: Hessnatur muss Stellen streichen

Adreko

Die Hess Natur Textilien GmbH plant Einsparungen bei den Personalkosten. Deshalb hat die Geschäftsführung bereits Gespräche mit dem Betriebsrat aufgenommen, die in den kommenden Wochen abgeschlossen werden sollen. Hintergrund ist, dass bei dem Ökomode-Spezialisten aktuell Einnahmen und Ausgaben nicht mehr „in einem ausgewogenen Verhältnis“ zueinander stehen.

Vivek Batra Hessnatur
Vivek Batra (Bild: Hess Natur)

So war das vergangene Geschäftsjahr 2016/2017 (Ende: 31. Juli) laut Hess Natur „hinter den Erwartungen“ geblieben. Die Herbst/Winter-Saison lief „sehr schwierig“ – unter anderem wegen einem warmen September und Oktober. Die Frühjahr/Sommer-Saison ging zwar „deutlich besser“.

Den meisten Umsatz macht Hess Natur allerdings im Herbst und Winter, weshalb hier ein schwächelndes Geschäft besonders schmerzt. „Wir können uns schmerzlichen Anpassungen unserer internen Organisation nicht entziehen“, bedauert daher Geschäftsführer Vivek Batra (siehe Foto).

Der Textil-Anbieter hat nach eigenen Angaben bereits Sparmaßnahmen ergriffen. So wurden im vorletzten Geschäftsjahr 2015/2016 in der Logistik und dem Kundenservice bereits Einsparungen bei den Personalkosten erzielt durch Prozessoptimierungen, wie aus dem Jahresabschluss hervor geht. Verwaltungskosten wurden zudem reduziert, in dem weniger externe Beratungsleistungen genutzt wurden. So werden zum Beispiel die Marketing-Kampagnen seitdem weitgehend intern konzipiert.

Im vorletzten Geschäftsjahr 2015/2016 konnte der Spezialist für nachhaltige Mode einen Netto-Umsatz von 61,4 Mio. Euro erzielen. Zum vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres waren die Umsätze damit allerdings um sieben Prozent gesunken (2014/2015: 66,0 Mio. Euro). Demnach hatte sich ein „viel zu warmer Winter“ negativ auf die Kauflaune der Kunden ausgewirkt. Zudem wurden Sales mit Preisreduktionen von bis zu 70 Prozent weitgehend zurückgefahren. Die Magaloge für die Frühjahr/Sommer-Saison wurden zwar positiv bewertet, erzeugten jedoch zu wenig Nachfrage.

Die Versandumsätze sanken daher um -9,0 Prozent zum vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres – auch weil der Rückgang beim Katalog nicht durch eine positive Entwicklung im E-Commerce kompensiert werden konnte. Das Geschäft in den sechs Stores wuchs dagegen leicht um 1,4 Prozent auf 11,3 Mio. Euro. Unterm Strich stand dennoch ein Jahresfehlbetrag von -2,8 Mio. Euro vor Ergebnisabführung.

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