Rapide sinkende Umsätze: Elégance stellt Insolvenzantrag

Dem auf Damenoberbekleidung spezialisierten Mode-Versender Elégance droht das Aus. So haben am vergangenen Freitag sowohl die für den Vertrieb verantwortliche Elégance GmbH als auch die für Service-Leistungen (Logistik, Import/Export) zuständige Tochtergesellschaft Elégance Service GmbH beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung von Insolvenzverfahren beantragt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist jeweils Rechtsanwalt Horst Piepenburg bestellt worden.

EleganceBildquelle: Screenshot

Dem Mode-Spezialisten droht das Aus, weil sich die Umsätze zuletzt rapide verschlechtert haben. Als Gründe nennt das Unternehmen, dass es momentan eine allgemeine Marktschwäche im Textileinzelhandel gebe. Dazu habe sich Elégance mit seiner aktuellen Frühjahr-/Sommer-Kollektion am Markt nicht durchsetzen können. Obendrein hätte die Krim-Krise zu hohen Absatzeinbußen in Osteuropa geführt. Deshalb drohe dem Händler nun die Zahlungsunfähigkeit. Über die Insolvenzverfahren will man Elégance neu positionieren und sanieren.

Gesellschafter von Elégance ist die Blitz 14-44 GmbH, die das Unternehmen erst im vergangenen Mai von der US-amerikanischen Carlyle Group übernommen hatte. Diese wiederum hatte den Spezialversender im November 2010 zusammen mit einer Handvoll weiterer Versender von Primondo übernommen – der Dachgesellschaft der Versandhandelsmarken aus dem insolventen Arcandor-Konzern (u.a. Quelle-Versand). Bei Carlyle war Elégance ein Teil der Puccini Gruppe, in der die von Primondo übernommenen Versender organisiert sind.

Konkrete Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 werden auf Nachfrage nicht verraten. Im Geschäftsjahr 2012 hatte sich der Umsatz von Elégance aber nach Angaben der Puccini Holding von zuvor 59,8 Mio. Euro auf 45,6 Mio. Euro reduziert, was unter anderem eine Folge vom Rückzug aus dem Stationärgeschäft gewesen war. So hatte Elégance im Herbst 2011 beschlossen, seine insgesamt zwölf Filialen in Deutschland zu schließen und sich auf den Versandhandel zu konzentrieren (E-Commerce und Kataloge). Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA hatte sich damals von -1,3 auf -1,6 Mio. Euro verschlechtert.

Um Elégance wieder auf Kurs zu bringen, hat der neue Gesellschafter Blitz 14-44 bereits einen neuen Design-Chef verpflichtet und die Kollektion angepasst. Seit der Übernahme im Mai habe aber die Zeit noch nicht gereicht, um von diesen Maßnahmen zu profitieren. Welche Maßnahmen für die Zukunft geplant sind, wurde auf Nachfrage bislang nicht verraten.

Elégance verkauft ausschließlich Eigenmarken über den Versandhandel (Kataloge, E-Commerce) sowie stationär mit Franchise-Shops und Shop-in-Shop-Kooperationen (nur im Ausland).

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