Plattform-Trend: Rewe und myToys.de mit unterschiedlichen Strategien

Nun hat es auch Rewe erwischt: Nachdem in den vergangenen Monaten immer mehr Online-Händler ihre Plattformen um Drittsortimente erweitert haben, setzt nun auch der Lebensmittelhändler beim Geschäft im E-Commerce auf ein Marktplatz-Modell. Demnach können Kunden ab dem kommenden Juli erstmals auf Rewe.de solche Waren bestellen, die nicht von Rewe selbst stammen und von Partnern angeboten werden. Dann startet eine Testphase mit fünf Partnern und 1.000 Rewe-Kunden.

Rewe Lieferservice
Im Rewe-Shop gibt es bislang nur Lebensmittel (Bild: Rewe)

Mit dem Marktplatz-Modell will die Rewe Markt GmbH ihr Online-Portal zu einer „Anlaufstelle für alle Produkte rund um Lebensmittel, Küche und Haushalt“ ausbauen. Hintergrund ist, dass Kunden bereits heute frische Lebensmittel in dem Online-Shop bestellen können.

Künftig sollen Verbraucher zusätzlich zu Obst, Wurst und Käse aber auch noch Spielwaren, Tierbedarf, Parfüm oder Kosmetik online ordern können, die dann von Drittanbietern versendet werden. Angeboten werden diese Artikel in der Testphase zum Beispiel von Partnern wie Butlers (Deko-Artikel) oder Alternate (Elektronik).

Dabei verfolgt Rewe ein klassisches Marktplatz-Modell, bei dem die einzelnen Händler auch nach außen hin auf der Plattform auftreten. So wird ausgezeichnet, welche Waren von Rewe selbst kommen und welche Produkte von den Partnern verschickt werden. Lebensmittel werden dabei weiter durch den Rewe Lieferservice zugestellt, die Partner-Produkte dagegen über reguläre Paket-Zustelldienste.

myToys.de-Gruppe: 50 neue Partner für vier Nischen-Shops

Produkte von Partnern gibt es bei der Berliner myToys.de-Gruppe schon länger. So hatte die Otto-Tochter bereits vor anderthalb Jahren damit begonnen, externe Anbieter an ihre Shopping-Portale anzubinden. Mit dieser Strategie will die Gruppe ihr Marken-Angebot steigern und Kunden einen deutlichen Mehrwert bieten. Im Gegensatz zu Rewe bemerken Kunden aber nicht, wenn Produkte von einem Partner kommen. So ist myToys auch bei Fremdsortimenten für den Kundenservice und die Rechnungsabwicklung zuständig. Die Abwicklung erfolgt dabei grundsätzlich über ein zentrales Management, bei dem es aber auch dazu kommen kann, dass Partner ihre Artikel direkt versenden.

Nachdem zum Start erst wenige Drittanbieter angebunden waren, wird das Sortiment nun „deutlich erweitert“, um das Online-Angebot der Otto-Tochter zu einer „zentralen Shopping-Plattform für Familienprodukte“ auszubauen. Ziel sind 50 neue Partner bis Ende 2017. Diese können Produkte in allen Shops anbieten, die von der Gruppe für die Zielgruppe der Familien betrieben werden.

Wer bei myToys.de verkaufen will: Interessierte Partner können sich per E-Mail melden.

Zur Gruppe gehören die vier Online-Shops Yomonda.de (Möbel) sowie myToys.de (Spielwaren) als auch Ambellis (Damen-Mode) und Mirapodo (Schuhe). Alle Sub-Shops sind online zentral über myToys.de erreichbar, wo man über die Menüleiste von Shop zu Shop wechseln kann. Produkte aus allen Spezial-Shops lassen sich in einen zentralen Warenkorb legen, so dass Kunden auch bei einem Einkauf in mehreren Nischen-Shops nur ein einziges Konto brauchen und einmal Porto bezahlen.

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