„PakSafe“: Der nächste Paketkasten kommt auf den Markt

Heinrich Dehn

Der junge Markt für Paketboxen ist nach wie vor stark in Bewegung. So können Interessenten mit dem „PakSafe“ seit kurzem eine weitere Alternative zu den Paketkästen von DHL kaufen. Vermarktet wird die neue Paketbox von der Göde-Gruppe, die ihre Eigenentwicklung zum ersten Mal im vergangenen Herbst vorgestellt hatte. Damals wurden zwar noch keine Preise genannt, die nun aber feststehen.

PakSafe
Die „Paksafe“-Paketbox wird einfach an einer Tür fest geklemmt (Bild: PakSafe / Göde-Gruppe)

Angeboten wird die Paketbox demnach sowohl zu einem Komplettpreis als auch einer Monatsrate, was man so bereits von den Paketkästen von DHL kennt. Diese gibt es wahlweise ab 99 Euro (Sofortkauf) oder für 1,99 Euro monatlich (36 Monate Laufzeit plus 24,99 Euro Einmalkosten).

Je nach Konfiguration kann man bei DHL für einen Paketkasten aber auch rund 600 Euro ausgeben, wenn man zum Beispiel die XL-Variante mit größerem Volumen wählt und Extras bei Türanschlag und Farbe wünscht.

Im direkten Vergleich wirkt der PakSafe von der Göde-Gruppe dann fast schon wie ein Schnäppchen. Denn hier zahlen Kunden einmalig 169,50 Euro oder eine Rate von 4,90 Euro über 36 Monate.

Zum Vergleich: Mit dem „PaketButler“ gibt es seit kurzem eine Paketbox, die ähnlich wie der PakSafe konzipiert ist. Der Preis ist aber hier mit einmalig 249 Euro bzw. 7,99 Euro über 36 Monate höher.

Fraglich bleibt allerdings, ob Verbraucher den PakSafe als preisgünstige Paketbox überhaupt groß wahrnehmen. Denn verkauft wird der PakSafe derzeit ausschließlich über die gleichnamige Website. Eine Kooperation mit einem großen Logistiker gibt es bei der Vermarktung nicht, wodurch Reichweite fehlt – obwohl der PakSafe im Vorjahr mit DHL in einem Pilotprojekt getestet wurde.

DHL unterstützt den PakSafe – aber nicht bei der Vermarktung

Das wirkt kurios. Denn vor diesem Hintergrund möchte man meinen, dass DHL eigentlich an einer starken Marktdurchdringung des PakSafe interessiert sein sollte – schließlich spielt es ja auch den eigenen Zustellern in die Karten, wenn diese direkt beim ersten Zustellversuch ihr Paket in einer Box abladen können. Auf Nachfrage von neuhandeln.de argumentiert DHL aber, dass man über die eigene Website prinzipiell nur eigene Produkte vermarkte und sich der Zusteller mit seinem Angebot an hauseigenen Paketkästen „sehr gut aufgestellt“ sehe. Als Logistikpartner unterstütze DHL aber neue Zustellsysteme in Pilotprojekten, die den Paketempfang für Kunden vereinfachen können.

Einfach ist der Paketempfang beim PakSafe tatsächlich – zumindest in der Theorie. So wird die Göde-Box nur an eine Wohnungstür geklemmt (siehe Foto), was beim PaketButler ähnlich ist.

Das unterscheidet beide Paketbox-Varianten schon einmal prinzipiell von den Paketkasten von DHL, die entweder im Garten aufgestellt werden oder an die Hauswand montiert gehören. Sowohl der PaketButler als auch der PakSafe stehen zudem allen Paket-Zustellern offen, während DHL in seinen Kästen nur Pakete der hauseigenen Zusteller hinterlegen lässt. Doch während Verbraucher den PaketButler auf dem Boden vor der Tür platzieren müssen, wird der PakSafe an die Tür gehängt – wodurch die Box schon einmal keinen Flur in Häusern mit mehreren Mietern versperrt.

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PaketButler
Auch der PaketButler besteht aus einer faltbaren Box (Bild: Deutsche Telekom)

Der PakSafe besteht aus pulverbeschichtetem Aluminium (Metallgürtel), robustem Nylon (Sack) und einem Sicherungsgurt aus metallverstärktem Nylon, mit dem man die Box diebstahlsicher an der Wohnungstür befestigen soll. Der Gurt wird dabei über die Tür gelegt und klemmt sich fest, wenn man die Wohnungstür von außen schließt. Der PakSafe lässt sich entweder über einen RFID-Chip öffnen oder über eine PIN, die man über ein Tastenfeld an der Box eintippen kann.

Auch der PaketButler (siehe Foto links) hat einen Sicherheitsgurt, der zwischen Tür und Zarge eingeklemmt wird. So will man verhindern, dass Fremde eine volle Paketbox klauen. Damit keine Ware abhanden kommt, besteht der PaketButler zudem aus einem schnittfesten Textilgewebe.

Die prinzipielle Idee hinter allen Paketkästen ist, dass Kunden beim Online-Shopping künftig mehr Komfort bekommen. So sollen Kunden ihre Bestellungen auch dann erhalten, wenn sie bei der Zustellung nicht zu Hause sind. Weil die Pakete in einer Box vor der Haustür deponiert werden, müssen Kunden ihre Bestellungen auch nicht mehr beim Nachbarn oder einem Laden hinterlegen lassen.

Weil DHL mit seinem Paketkasten aber ein eigenes Süppchen kocht und einen Quasi-Standard setzt, entwickeln die konkurrierenden Zusteller Hermes, DPD und GLS eine alternative Lösung. Dieses Verbundsystem wird derzeit unter dem Namen „ParcelLock“ in Hamburg zusammen mit Kunden vom Otto-Versand getestet, um „das Zusammenspiel zwischen Händler, Paketdienstleister und ParcelLock-System bei hohem Versanddurchsatz unter Praxisbedingungen zu optimieren“.

In den Verkauf kommen sollen die Paketkästen mit ParcelLock-System aber nach wie vor erst im Spätsommer 2016 – und damit rund zweieinhalb Jahre nach den Paketkästen von DHL.

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