„Prime Now“: Amazon liefert frische Lebensmittel von lokalen Händlern

Heinrich Dehn

Unter dem Motto „Prime Now“ bietet Amazon seit dem vergangenen Jahr an, dass sich Kunden in Berlin und München ausgewählte Artikel bereits eine Stunde nach der Bestellung liefern lassen können. Bislang war das Angebot dabei auf Artikel begrenzt, die Amazon selbst in seinem Sortiment führt. Nun geht der Versandriese aber neue Wege und versendet bei seinem Blitz-Lieferservice erstmals auch Ware, die aus dem stationären Handel stammt – genau genommen aus Lebensmittelgeschäften.

Prime Now
„Prime Now“ bietet nun auch Basic-Produkte (Bild: Amazon)

Konkret kooperiert Amazon mit dem Bio-Supermarkt Basic und dem Lebensmittel-Händler Kochhaus. Ordern können Kunden daher neben Getränken und Trockenware auch frische Lebensmittel wie Brötchen, Wurst und Käse, wenn sie über „Prime Now“ bei Amazon bestellen.

Geliefert wird die Ware dabei über lokale Kurier-Dienste, mit denen Amazon bereits seit dem Start von „Prime Now“ in Deutschland die hauseigenen Produkte zustellt. Mit den Lebensmitteln im Portfolio will Amazon seinen Kunden mehr Auswahl bieten, während die Handelspartner über den Blitz-Lieferservice „Prime Now“ neue Zielgruppen erreichen sollen.

Um den Express-Dienst zu nutzen, müssen Verbraucher über die Website Primenow.de bestellen. Anschließend können Kunden in den Sortimenten von Amazon, Basic und Kochhaus stöbern.

Sortimente der lokalen Handelspartner sind aber nur zu sehen, wenn sich in der Nähe des Kunden ein Markt befindet. Kunden müssen daher zunächst ihre Postleitzahl angeben. Anschließend kann man sich die Ware entweder innerhalb einer Stunde oder in einem 2-Stunden-Zeitfenster am selben Tag zustellen lassen. Im zweiten Fall ist die Lieferung gratis, bei der Blitz-Lieferung beträgt das Porto aber 6,99 Euro. Geliefert wird die Ware zudem nur, wenn ein Mindestbestellwert von 20 Euro erreicht wird – dieser gilt pro Händler. Wer daher Ware von Amazon und Basic bestellt, muss jeweils für mindestens 20 Euro ordern. Angeboten wird der Express-Lieferservice zudem generell nur Prime-Kunden von Amazon.

Pop-Up-Store im „CentrO“: Amazon verkauft erstmals vor Ort

Für den Dienst „Prime Now“ nutzt Amazon eigene Verteilzentren bei München und in Berlin. Erst vor wenigen Wochen hat der Versender auf dem ehemaligen Werksgelände von Nokia in Bochum ein weiteres Verteilzentrum in Betrieb genommen. Es liegt daher auf der Hand, dass „Prime Now“ bald im Ruhrgebiet startet. Nach Insider-Informationen von neuhandeln.de soll das auch passieren. Nur hält sich Amazon.de bedeckt und verrät lediglich, dass man dazu „keine Ankündigung gemacht“ habe.

Ohne Ankündigung hat Amazon allerdings auch einen Pop-Up-Store im Einkaufszentrum „CentrO“ in Oberhausen gestartet. Seit November 2016 können Verbraucher dort ausgewählte Amazon-Devices wie das Fire-Tablet begutachten und direkt vor Ort kaufen. Mit dem Geschäft wird Amazon erstmals selbst im stationären Einzelhandel in Deutschland aktiv, nachdem Amazon-Artikel wie die Fire-Tablets bereits schon seit geraumer Zeit über MediaMarkt und Saturn in lokalen Märkten angeboten werden.

„Mit dem Store wollen wir unseren Kunden eine weitere Möglichkeit geben, unser Devices-Angebot auszuprobieren“, argumentiert Amazon.de. „Das erste Feedback war positiv.“ Wann der stationäre Pop-Up-Store wieder schließen soll, sei zum aktuellen Zeitpunkt daher noch offen.

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